Das sagen die Kontrahenten
Plakat-Zoff im Wahlkampf: Bricht Bürgermeister Fritzsch die eigenen Regeln?
Fotos: Felix Weigl
06.10.2026 / GROßENLÜDER -
Kaum hat der Wahlkampf um das Bürgermeisteramt in Großenlüder begonnen, gibt es den ersten Ärger. Das Team von Amtsinhaber Florian Fritzsch (parteilos) soll seine Wahlplakate bereits am Abend des 3. Oktober aufgehängt haben, also Stunden vor dem offiziell erlaubten Beginn. Den Hinweis erhielt unsere Redaktion von Lesern. Ein OSTHESSEN|NEWS-Reporter dokumentierte den Vorgang noch in der Nacht mit Fotos. Fritzschs Kontrahentin Viktoria Bullegato (Freie Wähler) zeigt sich irritiert, will die Sache aber nicht überbewerten.
Wann und in welcher Form im öffentlichen Raum plakatiert werden darf, regelt die Gemeinde. Für die anstehende Bürgermeisterwahl hatte die Straßenverkehrsbehörde den Beginn der Wahlplakatierung auf den 4. Oktober 2026 festgelegt. Plakate durften also frühestens ab Mitternacht hängen. Brisant ist der Fall, weil die Straßenverkehrsbehörde Teil der Gemeindeverwaltung ist, an deren Spitze Fritzsch selbst steht. Dass Wahlkampfteams vor der festgelegten Zeit loslegen, kommt allerdings immer wieder vor, und zwar quer durch alle politischen Lager.
Fritzsch: "Das hätte nicht geschehen dürfen"
Fritzsch räumt den Verstoß auf Anfrage von OSTHESSEN|NEWS ein. Die zeitliche Vorgabe habe selbstverständlich auch für ihn als Kandidaten gegolten. "Das hätte nicht geschehen dürfen. Dafür übernehme ich die Verantwortung." Den Vorwurf, sich bewusst einen Vorteil verschafft zu haben, weist er jedoch zurück. Der frühere Beginn habe organisatorische Gründe gehabt. Als parteiloser Kandidat werde er vor allem von Familie und Freunden unterstützt. Weil er am Morgen des 4. Oktober bereits einen offiziellen Termin gehabt habe, habe er seinen Helfern nicht zumuten wollen, mitten in der Nacht zu plakatieren. Bullegato: "Wir haben in Großenlüder wichtigere Fragen zu lösen"
Bullegato findet es nach eigenen Worten "bemerkenswert", dass ausgerechnet derjenige die Vorgaben nicht einhalte, der die Genehmigung selbst erteilt habe. Ihr Team habe sich an die Regeln gehalten und sei deshalb von Mitternacht bis etwa fünf Uhr morgens unterwegs gewesen. "Ich bin sicher, meine Unterstützer hätten ihre Plakate auch lieber zu einer normalen Uhrzeit aufgehängt."Ob der verfrühte Plakatstart Folgen hat, ist offen. Für die Einhaltung der Vorgaben ist nach Angaben von Fritzsch die Gemeinde zuständig, also die Verwaltung, die er selbst leitet. (mmb) +++
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