Nach Massenaustritten

BSW-Fraktion im Thüringer Landtag vor der Auflösung

Nach den massiven Austritten aus dem Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) steht nun auch die BSW-Fraktion im Thüringer Landtag vor dem Aus. Die bisherige Fraktion soll laut der "Bild" am Mittwoch aufgelöst werden.
Foto: picture alliance / Chris Emil Janßen | Chris Emil Janssen

07.09.2026 / ERFURT - Nach den massiven Austritten aus dem Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) steht nun auch die BSW-Fraktion im Thüringer Landtag vor dem Aus. Die bisherige Fraktion soll laut der "Bild" am Mittwoch aufgelöst werden. Anschließend ist die Gründung einer neuen Fraktion geplant. Damit wollen die aus dem BSW ausgetretenen Abgeordneten die Regierungskoalition mit CDU und SPD fortsetzen.



Hintergrund sei das Zerwürfnis zahlreicher Thüringer BSW-Politiker mit der Bundespartei um Sahra Wagenknecht. Zehn ehemalige BSW-Abgeordnete haben angekündigt, die Landesregierung von Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) auch nach ihrem Parteiaustritt weiter unterstützen zu wollen.

Damit steht die sogenannte Brombeer-Koalition aus CDU, SPD und den bisherigen BSW-Vertretern zwar vor einer grundlegenden Neuordnung, soll nach dem Willen der Beteiligten aber weiterregieren. Eine neue Fraktion der ausgetretenen Abgeordneten soll dafür die parlamentarischen Voraussetzungen schaffen.

Neue Partei um Katja Wolf

Parallel dazu haben frühere Spitzenvertreter des Thüringer BSW eine neue politische Heimat geschaffen. Die aus dem BSW ausgetretenen Politiker um Thüringens Finanzministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin Katja Wolf gründeten am Sonntag die Partei "Thüringen.Gerecht". Wolf wurde zur Vorsitzenden gewählt. Sie hatte zuvor selbst an der Spitze des Thüringer BSW gestanden. Der Konflikt zwischen Teilen des Thüringer Landesverbandes und der Bundespartei hatte sich zuvor immer weiter zugespitzt. Mit den Parteiaustritten und der Neugründung vollzieht sich nun auch organisatorisch der Bruch mit dem BSW.

Schwierige Mehrheitsverhältnisse bleiben

Für die Landespolitik ist die Entwicklung von erheblicher Bedeutung. Seit Ende 2024 regiert in Thüringen die bundesweit bislang einmalige Koalition aus CDU, BSW und SPD. Schon bislang verfügte das Regierungsbündnis allerdings über keine eigene Mehrheit im Thüringer Landtag. An dieser schwierigen Ausgangslage ändert auch die geplante Neuorganisation der ehemaligen BSW-Abgeordneten nichts. Die Regierung bleibt bei wichtigen Entscheidungen auf zusätzliche Stimmen außerhalb des eigenen Lagers angewiesen. (ms) +++

Parallel dazu haben frühere Spitzenvertreter des Thüringer BSW eine neue politische Heimat geschaffen. Die aus dem BSW ausgetretenen Politiker um Thüringens Finanzministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin Katja Wolf gründeten am Sonntag die Partei \"Thüringen.Gerecht\".
Foto: picture alliance/dpa | Jacob Schröter

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