Handball-Saisonvorschau (3)

Von einer Favoritenrolle will die HSG nichts wissen

Die HSG Großenlüder/Hainzell als Titelfavorit? Davon will Trainer Joachim Bug (m.) nichts wissen.
Archivfoto: Jonas Wenzel (Yowe)

12.09.2019 / GROßENLÜDER - Im ersten Jahr unter Trainer Joachim Bug landete Handball-Landesligist HSG Großenlüder/Hainzell sportlich auf dem vierten Rang, nach dem Punktabzug für den TV Hersfeld stand am Ende Rang drei zu Buche. Nun wird, weil Übermannschaften wie Vellmar oder Melsungen II fehlen, die HSG als eine der Titelkandidaten genannt. 

Davon will Joachim Bug aber nichts wissen, tritt diesen Einschätzungen entgegen. "Das kommt ja von Mannschaften, die ihre eigenen Ambitionen hinter dem Berg halten wollen", schiebt der HSG-Trainer die vermeintliche Favoritenrolle bei Seite und nennt in erster Linie den einmal mehr verstärkten VfL Wanfried als Titelaspirant Nummer eins, gefolgt von der HSG Fuldatal/Wolfsanger und dem TV Hersfeld.

Eingespielte Mannschaft, punktuelle Verstärkungen

"Wir peilen die Plätze drei bis fünf an, wollen die Nachwuchsspieler integrieren und uns in Abwehr und Angriff weiter verbessern", gibt Bug die Zielsetzungen für die kommende Saison vor. Der HSG-Trainer kann auf eine eingespielte Mannschaft vertrauen und punktuelle Verstärkungen in den Kader einbauen. Torwart Rene Herber stieg nach langjähriger Abstinenz wieder im Handball ein, der frühere Alsfelder Dominik Koch kam aus Heuchelheim nach Großenlüder/Hainzell und ist als Alternative am Kreis und im Rückraum eingeplant.

"Er laboriert aber noch an einer Knieverletzung. Wann wir ihn einsetzen können, müssen wir abwarten", bedauert Bug. Neben diesen Neuzugängen sollen die Nachwuchskräfte Felix Grosch, Nils Feldmann - beide kamen letzte Runde schon zum Einsatz - und Ben Kirst weiter in die erste Mannschaft integriert werden. In zwei Vorbereitungsphasen legte die HSG den Grundstein für eine möglichst erfolgreiche Saison.

Trainer Bug zog ein positives Fazit, musste stellenweise aber improvisieren. "Lukas (Dimmerling, Anm. d. Red.) hat geheiratet, weshalb an manchen Wochenenden nicht trainiert wurde. Dafür haben wir unter der Woche die Intensität nach oben geschraubt", sagt Bug schmunzelnd. Bereits im letzten Jahr legte der HSG-Trainer den Fokus der einstigen "Angriffs-Mannschaft" auf die Defensive und setzte dies nun fort.

Unangenehmes Auftaktprogramm

"Wir haben Fortschritte gemacht und jetzt geht es darum, den Fokus auf eine clevere Abwehrarbeit zu legen", arbeitete Bug vor allem am defensiven Entscheidungsverhalten. Mit fünf Testspielen gegen Gegner aus der Bezirksoberliga bis zur Oberliga sollte sich die HSG den spielerischen Feinschliff für den Saisonstart holen. "Klar ist aber auch, dass man immer erst ein paar Spiele braucht, um sich zu akklimatsieren", meint Bug.

Und darin liege die Crux, denn die HSG erwarte laut Bug ein schweres Auftaktprogramm. Am Sonntag (17 Uhr) muss Großenlüder/Hainzell zunächst zur HSG Baunatal, ehe Wanfried zum ersten Heimspiel aufschlägt und dann die Reise zum Aufsteiger Zierenberg führt. Kein einfaches Programm für die HSG, die von einer Favoritenrolle wenig wissen möchte und die Plätze drei bis fünf anpeilt. (the) +++