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Opa Stefan baut für Enkelkinder "Feuerwehrstützpunkt Rommerz Nord-Ost"

Für seine Enkel macht Stefan Heil fast alles: Seit zwei Jahren hat der Rentner den Feuerwehrstützpunkt "Rommerz Nord-Ost" ins Leben gerufen.
Fotos: Carina Jirsch

22.09.2022 / NEUHOF - Tatütata Familie Heil ist da! Wenn im Tannenweg in Neuhof-Rommerz die Sirene ertönt, dann wissen Opa Stefan und seine vier Enkel ganz genau, was zu tun ist. Der 63-jährige Rentner hat im Garten für seine Liebsten eine eigene Leitstelle samt Feuerwehrfahrzeug gebaut. Und der "Feuerwehrstützpunkt Rommerz Nord-Ost"- so nennt sich der originalgetreue Nachbau - steht einer echten Leitstelle fast in nichts nach. Beim Besuch des O|N-Teams vor Ort wird schnell klar: Wenn Opa Stefan zum Einsatz ruft, dann sind Marla, Emil, Lia und Levin ein eingespieltes Team. 

Mittwochnachmittag im 1.600-Seelen-Ort der Gemeinde Neuhof. Idyllische Ruhe und Vogelzwitschern laden zum Entspannen ein. Doch plötzlich ertönt laut eine Sirene - aber nicht etwa wie angenommen beim Stützpunkt der Rommerzer Feuerwehr in der Fliedener Straße, sondern im Tannenweg bei Familie Heil. Jetzt muss es schnell gehen. Innerhalb von wenigen Sekunden schlüpfen die Enkel von Stefan Heil in ihre Schutzmontur, das automatische Rolltor des Stützpunktes öffnet sich und mit dem 4-jährigen Emil am Steuer geht es im selbstgebauten Feuerwehrauto per direkt zum Brandherd.

Heute hat es den Grill der Familie erwischt - zum Glück weiß Emil als Oberbrandinspektor sofort um den Ernst der Lage Bescheid. "Wir brauchen sofort den Verteiler", ruft der 4-Jährige, woraufhin Marla direkt zum Einsatzwagen sprintet. "Wassermarsch", ertönt es nur wenige Sekunden später. Kurz darauf ist der Brand gelöscht - dank des professionellen Einsatzes der vier Kids, die alle in der Kinder- und Jugendfeuerwehr aktiv sind. Kein Wunder: Immerhin war auch Opa Stefan über 42 Jahre lang als Feuerwehrmann aktiv.

"Für meine Enkel mache ich fast alles"

Es ist ein Einsatz, der für Familie Heil fast schon Routine ist. Jedes Jahr fordern sich die Rommerzer im Rahmen der eigens ins Leben gerufenen "Herbstabschlussübung" aufs Neue heraus - und Opa Stefan ist immer wieder mächtig stolz. "Für meine Enkel mache ich fast alles, sie sind genauso feuerwehrbegeistert wie ich. Es ist schön, diese Leidenschaft miteinander teilen zu können. Man kann Vogelhäuschen bauen, Baumhäuser und vieles mehr - wir haben uns eben für ein Feuerwehrauto entschieden. Und so ein Fahrzeug braucht natürlich auch eine entsprechende Garage", meint der 63-Jährige. 

Zudem fungiert der Stützpunkt "Rommerz Nord-Ost" gleichzeitig als Spielhäuschen mit Schaukel und integrierter Feuerwehrstange. Vor gut drei Jahren kam bei dem Rommerzer die Idee einer eigenen Leitstelle auf. Kurz darauf wurden Hammer und Nagel in die Hand genommen und innerhalb von nur wenigen Monaten entwickelte sich der Garten der Familie zu einem neuen Blaulicht-Stützpunkt. Das Feuerwehrauto wurde zudem mit neuester Technik ausgestattet - fast wie in einem echten Einsatzfahrzeug. Blaulicht, Martinshorn sowie Funkgeräte sind im Wagen integriert. Im Kofferraum befinden sich alle Gerätschaften, die für den Einsatz benötigt werden. "Da ist alles drin, was eine Feuerwehr halt so braucht", weiß Emil. 

Liebe zum Detail wurde bei der gesamten Konstruktion großgeschrieben. Ein kleines Klingelschild am Eingang des Feuerwehrhauses verweist darauf - hier haben Marla, Emil, Lia und Levin das Zepter in der Hand. "Wir haben den besten Opa der Welt - er kann nie nein sagen", meinen die Kids abschließend. Und wer weiß, welches Projekt als Nächstes auf den vierfachen Opa wartet. "Und in der Zeit dazwischen gibt es außerdem ja auch immer jede Menge zu reparieren", lacht der 63-Jährige. Langweilig wird es dem Rentner und Hobbyschreiner also definitiv nicht. Und in Sachen Nachwuchs muss man sich also in Rommerz wohl erstmal keine Gedanken machen - Familie Heil ist allezeit für den Ernstfall gerüstet.(Lea Hohmann) +++