Eröffnung am Rennsteig

Osthesse Felix Bodes (27): Junger Direktor im neuen Hotel "Hohe Sonne"

Felix Bodes stammt gebürtig aus Bad Hersfeld und ist Hoteldirektor vom Waldhotel "Hohe Sonne" bei Eisenach
Fotos: Hans-Hubertus Braune/Hendrik Urbin und Moritz Rös

14.01.2026 / EISENACH - "Und, sind Sie schon nervös?", fragt die Fernsehredakteurin vom Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) am vergangenen Mittwoch. Knapp 48 Stunden waren es zu diesem Zeitpunkt noch bis zur großen Eröffnungsparty des Waldhotels und Restaurant "Hohe Sonne" oberhalb der Wartburgstadt Eisenach. Die Handwerker geben sich die Klinke in die Hand, jeder will was von ihm, dem Hoteldirektor.



Mit wohltuender Gelassenheit beantwortet Felix Bodes all die Fragen. Sein Handy klingelt, der Installateur der Kaffeemaschine ist da, auch das Geländer im Treppenhaus soll heute angebracht werden, im ersten Stock produziert die Marketingagentur Aufnahmen von den Zimmern, während eine Mitarbeiterin den Schrubber sucht. Der ganz normale Wahnsinn vor dem großen Tag der Eröffnung. Die ganze Region freut sich schon auf das neue Ausflugsziel.

Dort wo einst Herzog Ernst August I. von Sachsen-Weimar-Eisenach sein Jagdschloss erbauen ließ, welches ab dem 19. Jahrhundert zunächst als Gasthof genutzt wurde. Die Verantwortlichen der DDR ließen das Anwesen jedoch so weit verkommen, dass es letztlich im Sommer vergangenen Jahres abgerissen werden musste. Dirk Bodes, Geschäftsführer von Rebo Consult aus Unterbreizbach, hatte das Areal im Jahr 2019 gekauft. Für ihn ist es ein Herzensprojekt. Der Firmensitz von Rebo Consult ist ebenfalls in Thüringen, die Biathlon-Arena in Oberhof hat sein Unternehmen modernisiert. Das einstige Jagdschloss will er übrigens nach Vorbild des ursprünglichen Baus in einem zweiten Projekt neu bauen.

Studium und der Weg der beruflichen Entscheidung

Direkt daneben eröffnet nun das Waldhotel "Hohe Sonne". Dass sein Sohn Felix hier einmal Hoteldirektor wird, war nicht unbedingt abzusehen. Nach dem Fachabi begann er das Studium der Internationalen Betriebswirtschaftslehre an der Hochschule Fulda zusammen mit Cousins und Freunden. "Ich habe aber schnell gemerkt, dass dieses allgemeine BWL-Studium mir zu trocken war. Ich wollte irgendwas Spezifisches machen", erzählt Bodes. Da er in seiner Freizeit beim JFV Aulatal im Team der A-Junioren-Trainer mehrere Jahre aktiv war und ihm diese Rolle sichtlich Spaß bereitete, stand das Fachgebiet Sportmanagement zur Diskussion. Auch der Bereich Immobilienmanagement: Sein Vater ist in diesem Segment sehr erfolgreich unterwegs und sein Bruder Max hat es ebenfalls in die Baubranche verschlagen.

Die Hotellerie und der Tourismus interessierten ihn schon immer, hier hat er verschiedene Anknüpfungspunkte wie Urlaube und die engen, teils verwandschaftlichen Kontakte zu heimischen Betrieben wie etwa dem Landgasthof Jossatal in Oberjossa oder dem Alten Forsthaus in Niederaula. "Ich bin in dieser Zeit auf die Internationale Berufsakademie in Kassel gestoßen. Sie bieten unter anderem in diesen Bereichen Studiengänge an", sagt Felix Bodes.

Dann kam eins zum anderen. Über Martin Geisendörfer entstand der Kontakt zum Hotel Platzhirsch in Fulda. Hier arbeitete Bodes vorrangig in der Rezeption und war gerade auch in der Zeit der Coronavirus-Pandemie als viele Kollegen den Job wechselten, der Hauptansprechpartner für die Gäste und die Hotelleitung. Drei Jahre war Bodes berufsbegleitend im Platzhirsch und entschied sich folglich in der Berufsakademie für das Hotelmanagement.

Vom Münchener Hyatt an den Rennsteig

"Ich wollte dann aber mal raus aus der Region, eventuell ins Ausland, was anderes sehen", erzählt der junge Manager. Nachdem ein Engagement aus zeitlichen Erwägungen in Südtirol nicht klappte, wechselte er ins Büro der Hyatt-Hotelgruppe nach Mainz. Hier sammelt er wertvolle Erfahrungen in einer der größten Hotelketten der Welt. Aus dem Mainzer Büro heraus nutzte er die Gelegenheit, in einem internationalen Team im Hyatt in München die Koordinierung vor Ort zu übernehmen. Ob Oktoberfest, Sicherheitskonferenz, Nations League - das Hyatt in der bayerischen Landeshauptstadt hat praktisch pausenlos Hochbetrieb.

"Man hat auch immer mal einen Promi gesehen. Das war schon eine coole Sache", plaudert Bodes ein wenig aus dem Nähkästchen. Bis April vergangenen Jahres war er in München und hat dort vieles an praktischem Know-how, welches er jetzt in Eisenach perfekt anwenden kann, gesammelt. Natürlich hatte er zu diesem Zeitpunkt dann im Hinterkopf, "dass der Vater was aufbauen will beziehungsweise was am Bauen ist" sagt Felix. Noch aber war unklar, ob das Hotel und das Restaurant an der Hohen Sonne verpachtet werden. Das waren grundsätzliche Überlegungen. Letztlich entschied sich Vater Dirk für den Eigenbetrieb und schenkt seinem Sohn Felix das wertvolle Vertrauen, den Hotelbetrieb hauptverantwortlich zu führen.

Stärken im Team einbringen

Seit einem halben Jahr ist Felix Bodes bereits in Eisenach vor Ort, hat den Aufbau der Infrastruktur des Hotel- und Restaurantbetriebs gemeinsam mit Bauleiter Martin Lapp von Rebo-Consult koordiniert. "Ich glaube, er war ganz froh, dass ich als Ansprechpartner vor Ort war, wobei ich bei vielen Fragen, was das Bauen angeht, natürlich der Falsche war", sagt Bodes junior ehrlich. Dafür ist das Hotel sein Spezialgebiet und hier konnte er bereits seine Ideen einbringen. Für das Restaurant konnten sie ebenfalls absolute Profis gewinnen.

Im Team zusammen das Waldhotel "Hohe Sonne" zu einem Top-Ausflugslokal zu entwickeln, ist das Ziel und die Motivation zugleich. "In der Bauphase hat man schon gesehen, wie groß der Andrang hier oben ist. Die Leute haben immer wieder durch die Fenster hineingeschaut, was sich hier tut. Die vielen Fingerabdrücke an den Scheiben waren nicht zu übersehen", lacht Felix. Er freut sich auf diesen spannenden Job. Nach den arbeitsintensiven Wochen und Monaten starten Felix Bodes und das knapp 20-köpfige Team nun in den Betrieb. Herzblut, Leidenschaft und Motivation – Felix Bodes beweist eindrucksvoll, dass junge Leute wollen und können, wenn man ihnen das Vertrauen schenkt. Für Eisenach und speziell den Ausflugsmagneten Hohe Sonne ist das Engagement der Familie Bodes ein Glücksfall.

Und natürlich wird es auch in Zukunft die Thüringer Rostbratwurst direkt am Rennsteig an diesem historischen Ort geben. Im Sommer öffnet zusätzlich ein großer Biergarten. Und so wird die Hohe Sonne ein Anlaufpunkt für die Einheimischen, für die Wanderer und Radfahrer, für Tagungsgäste, Urlauber und diejenigen, die ein feines Essen oder die rustikale Küche mit heimischen Produkten genießen wollen.

Ob er nervös sei, war ja die Frage vom Anfang. "Offen gestanden, nein", antwortete Felix Bodes der MDR-Redakteurin. Wer ihn kennt, hätte nichts anderes erwartet. Punktgenau am Freitagmittag war alles so weit fertig, die Gäste kamen in Scharen und feierten eine große Eröffnungsparty. Die Sektgläser sind inzwischen gereinigt, jetzt beginnt der reguläre Betrieb im Waldhotel. Auch das wird den jungen Hoteldirektor nicht aus der Fassung bringen. (Hans-Hubertus Braune) +++

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