"Geschäftsbetrieb stabilisieren"
Wirtschaftlich angeschlagen: Gersfelder Metallwaren stellt Insolvenzantrag
Foto: GMW
28.10.2026 / GERSFELD (RHÖN) -
Trotz eines Insolvenzantrags soll es bei der Gersfelder Metallwaren GmbH (GMW) im Kreis Fulda zunächst weitergehen: Das traditionsreiche Unternehmen aus der Rhön setzt den Geschäftsbetrieb fort, während ein vorläufiger Insolvenzverwalter Möglichkeiten für eine Sanierung prüft. Die Belegschaft - insgesamt 145 Mitarbeitende und vier Auszubildende - wurde bereits über die nächsten Schritte informiert.
"Unser oberstes Ziel ist es, den laufenden Geschäftsbetrieb nahtlos zu stabilisieren und gemeinsam mit den Kunden und Lieferanten stabil fortzuführen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben in der Versammlung am Mittwoch signalisiert, dass sie diesen Weg tatkräftig unterstützen, was eine wesentliche Voraussetzung für die anstehende Sanierung ist", erklärt der vorläufige Insolvenzverwalter Silvio Höfer.
Über 50 Jahre Erfahrung in der präzisionskritischen Metallverarbeitung
Hauptabnehmer sind nach Angaben des Unternehmens Automobilhersteller und deren Systemlieferanten sowie Unternehmen aus dem Landmaschinen- und Maschinenbau. Zu den wesentlichen Kunden zählen unter anderem Boysen, Faurecia beziehungsweise Purem, John Deere, KUKA und Willi Elbe. Teile gehen darüber hinaus in den Export nach China. Nach über 42 Mio. Euro im Jahr 2017 sank der Umsatz auf 32,2 Mio. Euro (2024) und 2025 vorläufig auf 26,73 Mio. Euro. Daneben hält das Unternehmen über die hundertprozentige Tochtergesellschaft GMW International GmbH mittelbar sämtliche Anteile an der GMW Romania S.R.L. im rumänischen Arad, deren Produktion derzeit eingestellt und bis Ende 2026 nach Gersfeld rückverlagert wird.
Rückläufige Nachfrage im Automotive-Sektor als Krisenursache
Gute Sanierungschancen durch hervorragende Produkte
Trotz der angespannten Lage im klassischen Automobilzulieferbereich sieht der vorläufige Insolvenzverwalter gute Perspektiven für den Erhalt des Unternehmens. Höfer verschafft sich derzeit mit seinem Team vor Ort einen detaillierten Überblick über die wirtschaftliche Lage und prüft die Sanierungsoptionen. "Ich bin optimistisch, dass wir für die Gersfelder Metallwaren GmbH eine tragfähige Sanierungslösung erreichen können. Das Unternehmen verfügt über eine hohe Fertigungskompetenz und über hervorragende Produkte im Bereich der Robotik und bei Automotive, die großes Potenzial für eine zukunftsfähige Ausrichtung bieten." Da das Unternehmen sämtliche gesetzlichen Größenkriterien erfüllt, wurde zur Begleitung des Verfahrens zudem die Einsetzung eines vorläufigen Gläubigerausschusses beantragt. (mkr/pm) +++