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Auszeichnung für mehr Selbstbestimmung

Hessischer Gesundheitspreis geht an antonius-Projekt

Gesundheit auf Augenhöhe: Fuldaer Projekt holt ersten Preis
Bilder: HAGE/andreasmann.net

29.10.2026 / FULDA - Wissen vermitteln, Selbstvertrauen stärken und andere unterstützen: Das Projekt "Werde Gesundheitsbuddy – Hand in Hand" von antonius : gemeinsam Mensch wurde mit dem ersten Platz beim 10. Hessischen Gesundheitspreis ausgezeichnet. Finanziert durch die ARGE GKV-Bündnis für Gesundheit in Hessen, eröffnet es Menschen mit Beeinträchtigung neue Möglichkeiten, ihre Gesundheit selbstbestimmt zu gestalten und ihr Wissen weiterzugeben und schließt damit eine Versorgungslücke für Menschen mit Beeinträchtigungen.



Das Projekt bildet Menschen mit Beeinträchtigung zu Gesundheitsbuddys aus – zu Wegbegleitern, die lernen, ihre eigene Gesundheit zu stärken und andere im Alltag dabei zu unterstützen. Ob Bewegungspause am Arbeitsplatz, gemeinsames gesundes Kochen oder Entspannung in der Wohngruppe: Sie machen Gesundheitswissen praktisch erlebbar. Dieser Ansatz überzeugte die Jury: Am 22. Oktober 2026 erhielt das Projekt "Werde Gesundheitsbuddy – Hand in Hand" in Frankfurt am Main den ersten Preis.

"Gesundheitskompetenz bedeutet weit mehr als Wissen über Gesundheit"

Die feierliche Verleihung fand vor rund 60 Gästen in der Landesärztekammer Hessen statt. Unter dem Motto "Gesundheitskompetenz stärken – Gute Praxis für mehr Gesundheitskompetenz" wurden aus 73 Bewerbungen drei Projekte ausgezeichnet. Den ersten Platz teilen sich die Gesundheitsbuddys mit dem Projekt "Willkommen von Anfang an – Gesunde Kinder in Kassel". Warum die Gesundheitsbuddys besondere Anerkennung verdienen, machten Prof. Dr. Antje Miksch und Christina Vey in ihrer Laudatio deutlich: "Gesundheitskompetenz bedeutet weit mehr als Wissen über Gesundheit. Sie eröffnet Menschen die Möglichkeit, selbstbestimmt zu handeln und ihre Lebenswelt aktiv mitzugestalten."

Genau dafür schafft das Projekt die Voraussetzungen. Gesundheitsinformationen sind häufig kompliziert, Fachbegriffe schwer verständlich und Angebote nicht ausreichend zugänglich. Die Gesundheitsbuddy-Ausbildung baut diese Hürden ab und setzt zugleich auf die Fähigkeiten der Teilnehmenden. "Nicht über Menschen sprechen, sondern mit ihnen. Nicht die Gesundheit aus Expertensicht für eine besondere Zielgruppe gestalten, sondern Menschen dazu befähigen, ihre Gesundheit selbst in die Hand zu nehmen", betonte Christina Vey.

In sieben jeweils zweitägigen Modulen beschäftigen sich die angehenden Gesundheitsbuddys unter anderem mit Herzgesundheit, Erster Hilfe, Ernährung, Bewegung und Stressbewältigung. Auch soziale Beziehungen und das eigene Lebensumfeld gehören dazu. Einfache Sprache, Bilder, praktische Übungen und Gruppenarbeiten machen die Inhalte zugänglich und greifbar. Die Jury würdigte ausdrücklich, dass Barrierefreiheit dabei über die verständliche Aufbereitung von Informationen hinausgeht: "Unterschiedliche Voraussetzungen und Lernwege werden ernst genommen, damit Wissen und Bildung zugänglich werden", so Christina Vey.

Wissenschaftlich begleitet wird die 2026 erstmals durchgeführte Ausbildung in Kooperation mit der Hochschule Fulda. Studierende des Masterstudiengangs Public Health Nutrition wirkten an der Durchführung und Evaluation mit. Die abschließende Auswertung soll zeigen, wie sich Gesundheitswissen entwickelt und wie die Weitergabe im Alltag gelingt.

Denn die Idee reicht über die Ausbildung hinaus. Als Gesundheitsbuddys geben die Teilnehmenden ihr Wissen in Wohngruppen, Arbeitsbereichen und ihrem sozialen Umfeld weiter. Gesundheitsförderung findet so dort statt, wo Menschen miteinander leben und arbeiten – getragen von vertrauten Personen. "Die Gesundheitsbuddys werden zu vertrauten Ansprechpersonen, die andere ermutigen und gemeinsam mit ihnen Gesundheit im Alltag gestalten", erklärte Christina Vey. Wissen wird damit über persönliche Beziehungen weitergetragen. Die Gesundheitsbuddys können andere mitnehmen, weil sie deren Alltag kennen und ihnen auf Augenhöhe begegnen.

"Ich wünsche mir, dass die Gesundheitsbuddys erleben: Ich kann etwas für meine Gesundheit tun und andere dabei unterstützen. Dieser Preis würdigt vor allem ihren Mut, ihre Ideen und ihre Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Darauf können sie stolz sein", sagt Madita Bahr, Projektleitung Gesundheitsförderung bei antonius : gemeinsam Mensch.

Mit der Auszeichnung würdigt die Jury einen noch jungen Ansatz, der Gesundheitskompetenz, Inklusion und Selbstbestimmung verbindet. Ein Projekt, "das Menschen etwas zutraut, ihre Fähigkeiten in den Mittelpunkt stellt und zeigt, welche Möglichkeiten entstehen, wenn die richtigen Voraussetzungen geschaffen werden". (js/pm)+++





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