40 Grad und Wassermangel
Hitze-Alarm in Hessen: Land probt den Krisenfall
Symbolfoto: Pixabay
06.11.2026 / WIESBADEN -
Hessen beteiligt sich vom 4. bis 6. November 2026 an der zehnten Länder- und Ressortübergreifenden Krisenmanagementübung (LÜKEX). Unter dem Titel "Dürre und Hitzewelle. Notlage durch extreme Hitzewelle nach langjähriger Trockenperiode in Deutschland und Europa" üben bundesweit mehr als 150 Organisationen in unterschiedlichem Umfang die Bewältigung einer nationalen Krise.
In Hessen sind alle Ministerien, das Landeskommando Hessen sowie ausgewählte nachgeordnete Behörden und Betreiber Kritischer Infrastrukturen beteiligt. Damit ist die LÜKEX 26 die bisher größte LÜKEX in Hessen. Geübt wird an zwei Kernübungstagen am 4. und 5. November, am 6. November schließt eine Bund-Länder-Sitzung auf Leitungsebene die Übung ab.
Den Vorsitz im Landeskrisenstab, der im Hessischen Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz (HMdI) angesiedelt ist, hat Staatssekretärin Isabelle Hemsley inne.
Innenminister Poseck: Zusammenarbeit ist im Krisenfall entscheidend
Innenminister Roman Poseck betonte mit Blick auf die Übung: "Krisen kündigen sich nicht an. Deshalb müssen wir vorbereitet sein, bevor sie eintreten. Der vergangene Sommer mit tagelanger Hitze von vielerorts 40 Grad hat gezeigt, dass das Szenario der LÜKEX 26 keine ferne Fiktion ist. Eine lang anhaltende Dürre mit extremer Hitze trifft alle Lebensbereiche, von der Gesundheit über den Verkehr bis zur Versorgung mit Wasser. Gerade dann kommt es darauf an, dass Ressorts, Behörden, Kritische Infrastrukturen, Hilfsorganisationen und der Bund eng und verlässlich zusammenarbeiten. Genau das trainieren wir in dieser Übung."Landeskrisenstab koordiniert Entscheidungen
Dem Landeskrisenstab gehören Vertreter aller Ressorts und der Staatskanzlei sowie Experten aus Polizei, Brand- und Katastrophenschutz und weiteren Fachbereichen an. In der Leitungsebene beraten die Staatssekretäre der Ressorts über die notwendigen politischen Entscheidungen und deren Abstimmung mit dem Bund. Die Entscheidungen werden anschließend in die Strukturen des hessischen Krisenmanagements zurückgespielt und dort umgesetzt. Die Hilfsorganisationen sind über den Landeskrisenstab eingebunden.Parallel sind die Krisenmanagementstrukturen in den Ressorts sowie das ressortübergreifende IT-Krisenmanagement mit dem Krisenstab Cyber aktiviert. Dabei wird auch die nach der LÜKEX 23 überarbeitete Struktur des IT-Krisenmanagements erprobt.
Übung ist Teil der hessischen Resilienzstrategie
Das Krisenmanagement regelmäßig zu üben und weiterzuentwickeln, ist ein Schwerpunkt des Hessischen Resilienzplans, mit dem die Landesregierung die Krisenvorsorge und Widerstandsfähigkeit Hessens gegenüber Krisen jeglicher Art stärkt. In der LÜKEX 26 testen die Ressorts deshalb auch die Maßnahmen des Business Continuity Managements, mit denen die Staats- und Regierungsfunktionen in Krisen gesichert werden sollen. Weitere Bereiche des Resilienzplans sind die Zivile Alarmplanung, der Schutz Kritischer Infrastrukturen, die IT- und Cybersicherheit sowie die staatliche Handlungsfähigkeit in Krisenlagen.Der Krisenstab der Landesregierung besteht seit 2005 und war in den vergangenen Jahren nicht nur in realen Lagen wie der Corona-Pandemie gefordert, sondern übt auch regelmäßig. 2023 hat die Landesregierung eine Resilienzstrategie beschlossen und den Sicherheits- und Resilienzrat eingerichtet, der die Maßnahmen der Ressorts zur Krisenvorsorge miteinander verzahnt. Seit 2008 hat das Land mehr als 100 Millionen Euro in den Katastrophenschutz investiert, die Zahl der Landesfahrzeuge stieg von unter 300 auf rund 900. Für großflächige und lang andauernde Stromausfälle wurden mobile Netzersatzanlagen und weitere Spezialausstattung beschafft, zudem unterstützt das Land die Kommunen beim Ausbau des Sirenennetzes.
Mit dem im März 2026 gestarteten Landesprogramm KOMPASS Resilienz begleitet das HMdI insbesondere kleine und mittlere Kommunen auf dem Weg zu mehr Krisenfestigkeit. Im Rahmen der Resilienzwoche im September 2026 hat die Landesregierung zudem landesweit für private Vorsorge und Selbstschutz geworben, unter anderem gemeinsam mit dem Handelsverband Hessen zum Anlegen eines Notvorrats. (js/pm)+++
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