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"Wissen kann Leben retten!"

Beim Pflasterpass lernen schon die Kleinsten Erste Hilfe

Sarah Schmidt zeigt schon den Kleinsten, wie sie im Ernstfall helfen können
Fotos: Felix Weigl

30.10.2026 / FLIEDEN - Leben retten kann jeder - selbst Kindergarten- und Grundschulkinder. "Pflasterpass" bietet genau solche Kurse für Kindergärten und Grundschulen an. Deutschlandweit gibt es über 100 Kursleiterinnen und Kursleiter, die den Kindern die Grundlagen in Erster Hilfe kindgerecht und spielerisch beibringen.



Seit zweieinhalb Jahren gibt Sarah Schmidt, Kinderkrankenschwester und Ausbilderin für Erste Hilfe an Baby und Kind, die Kurse. "Ich finde das Konzept super, die Kinder schon frühzeitig zum Thema Erste Hilfe zu schulen und vorzubereiten", sagt sie gegenüber OSTHESSEN|NEWS. "Die Inhalte werden spielerisch vermittelt, eine Geschichte um einen kleinen Igel bringt sie den Kindern altersgerecht näher."

Etwa zwölf Kinder sitzen an diesem Morgen im Halbkreis in der Steinkammerschule im Fliedener Ortsteil Rückers im Landkreis Fulda. Die Erstklässler lernen gerade, was bei einem Zeckenbiss zu tun ist. Viele Hände sind in die Höhe gestreckt, Kinder erzählen, wo sie schon mal eine Zecke entdeckt haben. Sandra Schmidt hört zu und erklärt, wie man eine Zecke entfernen sollte. Danach geht es um Insektenstiche und darum, dass bei einem Stich im Hals sofort der Notruf gewählt werden muss. 112, die Notrufnummer, haben die Kinder bereits auswendig gelernt.

Pflaster, Verband und stabile Seitenlage

In der ersten Stunde ging es darum, Wunden richtig zu versorgen. Wie wird ein Pflaster richtig aufgeklebt, wie geht das mit einem Verband? Die Kinder werden sensibilisiert, welche Gefahren daheim, in der Schule und im Kindergarten oder unterwegs lauern können. Aber nicht, um Angst zu machen, sondern um sie vorzubereiten, was dann zu tun ist.

Im Anschluss wurde es noch einmal praktisch. Was muss man tun, wenn plötzlich jemand bewusstlos ist? Manche Kinder haben vielleicht schon von der stabilen Seitenlage gehört, aber wie das richtig funktioniert, zeigt Schmidt ihnen. Danach üben die Kinder untereinander. Mit dabei zur Unterstützung auch Christin Orf vom Jugendrotkreuz des DRK-Ortsvereins Flieden. Sie zeigt den Kindern auch, was das Jugendrotkreuz so macht und was man dabei lernen kann.

Gesponsert wurde der Pflasterpass in Rückers von Robert Müller Administration, dem Autodienst Christoph Schäfer, der Fitness-Scheune und Olivia Diegelmann-Weß Ergotherapie und Logopädie. Am 4. November findet ein weiterer Kurs statt, dann in der vierten Klasse. Der sogenannte Platinkurs enthält dann noch zusätzlich die Grundlagen der Herzdruckmassage und die Funktion eines AED (Automatischer Externer Defibrillator).

Am Ende des Kurses erhalten die Kinder ihren eigenen Pflasterpass und einen Button, der sie als Ersthelfer ausweist. Jetzt wissen sie, wie sie im Notfall einen Anruf bei der 112 durchführen und was als Erstes zu tun ist. Denn das haben die Kinder auf jeden Fall gelernt: Etwas zu tun, ist gar nicht so schwer, wenn man weiß, wie es geht. (fw) +++

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