Zwischen Beruf und Sport
"Handball ist wie Therapie": Laura Eimer im O|N-Sportgespräch
Fotos: Moritz Rös
31.10.2026 / BAD HERSFELD -
Mit fünf Jahren stand Laura Eimer zum ersten Mal beim TV Hersfeld auf der Platte. Das war im Jahr 2000. Jetzt, 26 Jahre später, hütet sie auch weiterhin das Tor beim TVH. Mit ihrer Mannschaft ist sie in der neuen Spielzeit der Oberliga-Nord bärenstark gestartet – fünf Spiele, fünf Siege. Nach dem Abstieg aus der Regionalliga haben sich die Hersfelderinnen schon wieder als Spitzenteam gefestigt.
Im O|N-Sportgespräch berichtet die 31-Jährige über ihren Alltag zwischen Beruf und dem Sport. Außerdem spricht sie über ihren sportlichen Werdegang, über den Umbruch bei den TVH-Frauen-Sommer und darüber, ob das Team schon wieder von der Rückkehr in die Regionalliga träumt.
Laura Eimer: Nach über zehn Jahren zurück zum Jugendclub
Eimer arbeitet als Gymnasial-Lehrerin im thüringischen Kaltensundheim. Das liegt rund 60 Kilometer entfernt von Bad Hersfeld. Zudem ist sie verheiratet, ihren Mann lernte sie – wie sollte es auch anders sein – beim Handball kennen. Unterrichten, Klausuren korrigieren, Elterngespräche, dazu dreimal pro Woche Handball-Training und an vielen Wochenenden ein Spiel: der Alltag der 31-Jährigen ist prallgefüllt. Trotzdem möchte sie den Handball nicht missen: "Dieses Mannschaftsgefühl ist einfach etwas ganz Besonderes. Handball ist für mich wie Therapie. Ich sage immer: Beim Handball habe ich für 90 Minuten keine Probleme."
Riesiger TVH-Umbruch im Sommer
"Sie wurde bei uns sehr gut aufgenommen und wir haben auf eine 3:2:1-Abwehr umgestellt. Sabine war eine tolle Trainerin und sie hat sehr viel Arbeit und Vorbereitung in die Mannschaft gesteckt", erklärt Eimer. Dennoch habe dieser Wechsel auch etwas Positives: "Wir bekommen neue Impulse und Sanja weiß, was sie will."
Eimer: Als Torhüterin "muss man verrückt sein"
Dass es jetzt so gut läuft, daran hat auch Laura Eimer ihren Anteil. Als Torhüterin ist sie der Rückhalt ihrer Mannschaft, aktuell hat der TVH von allen Mannschaften mit fünf Spielen die wenigsten Gegentore gefangen. "Ich denke, Torhüterin ist eine unterschätzte Position. Mit guten Paraden kann man aber viel Einfluss auf das Spiel nehmen und das Zünglein an der Waage sein", sagt sie.Wie Eimer selbst sagt, muss eine Torhüterin "schon ein bisschen verrückt" sein. Immerhin fliegen Bälle mit 70 bis 80 km/h aus kürzester Distanz auf sie zu. Dennoch übt sie ihre Position gerne aus. Was eine gute Keeperin ausmacht? "Die Spannung ist wichtig. Kognitiv musst du über 60 Minuten voll da sein, das Spiel ist schnell und du musst jederzeit reagieren können", beschreibt die 31-Jährige.
Warum die TVH-Frauen so stark sind
Neben tollen Einzelspielerinnen wie Luisa Teichmann ziehe die Mannschaft ihre stärke vor allem aus der Geschlossenheit. Die Torhüterin beschreibt das so: "Wir haben einen super Zusammenhalt und verstehen uns alle richtig gut untereinander. Jede Spielerin wird ernst genommen." Ob das dann am Ende für den Aufstieg reicht, entscheidet sich im April 2027. Bis dahin will Laura Eimer die Zeit und die Spiele mit ihrer Mannschaft weiter genießen – und die damit für sie einhergehende Therapie. (Kevin Hildebrand) +++