"Ich will, dass es den Tieren gut geht"
Preis für "Tierwohl in der Landwirtschaft": Das ist Hof Wiegand
Fotos: Mathias Schmidt
31.10.2026 / FLIEDEN -
Ein Thema, das immer mehr Aufmerksamkeit bekommt: Tierwohl als gelebtes Prinzip in der Landwirtschaft. Dafür macht sich auch Landwirt Christian Wiegand mit seinem Hof in Flieden-Struth (Kreis Fulda) stark. "Ich will, dass es den Tieren gut geht, solange sie bei uns leben", macht der 39-Jährige deutlich. Neben zwei anderen Betrieben erhält er den hessischen Preis für "Tierwohl in der Landwirtschaft".
Im Frühling bewarb sich der Landwirt um den Preis. Dazu ist in den vergangenen Tagen die Entscheidung gefallen. Am Freitag wurde der Preis durch den hessischen Landwirtschaftsminister Ingmar Jung in Witzenhausen (Werra-Meißner-Kreis) an insgesamt drei Betriebe verliehen. Mit Wiegand als einem der Gewinner kann sich die regionale Landwirtschaft also wirklich sehen lassen. Aus gegebenem Anlass war OSTHESSEN|NEWS bei Hof Wiegand zu Gast und hat sich selbst ein Bild vom Familienbetrieb gemacht, der auf Tierwohl setzt.
Umbaumaßnahmen, um das Tierwohl zu steigern
Die 150 Mastschweine, 140 Mastrinder, davon 45 Mutterkühe und etwa 20 Kälbchen, leben auf dem mit Haltungsform 3 zertifizierten Hof - und dürfen sich täglich über Wiegands Aufmerksamkeit freuen. "Vor einiger Zeit haben wir die alten Stallungen umgebaut und an das Tierwohl angepasst. Dabei ging es uns vor allem um Licht, offene Ställe und frische Luft. So können die Tiere laufen und liegen - ohne eingeengt zu sein." So hat sich der Mastrinderstall vom Platzangebot mehr als verdoppelt. Er besteht nicht mehr nur aus Beton, sondern auch aus Stroh und bietet genug Fläche, damit sich die Tiere frei bewegen können. Die etwa 150 Schweine leben in einem Offenstall mit einem Rückzugsort und Stroh. Vorerst lehnt Wiegand einen Biobetrieb allerdings ab. "Bei den Schweinen fehlt uns der passende Auslauf, da können wir aktuell nichts weiter vergrößern", erklärt er. Doch auch so ist er stolz auf seinen konventionellen, nachhaltigen Betrieb. Verdienter Preis "Tierwohl in der Landwirtschaft"
Die Tiere verbringen ihr ganzes Leben auf dem Hof - von der Geburt bis zum Ende, ohne zusätzliche Transportwege oder Stress. Rund ein halbes Jahr sind die Mutterkühe mit ihren Kälbern draußen auf den Weiden, wo sie Ruhe, Platz und eine natürliche Umgebung genießen. Für eine ausgewogene Ernährung sorgt eigenes Kraftfutter, das selbst hergestellt wird.