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Netzwerke für Notfälle

Mobile Infrastruktur für den Ernstfall: Tempor Expo bringt Branche zusammen

Die Tempor Expo verbindet ganze Unterkünfte, Versorgungsstationen oder mobile Einsatzräume und bringt die Menschen zusammen.
Alle Fotos: Martin Engel

04.11.2026 / FULDA - Wenn plötzlich Unterkünfte, Versorgungsstationen oder mobile Einsatzräume benötigt werden, kommt es vor allem auf Geschwindigkeit an. Darum geht es bei der Tempor Expo 2026 in Fulda. An zwei Tagen präsentieren 107 Aussteller auf dem Messegelände der Fulda-Galerie ihre Lösungen für temporäre Infrastruktur. Zur Eröffnung am Mittwoch waren zahlreiche Besucher gekommen, darunter auch Hessens Innenminister Prof. Dr. Roman Poseck (CDU).



Die Bedeutung von Krisenvorsorge und widerstandsfähigen Strukturen steht im Mittelpunkt der Tempor Expo. Vertreter aus Politik, Hilfsorganisationen, Kommunen und der Veranstaltungswirtschaft betonten übereinstimmend, dass mobile Infrastruktur angesichts wachsender Herausforderungen zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Krisenvorsorge rückt stärker in den Fokus

Hessens Innenminister Poseck verwies auf die angespannte geopolitische Lage, den Krieg in Europa sowie die zunehmenden Folgen des Klimawandels mit Unwettern und Vegetationsbränden. Auch Ereignisse wie großflächige Stromausfälle zeigten die Notwendigkeit, auf Krisenszenarien vorbereitet zu sein. "Krisenvorsorge wird immer wichtiger. Wir haben mit mehr Krisen zu tun", sagte Poseck. Mobile Unterkünfte und flexible technische Lösungen seien deshalb unverzichtbar. Das Land Hessen investiere weiter in den Bevölkerungsschutz, unter anderem mit 50 Millionen Euro für Fahrzeuge und Katastrophenschutz-Unterkünfte. Die Tempor Expo greife damit ein "hochaktuelles Thema" auf.

Für Dr. Christoph Weltecke, den designierten Präsidenten des Deutschen Feuerwehrverbandes, steht vor allem die Vernetzung im Vordergrund. Die Messe biete eine wichtige Plattform, um Kontakte zu Unternehmen und Organisationen zu knüpfen. Im Ernstfall könne dies entscheidend sein, wenn kurzfristig Notunterkünfte, Stromversorgung oder Sanitäranlagen benötigt würden. "Es geht darum, Menschen kennen zu können. In der Krise Köpfe kennen ist unser Motto", sagte Weltecke.

Austausch zwischen Einsatzkräften und Wirtschaft

Auch Markus Illing, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Veranstaltungswirtschaft, hob die Bedeutung einer Infrastruktur hervor, die sowohl für Großveranstaltungen als auch für den Katastrophenschutz unverzichtbar sei. Die gleichen Systeme und Einrichtungen, die bei Festivals oder Messen eingesetzt würden, könnten im Krisenfall genutzt werden, um Menschen schnell zu versorgen. "Wir sehen den Bedarf nach Infrastruktur. Wir sind parat", betonte Illing.

DRK-Präsidentin Donata Freifrau Schenck zu Schweinsberg unterstrich, dass sich Gesellschaft und Organisationen auf unterschiedliche Bedrohungslagen einstellen müssten. "Wir müssen uns auf Krisen vorbereiten, und zwar alle gemeinsam", sagte sie. Die Tempor Expo ermögliche dabei nicht nur einen Überblick über verfügbare Lösungen, sondern vor allem den Austausch zwischen den verschiedenen Akteuren. Erfolgreiche Krisenvorsorge könne nur gemeinsam gelingen. "Gemeinsam sind wir stark."

Fulda profitiert als Messestandort

Fuldas Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) sieht die Tempor Expo als Gewinn für den Messestandort Fulda. Temporäre Infrastruktur sei sowohl für Großveranstaltungen wie den Hessentag als auch für außergewöhnliche Einsatzlagen und den Katastrophenschutz von großer Bedeutung. "Da haben wir in Fulda vielfältige Erfahrungen", sagte Wingenfeld.

Die Messe schaffe ideale Voraussetzungen, um Erfahrungen auszutauschen und neue Entwicklungen kennenzulernen: "Da ist ein Messestandort doch ein idealer Ort, um sich auszutauschen und Weiterentwicklungen voranzubringen. Daher haben wir als Kommunen ein großes Interesse daran, dass es eine solche Messe in Deutschland gibt", erklärte der Oberbürgermeister.

Veranstalter und Initiator Manfred Hommel beschrieb die Grundidee der Messe als Plattform für Lösungen rund um temporäre Infrastruktur. Gezeigt werden unter anderem mobile Hallen, Containeranlagen und Versorgungssysteme, mit denen im Bedarfsfall sogar provisorische Städte oder Unterkünfte errichtet werden können. "Die Idee ist, wie man mit temporärer Infrastruktur unterschiedlichste Lösungen zusammenbringt und welche Möglichkeiten sie bietet", erläuterte Hommel.

Zahl der Aussteller deutlich gestiegen

Mit der Entwicklung der Messe zeigte sich der Organisator zufrieden. Nach rund 90 Ausstellern bei der Premiere sei die Zahl in diesem Jahr um 18 Prozent auf 107 gestiegen. Die Tempor Expo entwickle sich zunehmend zu einem Treffpunkt für Unternehmen, Einsatzkräfte und Entscheidungsträger der Branche. Insgesamt präsentieren sich Unternehmen aus neun Ländern, darunter auch aus den USA. Fulda bietet mit seinen großen Freiflächen ideale Voraussetzungen für das Messekonzept. "Das zeigt, dass wir mit diesem Thema gut unterwegs sind", sagte Hommel.

Für die zweite Auflage der Branchenmesse haben die Organisatoren zudem ein vielseitiges Programm zusammengestellt. Neben den Ausstellern aus den Bereichen Veranstaltungswirtschaft, Bau, Logistik und Katastrophenschutz stehen Fachvorträge, Expertengespräche und Vorführungen auf dem Programm. Die Messe ist noch bis Donnerstag, 17 Uhr, geöffnet. (Justin Klenner) +++

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