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Gen-Z-Demo in Frankfurt

Nach der Eskalation: Gewalt ächten, die junge Generation anhören

Eskalation in Frankfurt bei der Gen-Z-Demo am Samstag
Fotos: 5Vision

01.11.2026 / KOMMENTAR - Eins muss nach der Gen-Z-Demo am Samstag in Frankfurt, aber auch in Hamburg oder Köln, klar sein: Gewalt gegen Polizisten ist nicht zu rechtfertigen. Wer Steine oder Flaschen wirft, gefährdet Menschen und schadet denjenigen, die friedlich für ihre Anliegen demonstrieren. Dafür gibt es keine Entschuldigung. Auch nicht die berechtigte Sorge um die eigene Zukunft.



Die Verantwortlichen müssen für ihre Taten zur Rechenschaft gezogen werden. Den verletzten Polizisten gilt unsere Anteilnahme.

Trotzdem: Nach der Eskalation bei der Gen-Z-Demonstration nur über Bilder der Gewalt zu sprechen, wäre zu wenig. Hohe Lebenshaltungskosten, Bildungschancen und die Diskussion über eine mögliche Wehrpflicht betreffen junge Menschen unmittelbar. Ihre Probleme verschwinden nicht mit der Auflösung eines Protestzugs.

Dabei muss unterschieden werden: Wer friedlich demonstriert, darf nicht für Gewalttäter in Haftung genommen werden. Umgekehrt darf niemand Angriffe mit allgemeinem Frust entschuldigen.

Jetzt ist Deeskalation auf beiden Seiten dringend nötig. Ein Blick nach Frankreich zeigt, wozu verhärtete Fronten führen können. Veranstalter müssen noch stärker auf einen friedlichen Protest hinwirken. Die Polizei muss Menschen schützen und verhältnismäßig handeln.

Politik, Vertreter der jungen Generation, Organisatoren und Polizei gehören so schnell wie möglich an einen Tisch! Um weitere Eskalationen zu verhindern, aber auch, um über die Anliegen hinter dem Protest zu sprechen. Miteinander statt übereinander. Nur so kann demokratische Politik funktionieren.

Dass es jungen Menschen gutgeht, muss im Interesse jeder Regierung liegen. Wer sich dauerhaft übergangen fühlt, kann sich abwenden und Antworten bei den Extremen links und rechts suchen. Die jüngsten Wahlergebnisse und Umfragewerte sprechen auch hier eine deutliche Sprache. All das entschuldigt keine Radikalisierung. Aber: Es verpflichtet die Politik, Menschen nicht aus dem Blick zu verlieren.

Nach Samstag braucht es deshalb mehr als gegenseitige Vorwürfe: eine klare Grenze gegen Gewalt und ernsthafte Gespräche, aus denen nachvollziehbare politische Schritte werden.

Dass es auch anders geht, zeigen die Demonstrationen in Freiburg mit rund 3.500 Menschen und die Kundgebung am Brandenburger Tor in Berlin mit etwa 5.000 Teilnehmern. (Karl Kovacs) +++

O|N-Redaktionsleiter Karl Kovacs
Foto: Laura Struppe


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