Veranstalter sind glücklich

Herzberg-Festival: Über 10.000 Menschen feiern friedliches Wiedersehen

Das Herzberg-Festival aus der Luft
Luftbilder: Marco Hellwig

05.08.2022 / BREITENBACH/H. - "Das Gefühl war der Hammer", sagt Gunther Lorz ein paar Tage nach dem Herzberg-Festival. Unterhalb von Burg Herzberg haben über 10.000 Menschen die Rückkehr des beliebten Familien-Festivals gefeiert. Die Menschen sind einfach froh, "wieder zu Hause zu sein", habe er von vielen Gästen gehört. Die entspannte Atmosphäre ist für viele zu einer zweiten Heimat geworden. Einfach mal den häufig mühseligen Alltag für ein paar Tage ausblenden - das gelingt am "Berch" besonders gut. Vielleicht auch einfach etwas Kraft tanken.

Genaue Zahlen hat Lorz noch nicht parat: "So in zwei Wochen", sagt der Mit-Geschäftsführer der Herzberg Festival GmbH. Was ihm aber ausgefallen ist: "Allein am Donnerstag hatten wir 600 Festivalbesucher am Besuchereingang, so viel wie nie zuvor." Direkt an der Bundesstraße B 62 ist eine Bushaltestelle. Das Neun-Euro-Ticket für den regionalen Nahverkehr hat offenbar einige Festivalbesucher dazu bewogen, mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen. Dies habe sich auch an der Anzahl der Fahrzeuge auf den Campingplätzen bemerkbar gemacht.

Trotz aller Freude und Leichtigkeit - natürlich haben auch die Herzberg-Leute mit den Herausforderungen der heutigen Zeit zu tun. Auch sie spüren die Kostensteigerungen und die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie. "Zum Glück gab es keine spontanen Ausfälle bei den Bands", sagt Lorz. Andere Festivals mussten ihr Line-up kurzfristig ändern - wobei die Künstlerszene eng zusammenhält und so Bands einspringen
.

"Insgesamt sind wir sehr zufrieden", sagt Lorz. Die Menschen genießen friedlich die Stimmung. Allerdings gab es auch ein paar ärgerliche Zwischenfälle. So wurde in der Nacht zum Freitag am Campingplatz Bargeld geklaut. Die mobile Polizeiwache hat mehrere Strafanzeigen in diesem Zusammenhang aufgenommen. Insgesamt gab es zehn Strafanzeigen. Neben den Diebstählen eine Sachbeschädigung und eine Anzeige wegen Hausfriedensbruchs. Das erklärte ein Polizeisprecher auf Nachfrage von OSTHESSEN|NEWS. Wie in den Vorjahren waren die Polizeibeamten mit einer Wache direkt am Eingang zum Festivalgelände präsent.

Mobile Stationen vom Malteser Hilfsdienst und der Feuerwehren

"Besonders hervorzuheben ist die freundliche Art und Dankbarkeit der Festivalbesucher gegenüber den Einsatzkräften", sagt der Malteser Hilfsdienst Fulda. Sie waren einmal mehr für den Rettungsdienst zuständig und haben ebenso wie die Freiwillige Feuerwehr Breitenbach am Herzberg mit zahlreichen Kameradinnen und Kameraden der Nachbarfeuerwehren ihre mobilen Stationen auf dem Festivalgelände aufgebaut. "Insgesamt wurden 513 Hilfeleistungen vollbracht, 18 Personen wurden zur Weiterbehandlung ins Krankenhaus gebracht, unter anderem eine Person, die erfolgreich reanimiert werden konnte", schreibt die Pressesprecherin der Malteser auf Anfrage von O|N. Der Person gehe es den Umständen entsprechend gut, berichtet Lorz erleichtert.

"Primär behandelten die eingesetzten Kräfte Insektenstiche mit allergischen Reaktionen. Eingesetzt wurden Ehrenamtliche mit unterschiedlichen Ausbildungen (Einsatzsanitäter/in, Rettungssanitäter/in, Notfallsanitäter/in sowie Notarzt, Notärztin)", schreiben die Malteser abschließend.

"Ein schönes und friedliches Festival"

Auch Bürgermeister Volker Jaritz (Breitenbach am Herzberg) berichtet von einem schönen und friedlichen Festival. Mehrfach war der Rathauschef vor Ort. Auch die Behörden haben ihm von einem friedlichen Verlauf berichtet. Was Jaritz aber auch aufgefallen ist: "In diesem Jahr waren weniger Menschen in Breitenbach unterwegs, etwa zum Einkaufen in den Geschäften." Ob es daran lag, dass weniger Menschen wegen der Coronavirus-Pandemie den Bus-Pendlerverkehr nutzen wollten oder wegen der Trockenheit nicht gegrillt werden durfte und deshalb frische Lebensmittel nicht so gefragt waren in diesem Jahr?

Jaritz steht mit dem Veranstalter auch hinsichtlich der Infrastruktur in engem Austausch. Transportkosten, Energiebeschaffung und die allgemeinen Kostensteigerungen beschäftigen die Festivalmacher. "Wir können die Preise nicht endlos steigern", hatte Lorz bereits im Vorfeld gesagt. Gemeinsam Konzepte entwickeln - das gilt auch für das Herzbergfestival, damit auch in den nächsten Jahren immer wieder dieses schöne Gefühl der Leichtigkeit da ist. Das nächste Herzbergfestival ist vom 27. bis 30. Juli 2023 bereits fest eingeplant. (Hans-Hubertus Braune) +++

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