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Staatspreis für Architektur und Städtebau

Wie ein Fuldaer Architekturbüro mit zwei Neubauten überzeugt

Thront ganz oben: die Milseburghütte
Alle Fotos: Reith Wehner Storch Architekten BDA

28.10.2026 / FULDA - Eine Berghütte im Naturschutzgebiet und eine Kita neben einer Kirche: Mit zwei unterschiedlichen Neubauten hat das Fuldaer Büro Reith Wehner Storch Architekten beim hessischen Staatspreis für Architektur und Städtebau 2026 überzeugt. Die Milseburghütte in Hofbieber und die Kindertagesstätte St. Pius in Fulda erhielten jeweils eine Anerkennung in der Kategorie Architektur.



Die Auszeichnungen wurden im Finanzministerium in Wiesbaden verliehen. Eine international besetzte Jury hatte aus 106 Einreichungen zunächst 23 Projekte ausgewählt und vor Ort besichtigt. Am Ende vergab sie fünf Auszeichnungen und acht Anerkennungen. Zwei dieser acht Anerkennungen gingen damit an Projekte des Fuldaer Büros.

57 Holzelemente für die neue Milseburghütte

Bei der 2026 fertiggestellten Milseburghütte, bei der die Gemeinde Hofbieber Bauherrin war, würdigte die Jury besonders, wie der Neubau im sensiblen Naturschutzgebiet umgesetzt wurde. Bauherrin war die Gemeinde Hofbieber. Die Hütte sei nicht nur ein Anlaufpunkt für Wanderer und andere Gäste, sondern leiste auch einen Beitrag zum Tourismus und zur regionalen Wirtschaft.

Für den Holz-Hybridbau mussten 57 vorgefertigte Holzelemente mit Spezialfahrzeugen auf den Berg gebracht werden. Dach und Wände aus Brettsperrholz bilden gemeinsam die Tragstruktur. Dadurch kommt das Gebäude ohne sichtbare Stützen oder Zugglieder aus.

Naturstein aus dem Bestand und unbehandeltes Holz sollen die Hütte in die Landschaft einfügen. Die Jury sah darin ein Beispiel, wie sich zeitgemäßer Holzbau mit der Bedeutung eines vertrauten Ausflugsorts verbinden lässt.

Kita bietet Platz für mehr als 100 Kinder

Die ebenfalls gewürdigte Kindertagesstätte St. Pius an der Dr.-Dietz-Straße in Fulda mit der Stadt als Bauherrin wurde bereits 2023 fertiggestellt. Auf einem früheren Parkplatz der Kirche entstand in Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde ein zweigeschossiger Neubau für fünf Kitagruppen. Bauherrin war die Stadt Fulda. Mehr als 100 Kinder zwischen einem und sechs Jahren werden dort betreut.

Nach Einschätzung der Jury greift der mehrfach geknickte Baukörper die Form der benachbarten Kirche auf, ohne mit ihr in Konkurrenz zu treten. Eine Mauer schirmt das Gelände zur Straße ab und geht in die Fassade über. Im Norden teilen sich Kita und Gemeindezentrum einen Eingangshof. Südlich des Gebäudes liegt ein geschützter Freibereich für die Kinder.

Im Inneren hob die Jury das offene Foyer, die Spiellandschaften und die Mehrzweckflächen hervor. Nichttragende Innenwände ermöglichen es, die Aufteilung der Räume später zu verändern.

Das Gebäude besteht aus Stahlbeton und Mauerwerk mit einer Klinkerfassade. Ausschlaggebend für die Anerkennung waren vor allem die Einbindung in die Umgebung und die qualitätvolle Nutzung des Grundstücks.

Der Staatspreis wird alle drei Jahre vom Land Hessen und der Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen vergeben. (ksk) +++

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