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FZ-Forum im Lüderhaus

Zwei Kandidaten, viele Ideen: Was Fritzsch und Bullegato planen

Beim FZ-Forum in Großenlüder: v.l.: Victoria Bullegato, Andreas Ungermann und Florian Fritzsch
Fotos: Christian Schmitt

03.11.2026 / GROßENLÜDER - Rund 400 Bürger aus Großenlüder (Kreis Fulda) kamen am Montag ins Lüderhaus: Beim Wahlforum der Fuldaer Zeitung (FZ) stellten sich Amtsinhaber Florian Fritzsch (44, parteilos) und Viktoria Bullegato (45, FREIE WÄHLER) den Fragen von FZ-Redakteur Andreas Ungermann und natürlich den der Großenlüderer.



Innerhalb kurzer Zeit waren die Karten weg. Das berichtet der Chefredakteur der Fuldaer Zeitung, Tobias Farnung, zu Beginn der Veranstaltung. Das zeigt: Das Interesse für die Bürgermeisterwahl am 15. November ist hoch.

"Die Kandidatur ist inspiriert durch unsere Nachbargemeinde Wartenberg. Dort stand lange Zeit nur ein Kandidat zur Verfügung. Das fand ich undemokratisch. Wer geht denn noch wählen, wenn da nur ein Name steht? In Großenlüder war es genauso, deshalb habe ich mich aufstellen lassen", sagt Bullegato zu ihren Beweggründen. Amtsinhaber Florian Fritzsch betont, dass er schon immer ein nahbarer Bürgermeister sein wollte.

Bullegato setzt im Wahlkampf unter anderem auf den Nahverkehr - den will sie ausbauen. "Wir müssen einen besseren Nahverkehr für Jung und Alt schaffen", sagt sie. Und die Kandidatin geht noch weiter: "Ist es denn so kompliziert, dass der Bus stündlich seine Runden dreht? Es braucht eine zuverlässige Anbindung. Ich wäre schon mit einem Nachtbus in Großenlüder zufrieden. Ich finde, das muss auch sein." Der Amtsinhaber macht dagegen deutlich: "Die Frage beschäftigt die Menschen von klein bis groß. Es ist Luft nach oben, aber nur drauf zu pochen, dass es schlecht ist, bringt uns keinen Zentimeter weiter. Der Plan dazu ist in der Aufstellung und das Thema der Finanzen kam bisher noch gar nicht aufs Tableau." Er fordert eine verlässliche Anbindung auch von den Ortsteilen in den Kernort.

Bahnhof, demografischer Wandel und Wirtschaftsstandort

Mit Blick auf den demografischen Wandel erklärt der Amtsinhaber Fritzsch: "Es gilt zu diskutieren, wie wir diesen verlangsamen können. Wenn ich in sechs Jahren auf Großenlüder blicke, hoffe ich, dass wir sagen können, dass wir Antworten darauf gefunden haben und auch, dass wir eine wehrhafte Demokratie haben, in der sich Menschen politisch einbringen." Bullegato ergänzt: "Wir sind sehr attraktiv bei jungen Familien. In sechs Jahren würden wir zurückblicken und sagen, dass wir mehr Zuzug haben, weil die Menschen wieder aufs Land wollen."

Ein großes Thema in der Gemeinde ist der Bahnhof und dessen Umfeld. "Wir brauchen eine Aufenthaltshalle", sagt Bullegato. Den Bahnhofsplatz will sie dazu mit Festen beleben. Der Bürgermeister erklärt: "Nächstes Jahr geht es darum, wie wir diese Flächen entwickeln wollen. Es geht darum, dass die Flächen erstmal strukturiert werden. Der Lokschuppen ist denkmalgeschützt. Die mögliche Nutzung ist sehr eingeschränkt. Das Bahnhofsgebäude ist in Privatbesitz und da tut sich mittlerweile was."

Bei der Entwicklung des Wirtschaftsstandortes der Gemeinde betont Fritzsch: "Wir haben eine sehr verlässliche Gewerbesteuer, da bin ich sehr dankbar. Hier werden Arbeitsplätze gesichert, es geht deshalb auch darum, die Rahmenbedingungen der Gewerbebetreibeenden zu verbessern." In der kommenden Woche soll außerdem in der Gemeindevertretersitzung über ein neues Gewerbegebiet gesprochen werden. Die Unternehmerin Bullegato sieht das ähnlich: "Wir müssen neue Gewerbegebiete erschließen und die Unternehmer vor Ort ernst nehmen. Wo genau neue Gebiete erschlossen werden können, muss man schauen."

Ein Fazit

Abschließend mussten die beiden Kandidaten einige Sätze vervollständigen. Zum Beispiel diesen: In Großenlüder fehlt mir noch...: Bullegato: "In Müs ein Bus nach Großenlüder", Fritzsch: "Eine inklusive Spielfläche für soziale Interaktion miteinander." Danach hatten die Großenlüderer die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Die Themen: Mobilität, der Digitalauftritt der Gemeinde oder eine mögliche Fusion der Gemeinde mit Bad Salzschlirf.

Grundsätzlich verlief der Abend ohne größere hitzige Auseinandersetzungen. Fritzsch nahm mehr Redezeit in Anspruch, auch weil er kommunale Abläufe und laufende Planungen erläuterte. Bei der Diskussion über den kommunalen Haushalt wurde zugleich deutlich, dass die Kandidaten unterschiedliche berufliche Hintergründe und Erfahrungen mitbringen. Zum Abschluss gab es eine Probeabstimmung. Das Ergebnis veröffentlicht die Fuldaer Zeitung am Dienstag. (Moritz Pappert) +++

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