Prozessauftakt am Montag
Mädchen im Freibad sexuell belästigt? Zwei Männer stehen heute vor Gericht
Archifoto: O|N/Moritz Pappert
26.10.2026 / GELNHAUSEN -
Die mutmaßlichen sexuellen Übergriffe auf mehrere minderjährige Mädchen in einem Freibad in Gelnhausen im Main-Kinzig-Kreis hatten im vergangenen Jahr für großes Aufsehen gesorgt. Nun wird der Fall vor Gericht verhandelt: Am Montag soll vor dem Amtsgericht Gelnhausen der Prozess gegen zwei Männer beginnen. Ihnen wird vorgeworfen, mehrere Mädchen im Alter zwischen 13 und 15 Jahren sexuell belästigt zu haben.
Die beiden Angeklagten besitzen die syrische Staatsangehörigkeit und waren zum Zeitpunkt der Anklageerhebung im November 2025 18 beziehungsweise 28 Jahre alt. Verhandelt wird vor dem Jugendgericht, da der jüngere Angeklagte strafrechtlich als Heranwachsender gilt.
Mädchen sollen im Schwimmbecken belästigt worden sein
Die Vorwürfe beziehen sich auf einen Vorfall am 22. Juni 2025 im Barbarossabad in Gelnhausen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll der jüngere Angeklagte einem damals 13 Jahre alten Mädchen an das Gesäß gefasst haben. Einer 14-Jährigen soll er an Brust und Gesäß gefasst haben (OSTHESSEN|NEWS berichtete damals mehrfach).Darüber hinaus wird ihm vorgeworfen, eine 15-Jährige im Schwimmbecken gegen ihren ausdrücklichen Willen am Bein festgehalten und von hinten an ihrem Bikinioberteil gezogen zu haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm deshalb sexuelle Belästigung in zwei Fällen sowie Nötigung in einem Fall vor. Auch der zweite Angeklagte muss sich wegen des Vorwurfs der sexuellen Belästigung verantworten. Der damals 28-Jährige soll einer 14-Jährigen an das Gesäß gefasst haben.
Prozess musste wegen Erkrankung verschoben werden
Eigentlich hätte der Fall bereits im Frühjahr vor Gericht verhandelt werden sollen. Der ursprünglich für April geplante Prozessauftakt wurde jedoch abgesagt, weil der zuständige Richter erkrankt war. Auch weitere Verhandlungstermine konnten nicht stattfinden. Nun soll das Verfahren mit mehreren Monaten Verzögerung beginnen. Im Zuge der Ermittlungen hatte die Polizei unter anderem Wohnungen durchsucht. Außerdem wurden den betroffenen Mädchen Fotos vorgelegt, anhand derer sie mögliche Tatverdächtige identifizieren sollten. Zunächst wurde auch gegen drei weitere Männer ermittelt. Diese Verfahren wurden inzwischen eingestellt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft lagen in diesen Fällen keine ausreichenden Hinweise auf strafrechtlich relevantes Verhalten vor.Vorfälle lösten politische Diskussion aus
Die mutmaßlichen Übergriffe hatten weit über Gelnhausen hinaus für Aufmerksamkeit gesorgt und eine Debatte über Sicherheit in Schwimmbädern ausgelöst. Besonders wurde dabei Bürgermeister Christian Litzinger (CDU) kritisiert. In einem Interview mit WELT TV sagte Litzinger damals: "Bei hohen Temperaturen liegen die Gemüter manchmal blank." Nach einem regelrechten Shitstorm entschuldigte er sich in einem Statement (O|N berichtete).
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