Abbau bis Jahresende
Volle Säcke, verschlossene Container: Schluss mit Altkleider-Sammelstellen
Fotos: Laura Struppe
28.10.2026 / REGION VB -
Berge voller Säcke mit Kleidungen, viele verdutzte Gesichter: Wer seine Altkleider aktuell bei den Containern in Alsfeld in der Grünberger Straße abgeben will, hat schlechte Karten. Die vier aneinandergereihten Container sind verschlossen - und trotzdem türmen sich davor lose Kleidung und hunderte Säcke voller Altkleider. Ein Bild, das aktuell symbolisch für viele Sammelstellen im Vogelsberg steht. Das soll sich bald ändern.
Auch Alsfeld baut ab
Zum Ende des Jahres zieht auch der DRK-Kreisverband Alsfeld nach: "Der DRK-Kreisverband Alsfeld wird seine Altkleidersammlung über die bekannten Sammelcontainer spätestens zum Jahresende einstellen. Hintergrund ist die Kündigung des bestehenden Vertrages durch den bisherigen Textilverwerter. Aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ist eine Fortführung der Sammlung nicht mehr möglich", heißt es vonseiten des DRK. Wohin mit Gebrauchttextilien?
Der Zweckverband Abfallwirtschaft Vogelsbergkreis (ZAV) soll ab 2027 nun auch Anlaufstelle für Altkleider werden. In der Zentrale in Schwalmtal werden erst einmal alle Kleiderspenden zusammenlaufen. Es wäre dann im gesamten Vogelsbergkreis die einzige Abgabestelle für Gebrauchttextilien. Erste Bürger zeigen darüber bereits ihren Unmut - denn gerade Vogelsberger aus den Randgemeinden, beispielsweise Homberg, Freiensteinau oder Schotten müssten lange Wege zum Entsorgungszentrum nach Schwalmtal auf sich nehmen.
Freie Wähler: Dezentrale Werstoffhöfe prüfen
Die Freien Wähler im Vogelsberg haben hier bereits einen ersten Ansatz und wollen prüfen lassen, ob dezentrale Werststoffhöfe eine praktikable Lösung sein könnten. "Uns ist klar, dass nicht in jeder Gemeinde ein eigener Wertstoffhof entstehen kann. Dabei müssen selbstverständlich auch die Kosten und der organisatorische Aufwand berücksichtigt werden. Dennoch muss es möglich sein, den Bürgern im Vogelsbergkreis wohnortnähere Möglichkeiten zur Entsorgung bestimmter Abfälle anzubieten", erklärt Lothar Bott, Vorsitzender der Fraktion der Freien Wähler. Ein entsprechender Antrag wurde bereits bei der ZAV-Verbandsversammlung gestellt. "Damit wollen wir zunächst die Möglichkeiten ausloten und eine Grundlage schaffen, um anschließend zu entscheiden, was tatsächlich umsetzbar ist. Das geht nicht im Hauruckverfahren, sondern muss Schritt für Schritt erfolgen", betont Lars Wicke, Kreisvorsitzender der Freien Wähler. (Luisa Heinz) +++