Kein neuer Pächter in Sicht
Sanierung oder Abriss? Grillenburg wird zum Zankapfel in der Stadt
Fotos: Martin Engel
03.02.2026 / FULDA -
Die Grillenburg in Lehnerz sorgt weiter für Streit und Diskussionen. Nachdem der langjährige Pächter sein Restaurant und Hotel im Jahr 2020 aufgegeben hat, steht das historische Gebäude aus dem Jahr 1887 nun leer. Die Stadt Fulda kämpft mit der Frage: Sanierung, Abriss oder eine neue gastronomische Nutzung? Die Stimmung ist angespannt, und zwischen den Verantwortlichen herrscht offenbar Uneinigkeit über den richtigen Weg. Der Oberbürgermeister hat das Thema zur Chefsache gemacht.
Ernst Sporer von den Grünen brachte in der Stadtverordnetenversammlung am Montag die Sorgen vieler Lehnerzer auf den Punkt: "Inzwischen hat sich die Grillenburg zu einem Zankapfel zwischen dem Ortsbeirat und der Stadt Fulda entwickelt." Er wollte wissen, ob es nach der Kündigung des Pächters eine Neuausschreibung gab, ob gastronomische Interessenten existieren und welche Gründe bisher für eine Verpachtung durch die Stadt gesprochen haben.
Sanierungsfall Grillenburg
Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) erläuterte, dass die Grillenburg dringend saniert werden müsse. Der Pachtvertrag war bereits zum 30. September 2020 vom damaligen Pächter gekündigt worden, und ein Nachfolger für die Gastronomie konnte zunächst nicht gefunden werden. Zwar gab es zwischenzeitlich einen Interessenten, doch dieser entschied sich kurze Zeit später, das Vorhaben nicht weiterzuverfolgen. Wingenfeld: "Nicht realistisch, einen Pächter zu finden, der die erforderlichen Investitionen aufbringen möchte"
Wingenfeld betonte, dass die Stadt grundsätzlich offen für Interessenten sei, die in der Grillenburg gastronomisch tätig werden wollen. Wer bereit ist, dort einen Betrieb zu eröffnen, könne sich jederzeit bei der Verwaltung melden. Eine grundsätzliche Ablehnung einer Verpachtung gebe es nicht, und der Wunsch nach einer Gastronomie sei nachvollziehbar. Gleichzeitig machte Wingenfeld aber deutlich: "Die Entwicklung zeigt, dass es nicht realistisch ist, einen Pächter zu finden, der die erforderlichen Investitionen aufbringen möchte." Die Stadt könne Anreize schaffen, müsse aber erkennen, dass ein erfolgreicher Betrieb in diesem historischen Gebäude vor allem vom Engagement und den finanziellen Möglichkeiten potenzieller Pächter abhängt.
Widersprechen sich Stadtbaurat und Oberbürgermeister?
Kritisch wird vor allem die Haltung von Stadtbaurat Daniel Schreiner gesehen, der einer gastronomischen Nutzung der Grillenburg offenbar skeptisch gegenübersteht. Für viele im Ortsbeirat wirkt es so, als blockiere er eine Lösung, die das historische Gebäude wiederbeleben könnte. Ernst Sporer von den Grünen machte seine Verwunderung deutlich: "Die Ausführungen des Oberbürgermeisters klingen anders, als der Stadtbaurat in den letzten Sitzungen behauptet hat."
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