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Die Kandidaten im Interview

Daniela Bergmann will erste Bürgermeisterin von Dipperz werden

Daniela Bergmann will erste die Bürgermeisterin von Dipperz werden
Fotos: Moritz Pappert

02.11.2026 / DIPPERZ - Nach 17 Jahren im Amt und drei Amtszeiten tritt Bürgermeister Klaus-Dieter Vogler (parteilos) in Dipperz (Kreis Fulda) nicht mehr an. Er geht am 30. April 2027 in den Ruhestand. Für die Wahl am 15. November stehen zwei Kandidaten zur Wahl: Daniela Bergmann (parteilos) und Michael Winter (parteilos). OSTHESSEN|NEWS stellt die Bürgermeisterkandidaten vor. Heute: Daniela Bergmann.

Seit 12 Jahren lebt die 45-Jährige mit ihrer Familie in Dipperz. Bergmann tritt parteilos an, wird aber von der CDU unterstützt. Beruflich arbeitet sie bei der EDAG Production Solutions als IT-Projektleiterin. "Hier begleite ich komplexe Projekte für Industrie und öffentliche Auftraggeber und bringe dabei unterschiedliche Beteiligte zusammen. Gerade diese Erfahrung möchte ich in das Bürgermeisteramt einbringen", sagt sie. Privat ist Bergmann eine begeisterte Schwimmerin, kümmert sich um ihre Hühner und spielt Klavier. Falls sie die Wahl gewinnt, wäre die 45-Jährige die erste Bürgermeisterin der Gemeinde.

Mit ihrer Kandidatur will Bergmann den Dipperzern etwas zurückgeben, wie sie selbst sagt. Ihre Motivation zieht sie aus den Erfahrungen, die sie und ihre Familie seit ihrem Umzug gemacht haben: "Wir haben so viel Gemeinschaft erfahren und so viele Menschen in diesem Dorf, die sich ehrenamtlich engagieren und die dieses Dorf so lebenswert machen." Dabei setzt sie auf ihre berufliche Erfahrung, ihre menschlichen Werte und ihre Führungskompetenz.

Das sind ihre Themen



Da die 45-Jährige italienische Wurzeln hat, zog Bergmann mit einer "Espresso-Tour" durch die Ortsteile, um sich bei den Menschen vorzustellen. Daraus sind drei zentrale Themen für ihren Wahlkampf entstanden. Besonders wichtig ist ihr die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger. Die Ausstattung der Feuerwehren müsse höchste Priorität haben. "Unsere Feuerwehrleute schützen uns. Deshalb müssen wir alles dafür tun, dass sie selbst gut geschützt sind und nach jedem Einsatz gesund nach Hause kommen", sagt die Bürgermeisterkandidatin.

Ein zweiter Schwerpunkt ist für sie die Digitalisierung. Im Austausch mit Bürgern und Vereinen habe sie erfahren, dass bürokratische Abläufe vereinfacht werden sollten. Als Beispiel nennt sie ein digitales Buchungssystem für Bürgerhäuser und Gemeinschaftsräume in allen Ortsteilen. Auch Veranstaltungen sollten sich unkompliziert online eintragen lassen. Außerdem will die 45-Jährige, dass möglichst viele Anliegen von zu Hause aus erledigt werden können.

Ein weiteres wichtiges Thema ist für sie die Zukunft der hausärztlichen und pharmazeutischen Versorgung direkt in Dipperz. Bergmann möchte gemeinsam mit den Beteiligten und weiteren Partnern prüfen, wie eine wohnortnahe medizinische Versorgung langfristig gesichert werden kann und vor allem, welche Anreize die Gemeinde dafür schaffen kann.

Was eine gute Bürgermeisterin ausmacht, beschreibt Bergmann vor allem mit Kommunikation, Transparenz und Nähe zu den Menschen. Sie wolle Anliegen aus dem Kernort ebenso aufnehmen wie aus den Ortsteilen. Auch schwierige Entscheidungen müssten nachvollziehbar erklärt werden. "Es gibt sicherlich Entscheidungen, die sind nicht toll, aber sie nicht zu kommunizieren oder nicht transparent zu kommunizieren und nicht zu erklären, ist auch nicht der richtige Weg", sagt sie.

Lindenstraßen-Fan und Schwimmerin

Ein weiteres Anliegen ist ihr, junge Menschen langfristig an Dipperz zu binden. Sie möchte zunächst verstehen, warum Jugendliche wegziehen und was ihnen vor Ort fehlt. Dabei spiele auch die Mobilität eine Rolle. Dass junge Menschen zeitweise weggehen, findet Bergmann nicht schlimm. "Hauptsache, man kommt dann wieder", sagt sie. Gerade junge Menschen, die zum Studium wegziehen und später zurückkehren möchten, bräuchten eine Alternative zum Elternhaus.

Was viele Menschen über sie nicht wüssten? Das erzählt sie mit einer kleinen Anekdote: "Ich war ein riesiger Lindenstraße-Fan und habe während meiner Schulzeit sogar ein Praktikum am Produktionsstandort der Serie bei Köln gemacht, wo auch die Wohnungen der Serienfiguren als Kulissen aufgebaut waren." Und wo trifft man sie an freien Tagen? "Wahrscheinlich im Schwimmbad oder auf den Spazierwegen rund um Dipperz, um neue Kraft zu tanken."

Wenn sie auf eine erste Amtszeit zurückblicken könnte, würde sie sich wünschen, dass sich die Entscheidung für sie als Bürgermeisterin als richtig erwiesen hat. Ihr Ziel: eine Gemeinde, in der Gemeinschaft gelebt wird und sich Menschen in verschiedenen Lebensphasen zu Hause fühlen können. (Moritz Pappert) +++

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