Mit Königsmantel und Krone
Tribute-Band "Queen Alive" begeistert in der Konzerthalle
Fotos: privat
08.11.2026 / BAD ORB -
Wenn viele Jahre nach dem Tod eines Künstlers noch Anstrengungen unternommen werden, herauszufinden, worin genau nun der Zauber seiner Stimme lag: Es dürfte keine Frage sein, dass es sich um ein Ausnahmetalent handelte. Und ebenso wenig dürfte sich die Frage stellen, ob es möglich ist, diese Stimme zu imitieren. Nein. Unter diesem Vorbehalt war es ein ausgesprochen unterhaltsamer Abend, der am zurückliegenden Samstag im Theatersaal der Bad Orber Konzerthalle die Gäste ein ums andere Mal aus ihren Stühlen holte: Die Tribute-Band "Queen Alive" schaffte es mit Spielfreude, passenden Kostümen und einem in Text und Bild dargebotenen, zeitlichen Rückblick über das Schaffen von Freddie Mercury, die Brücke zu schlagen zur meistgespielten Rockband des 21. Jahrhunderts: Queen.
"Zack! Wieder 20", wie eine vielleicht 60jährige Besucherin begeistert feststellte, die voller Vorfreude auf das knapp zweieinhalbstündige Programm vom initialen Klang an in den Bann gezogen wurde. Der Frontman von Queen Alive, Giuseppe Ravazzolo, sorgte schon rein optisch dafür, dass "Freddie" auf der Bühne stand oder am Flügel saß: Helle Jeans, weiße Turnschuhe mit schwarzen Streifen, weißes Muscle-Shirt, rote Lederjacke mit weißen Streifen und schwarzem Blitz, am rechten Handgelenk das typisch dreifarbige Pulsarmband, das der als Farrokh Bulsara geborene Ausnahmekünstler in den späten 70ern und in den 80ern als Teil seines Bühnenoutfits oft trug. Dazu der Schnauzer – die Anmutung war beeindruckend. Auch die Bewegungen, für die Freddie bekannt war, durften nicht fehlen: Die hochgereckte Faust, das angezogene Knie, die Schrittfolgen quer über die Bühne. Etwas steifer sicher, aber der Sänger und Frontman der Queen-Tribute-Band ist auch schon 49 Jahre und nicht mehr so jung wie seinerzeit Mercury, der heute 80 Jahre alt wäre, aber mit 45 Jahren starb.
Nach der Pause ließ das musikalische Feuerwerk die Gäste kaum in Ruhe in ihren Stühlen sitzen: "Bohemian Rhapsody", "Radio Ga Ga", "One vision", "Who wants to live forever" und "A kind of magic" donnerten lautstark aus den Boxen. "The great pretender", "I was born to love you" und "Living on my own" wurden ebenso lautstark mitgesungen. An das Lebensgefühl der Elvis-Zeit erinnerte "Crazy little thing called love". Und wer auf "I want it all" und "The show must go on" wartete, wurde ebenfalls nicht enttäuscht.
Nebenmaschinen, eine Lichtshow auf der Leinwand, die Interaktion mit dem Publikum: Die Gäste hatten am Samstag Abend einfach Spaß an ihrem Ausflug in die Vergangenheit, an den berühmten Welthits, am rhythmischen Mitklatschen bei "Another one bites the dust" und "Radio Ga Ga", an den Erinnerungen an Freddie und seine Band, die nochmals bei den Zugaben hochgespült wurden: Nach einem actiongeladenen "We will rock you" erschien der Frontsänger zu "We are the champions" nochmals in einem neuen, typischen Outfit auf der Bühne: Stilgerecht mit Königsmantel und Juwelen-Imitaten bestückter Krone. Sehr zum Jubel der Gäste, die es sich nicht nehmen ließen, im Anschluss an das Konzert noch Fotos zu machen. Wer hat schon Gelegenheit, mit "Her Majesty" auf einem Foto zu landen. (mp/pm) +++