Bowl und Extrawurst in Kürze

Ansturm auf das Quartier: Neues Konzept für mehr Leben im Stadtviertel

Quartiersmanager Rick Fröhnert, die Vorstände Thomas Balk und Hartmut Apel (VR-Bankverein) sowie Jörg Brack von der Landbäckerei Brack (von links) freuen sich über die Eröffnung vom Quartier in Bad Hersfeld
Fotos: Hans-Hubertus Braune

16.01.2026 / BAD HERSFELD - Bad Hersfeld hat einen neuen Anziehungspunkt: In der lange Zeit verwaisten Antoniengasse hat das Quartier eröffnet. Der VR-Bankverein verfolgt mit dem Quartier ein modernisiertes Dienstleistungskonzept. Mehrere gastronomische Angebote, ein Bio-Lebensmittelladen, Waschsalon, Lounges und Eventflächen bieten vielfältige Möglichkeiten, um unter anderem die Mittagspause zu verbringen oder nachts einzukaufen.



Mit der Umgestaltung des einstigen Herkules-Marktes zu einem modernen, offenen Multifunktionszentrum verfolgt der VR‑Bankverein das Ziel, einen neuen, nachhaltigen Impuls für die Stadtentwicklung zu setzen. Die Lage zwischen Bahnhof und Innenstadt soll auch Bahnreisende anlocken.

Der LoKarl-Markt hat 24 Stunden rund um die Uhr geöffnet. Mit einer Bankcard kann der Kunde jederzeit dort einkaufen, nebenan seine Wäsche waschen oder im Personal-Gym im Obergeschoss trainieren. Das Auto wartet derweil auf einem der insgesamt 288 Plätze im Parkhaus. Die Einfahrt erfolgt ohne Schranke bei digitaler Erfassung des Kennzeichens.Das Quartier verknüpft digitale Servicemöglichkeiten mit stationären Angeboten. Vielleicht ist dies die passende Antwort auf die Verödung der Innenstädte und zieht mehr Menschen in die Stadt. Zwischen City-Galerie, dem Modehaus Sauer als Qualitäts-Anker ist der Einzelhandel schon sehr ausgedünnt. Wer keine Brille oder ein Hörgerät braucht, wird sich in der Fußgängerzone fast schon langweilen. Das Café Twins bietet hier eine Ausnahme.

Hier waren es zwei junge Frauen, die mit frischen Ideen eine überaus erfolgreiche Neueröffnung feierten. Das Quartier geht ebenso neue Wege. Der LoKarl-Markt bietet Bioartikel, insbesondere auch von verschiedenen heimischen Betrieben und Höfen. Der Kunde zahlt mit seiner Bankcard, unabhängig davon, bei welcher Bank er Kunde ist. Mit der "VReddy"-App kann der Kunde seine Waren direkt scannen und auf Wunsch auch bezahlen. Zu den "normalen" Öffnungszeiten kümmert sich das Personal um mögliche Fragen der Kunden.

Landbäckerei Brack eröffnet zehnte Filiale

Gegenüber dem LoKarl hat die Landbäckerei Brack ihre zehnte Filiale eröffnet. Mehr sollen nicht dazu kommen. "Wir sind eine kleine Bäckerei und legen viel Wert auf die Qualität unserer Produkte", sagt Geschäftsführer Jörg Brack. Der Andrang ist an diesem Donnerstag groß, die Plätze in seinem Café gefragt. Neben dem klassischen Feingebäck sowie Brot- und Brötchensorten gibt es im Quartier unter anderem warme belegte Brote für das Frühstück oder die Mittagspause. Wer lieber Spieße, Suppen und Eintöpfe mag, ist im Quartiersgrill gut aufgehoben. Dort kocht künftig Robin König. Das modern und doch gemütlich eingerichtete Lokal befindet sich direkt neben dem VR-Forum, welches rund 60 bis 70 Leuten Platz zum Verweilen bietet. Hier werden unter anderem auch die Abfahrtszeiten der Züge angezeigt, der Bahnhof ist in unmittelbarer Nähe. Die verschiedenen Eventflächen können übrigens auch separat gebucht werden.

"Wir kochen ausschließlich mit Bio-Produkten vom LoKarl", sagt König im OSTHESSEN|NEWS-Gespräch. Der Kunde werde am Eingang empfangen, und könne sich kostenfrei Wasser zapfen, während sein Essen zubereitet werde. "Wenn er mag, kann der Gast auch sein Bier selbst zapfen, das Bier muss natürlich bezahlt werden", erzählt König weiter. In Kürze öffnet der Quartiersgrill, ein paar Restarbeiten sind noch zu erledigen.

Bowl und Extrawurst: Franchisenehmer im Insolvenzverfahren

Ziemlich ärgerlich ist, dass zwei weitere Gastrobetriebe kurzfristig ihre Eröffnung verschieben mussten. Der Grund ist ein Insolvenzverfahren des Franchisenehmers ExtraSimply UG (haftungsbeschränkt), vertreten durch Geschäftsführer Björn Tkocz. Davon sind jedoch weder das Quartier noch die jeweiligen Franchisegeber betroffen. Nach O|N-Informationen wurde bereits ein Nachfolger gefunden und die beiden Lokale sollen in den nächsten 14 Tagen öffnen. Sie sind komplett eingerichtet, sogar der Probebetrieb lief schon.

Neben der Gastro gehören das reActive-Personal-Gym und Pilina-Pilates zum Angebot. "Im Prinzip ist das ganze Konzept des Studios darauf ausgelegt, die Lücke zwischen Fitnessstudio und Personaltraining zu schließen. Unser Studio ist aber eher an das Personaltraining angelehnt", sagt Personal Trainer Phillipp Schönrock. Die Kunden hätten unterschiedliche Zielsetzungen und würden entsprechend sinnvoll durch das Training an ihre Ziele herangeführt. Jeweils von 8:30 Uhr bis 13 Uhr und von 16 Uhr bis 19:30 Uhr sind werktags Trainer im Studio für die persönliche Betreuung da, ansonsten kann jederzeit frei trainiert werden. Auch beim Pilates ist die Nachfrage groß.

Liebhaberfahrzeuge und Bubble-Besprechungsraum

Exklusiv ist dagegen das Angebot im Kellergeschoss, hier können Parkflächen für Oldtimer und hochwertige Liebhaberfahrzeuge gebucht werden. Ein echtes Highlight im Untergeschoss des Classic Depots: Die Bubble, ein mit Unterdruck aufgeblasener Besprechungsraum, bietet einen außergewöhnlichen Ort für Meetings, kreative Brainstormings oder kleine Veranstaltungen in einem inspirierenden Umfeld.

"Wir freuen uns natürlich, dass wir heute endlich nach all den Jahren eröffnen können. Es ist schön, dass wirklich was los ist", sagt Thomas Balk. Er ist zusammen mit seinem Vorstandskollegen Hartmut Apel und Quartiersmanager Rick Fröhnert vor Ort und begrüßt die Gäste. Immer wieder hatten verschiedene Herausforderungen wie Bauverzögerungen, Lieferengpässe und unvorhersehbare, zusätzliche Arbeiten den Start verzögert. Zuletzt kamen dann noch die schlechten Finanznachrichten eines Franchiseunternehmens dazu.

Das Quartier ist das dritte Großprojekt vom VR-Bankverein in Bad Hersfeld. Dazu zählen auch das Timberjacks-Restaurant und die BattleKart-Bahn. Beides zieht viele auswärtige Gäste in die Stadt. Mit dem Quartier soll das Viertel rund um die Antoniengasse aufgewertet werden. "Wir sind froh, dass wir mit dem Quartier einen maßgeblichen Beitrag zur Stadtentwicklung leisten können. Das Antoniengassenviertel wird mit dem mit Abstand größten Objekt in dem Viertel komplett revitalisiert", sagte Balk weiter.

Das Quartier verfolgt also einen neuen, einen modernen Ansatz. Nun wird es darauf ankommen, wie offen die Gesellschaft für dieses neue Angebot tatsächlich ist. (Hans-Hubertus Braune) +++

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