Von der Seilbahn bis zum E-Bike

Karsten Backhaus stellt Verkehrskonzept vor: Bahnhof als Dreh- und Angelpunkt

Bürgermeisterkandidat Karsten Backhaus (CDU) zeigt auf das Bahnschild vor dem Bahnhof in Bad Hersfeld
Fotos: Hans-Hubertus Braune

08.04.2022 / BAD HERSFELD - Die Zusage der Bahn-Planer für den Fernbahnhof in Bad Hersfeld hat die Diskussionen zum Verkehr in der Kreisstadt und in der Region angekurbelt. Zusammen mit den aktuellen Herausforderungen in Europa und der Welt, dem Klimawandel und den Energiepreisen rückt die Frage der Mobilität zunehmend in den Mittelpunkt. Bürgermeister Thomas Fehling hat das Thema ebenfalls im Blick, zum Beispiel forciert er die Möglichkeiten der autonomen Fahrzeuge.

Mit André Stenda aus Hohenroda, Carl Christoph Möller aus Schenklengsfeld und Timo Heussner aus Philippsthal an der Werra wollen drei weitere Bürgermeister den Nahverkehr zwischen Heimboldshausen über Schenklengsfeld nach Bad Hersfeld neu denken.

Am Mittwoch stellte Bürgermeisterkandidat Karsten Backhaus sein Verkehrs- und Mobilitätskonzept "Bad Hersfeld 2035" vor. Der Christdemokrat möchte die verschiedenen Möglichkeiten der Mobilität in den Fokus stellen. Er kann sich einen Mix aus verschiedenen Fortbewegungsmitteln vorstellen. Ziel sei es, die Kohlendioxid-Neutralität bis zum Jahr 2035 zu erreichen.

Zentraler Busbahnhof neben dem Bahnhof

Für den Schulleiter der Modellschule Obersberg soll der Bahnhof in Bad Hersfeld zum "Dreh- und Angelpunkt" ausgebaut werden. Er soll praktisch das Herz für Stadt, Stadtteilen und die gesamte Region werden. Backhaus spricht sich für einen zentralen Busbahnhof aus und möchte den Busknoten in der Breitenstraße lösen. Aber auch für Radfahrer und Fußgänger müsse der Bahnhof als Ausgangspunkt attraktiver werden. Für die Radfahrer kann er sich den Ausbau der Radwege aus den Nachbarkommunen und den Stadtteilen auf Fahrradschnellwegen vorstellen. Dazu gehöre auch der Ausbau von Fahrradparkplätzen und Ladestationen für E-Bike-Akkus, etwa auf dem Marktplatz in Bad Hersfeld.

Zum Gesamtkonzept gehöre außerdem, die Bahnstrecken Bad Hersfeld-Schenklengsfeld sowie Bad Hersfeld nach Niederaula und Breitenbach am Herzberg zu reaktivieren. Ob autonome Fahrzeuge nach Schenklengsfeld eine Rolle spielen können, müsse geprüft werden. "Mir fehlt ein wenig der Glaube daran", sagt Backhaus im OSTHESSEN|NEWS-Gespräch. Backhaus macht deutlich, dass alle Verkehrsmittel und Transportmittel geprüft und gegebenenfalls genutzt werden sollen.

Seilbahnlösungen im Stadtgebiet

Gerade auch in der Innenstadt müsse für eine Entlastung des Verkehrs gesorgt werden. Etwa im Zusammenhang mit der Erweiterung am Klinikum, der Breitenstraße mit dem "Busrendevous" und dem Marktplatz mit seinen 285 Parkplätzen. Zudem sollen Tempolimits in den Wohngebieten geprüft werden. Backhaus kann sich auch Seilbahnlösungen im Stadtgebiet vorstellen. In Bonn, München, Augsburg oder dem Rhein-Main-Gebiet gibt es ähnliche Projekte. Die Stadtteile Asbach, Kohlhausen und Beiershausen möchte Backhaus an das Stadtbusnetz anknüpfen.

Ein weiterer Punkt: Beim Gehweg-Konzept möchte Backhaus die Barrierefreiheit etwa für Eltern mit Kinderwagen und älteren Menschen zum Beispiel mit Rollator verbessern.

Der Bürgermeisterkandidat ist sich sicher, dass Autos - egal mit welchem Antrieb wie Elektro oder Wasserstoff - weiterhin das Verkehrsmittel auf dem Land bleiben werden. Deshalb gehören auch Straßenreparaturen zum Konzept. Bei allen Straßen- und Brückenbaumaßnahmen müsse künftig das Verkehrsmittel Fahrrad berücksichtigt werden.

Kasten Backhaus möchte das Verkehrs- und Mobilitätskonzept Bad Hersfeld in der Gesamtheit denken. Dazu will er die politischen Gremien, die Bürgerinnen und Bürger, Interessensverbände, Nahverkehrsgesellschaften, Stadtmarketing und die übergeordneten Behörden bis hin zum Bund an dem Konzept beteiligen. (Hans-Hubertus Braune) +++

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