Die Kandidaten im Interview
"Gestalten, nicht nur verwalten": Viktoria Bullegato will Bürgermeisterin werden
Fotos: Moritz Pappert
05.11.2026 / GROßENLÜDER -
Zwei Kandidaten treten am 15. November bei der Bürgermeisterwahl in Großenlüder (Kreis Fulda) an. Neben Amtsinhaber Florian Fritzsch (parteilos) geht auch Viktoria Bullegato ins Rennen. Sie tritt für die FREIEN WÄHLER an. OSTHESSEN|NEWS stellt die Kandidaten vor. Heute: Viktoria Bullegato.
Die 45-Jährige hat in den USA Finanzwirtschaft studiert, dort viele Jahre gelebt, ein Unternehmen gegründet und viele internationale Erfahrungen gesammelt. Mit ihrer Familie lebt sie seit 2013 im Ortsteil Müs. Ursprünglich stammt sie aus Mannheim, ihre familiären Wurzeln reichen jedoch bis in die Region Fulda. Ihre Mutter wurde in Stockhausen geboren, ihr Ur-Urgroßvater hat in Herbstein den Männerchor "Bruderliebe" gegründet. Die 45-Jährige setzt auf mehr Bürgernähe, neue Ideen für die Gemeinde und eine stärkere wirtschaftliche Entwicklung. Mitglied ist sie bei den FREIEN WÄHLERN.
Sollte sie zur Bürgermeisterin gewählt werden, will sie das operative Geschäft ihrer Firma abgeben. Das Amt sei ein Vollzeitjob, der ihre volle Aufmerksamkeit erfordere. Die Nachfolge im Unternehmen sei bereits grundsätzlich vorbereitet. Zwischen der Wahl am 15. November und dem geplanten Amtsantritt im April bleibe zudem Zeit, die Übergabe zu organisieren. Politisch war Bullegato zunächst parteilos. Inzwischen ist sie den FREIEN WÄHLERN beigetreten. Sie begründet diesen Schritt unter anderem mit dem Wunsch nach fachlicher Unterstützung und kommunalpolitischen Kontakten. "Außerdem kann ich mich mit den Grundsätzen der FREIEN WÄHLER identifizieren."
Darüber hinaus sieht die Bürgermeisterkandidatin weitreichenden Handlungsbedarf bei verschiedenen Themen. Etwa dem öffentlichen Nahverkehr, der medizinischen Versorgung vor Ort durch eine Gemeindekrankenschwester und Smart-City-Konzepte. Was ihr außerdem wichtig ist: eine klare Kommunikation. Eine gute Bürgermeisterin müsse offen kommunizieren, transparent arbeiten und erreichbar sein. Dazu gehörten für sie auch offene Sprechstunden in den Ortsteilen. Ihr Credo: "Kommt alle an den Tisch und irgendwie finden wir eine Lösung."
Was viele Menschen über sie nicht wüssten: Während der Corona-Pandemie betrieb Bullegato in Müs ein Testzentrum auf dem eigenen Grundstück. "Auf der Veranda wurde registriert und getestet und das Resultat wurde am Fenster abgeholt", erklärt die 45-Jährige. Sie habe das Angebot geschaffen, weil es auf dem Land aus ihrer Sicht nicht genügend Möglichkeiten gegeben habe, sich regelmäßig testen zu lassen.
Einem jungen Menschen, der aus Großenlüder wegziehen will, würde sie raten: "Geht raus in die Welt und kommt wieder." Das Problem sei eher, dass es nicht genügend Wohnraum und Bauplätze in der Gemeinde gibt. "Wir haben eine super Anbindung, wir haben Grünflächen und eine starke Gemeinschaft. Das ist unheimlich attraktiv."
Wenn sie nach ihrer Amtszeit auf ihre Zeit als Bürgermeisterin zurückblickt, würde sie gerne über sich sagen, dass sie einen beachtlichen Teil ihrer Wahlkampfthemen umsetzen konnte. "Dass ich meinem Wort treu geblieben bin. Ich will das umsetzen, was ich angekündigt habe", so Bullegato abschließend. (Moritz Pappert) +++
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