Traditionelle Kirmes mit vielen Bildern
Vier tolle Tage mit vielen Highlights in Sterbfritz
Fotos: Walter Dörr
26.10.2026 / SINNTAL -
Im größten Sinntaler Ortsteil Sterbfritz (Main-Kinzig-Kreis) wurde wieder traditionell Kirmes gefeiert. Wieder wie seit vielen Jahren ausgerichtet von der Sportgemeinde "Germania" 1919 Sterbfritz. Los ging es schon Donnerstag mit einem bunten Dorfabend, den der Dorfverein "Starwetz lebt" in Zusammenarbeit mit anderen örtlichen Vereinen gestaltete.
Neben Text- und Gesangsdarbietungen (auch von der Bloogesellschaft) sowie Tanzvorführungen der Tanzmariechen Lilly und Vienna vom Turnverein Sterbfritz gab es eine Dorf- und Kirmesbilddiaschau von Dirk Ebenhöch, eine Biene Maja und mit ihrem Freund Willi-Schau (Dirk Ebenhöch, Willi Merx) sowie das Quiz "Starwetzer Schlaukopp" mit Andreas Maienschein.
Höhepunkt war der Kirmesspruch
Am Sonntag besuchten alle Blooburschen und Mädchen den Gottesdienst von Pfarrer Arne Schmitz in der evangelischen Kirche. Anschließend ging es zur Mehrzweckhalle. Vor dem Kirmesspruch holte die Bloogesellschaft mit den Klängen der "BiertranSPORTler" den buntgeschmückten Kirmesstrauß bei Oberbloobursch Fabian Müller ab. Zurück in der Mehrzweckhalle war die Location brechend voll besetzt, denn viele wollten den diesjährigen Kirmesspruch hören. Bevor Fabian Müller zum zweiten Mal über die "Fürkommnisse" im Ort berichtete, stellte er seine 20-köpfige Bloogesellschaft vor – von den Neuen und den langjährigen Mitgliedern bis zum Bloopärchen Ann-Christin und Levin. Bei der Sterbfritzer Kirmesrede bekommen nicht nur die Missgeschicke der Bürger eine große Bühne, der "Bloovodder" gibt vor allem einen Überblick über das Dorfleben mit seinen Vereinen und Firmen.Beim Grasmähen blieb der Aufsitzmäher plötzlich stehen und weil man den Fehler nicht finden konnte, wurde ein fachkundiger Kumpel zu Rate gezogen. Der stellte gleich fest, dass der Mäher nur kein Sprit im Tank hatte. Bei der Fahrt der ersten und zweiten Mannschaft nach Malle fielen die Starwetzer auch auf, denn beim Einchecken am Flughafen entdeckte man ein Messer (Überbleibsel vom letzten Urlaub) und "De nächste hot sich beim Körpercheck verdächtich gemacht, denn er hot das mit dem richtiche Neistelle nemmeh hiegebracht" – nach dem Genuss etlicher alkoholischer Getränke.
Es wichtichste bei der ganzen Geschicht, ohne Alkohol lefft dos Gäulje nicht." Die Vielseitigkeit des Dorfvereins lobte der Bloo. Im Schwimmbad veranstaltete der Verein "Mittelpunkt Generation Mensch" – moderiert von Bürgermeister Thomas Henfling – einen Wettbewerb, bei dem die beste Arschbombe prämiert wurde. Die Jury habe die Lautstärke, Körperhaltung und Wasserfontäne betrachtet. Gleich drei Feste auf einmal feierte die Feuerwehr – zusätzlich zum Backhausfest, der Sonnwendfeier und dem lebendigen Adventskalender. "Als letztes lässt sich dozu von ons nur soche, es worn wirklich gelungene un erfolgreiche Doche," so der Bloovodder. Große (Satzungs-) Veränderungen gab es beim Turnverein, denn der Vorstand besteht nur noch aus drei Personen. "Gut gelunge, für Ältere un die Junge" sei eine Veranstaltung des Elferrates und er alten Herren am alten Sportplatz gewesen. "Man konnt sich im Medizinballweitwurf genauso beweise, wie mit der Geschicklichkeit im Ömgang mit en Hufeise. Om Maaskruchschiebe konnt me sich beteilich, jo, dos Ohgebot woar recht vielseitich."
Rikscha-Touren für Senioren
Ein Supersache sei das Rikscha-Fahren für die Bewohner des Pflegeheims. "Zwaa Bewohner setze vurne in de erschte Reih, denn meh genn in dos Gefährt net nei. Die foarn quer durch de Urt, bis hie zur Kinzig-Quelle un hon noch ganz annerne Ohlaafstelle. Urtsansässiche Leut dun winke bei de Urtsdurchfoart, on die Fahrgäst winke zuröck of e gaanz erfreuliche Oart. Die dunn ahle Bekannte besüche on donn debei freundliche Schwätzje süche. Bei de Doris, do mache die aach gern Halt, denn die hot immer Cocktails mit Campingflair bereitgestellt." Was lange währt, wird endlich wahr, diesen Spruch benutzte der Bloo beim Bau der neuen Kindergartens Rappelkiste.Tatort Schwimmbad und Bahnhof
Dazu passte auch der Hinweis, dass Sterbfritz im Sommer als Tatort-Filmkulisse genutzt wurde. "Mit en Haufe Kameras wurd am Bahnhof gedreht, doch es dauert noch bis zum Sommer, dass der Streife online geht." Auf der Suche nach einer kulinarischen Wirtschaft beschäftigte sich der Bloo auch mit der örtlichen Gastronomie. Planlos sei in Sterbfritz Glasfaser verlegt worden und deshalb gab es einige Zwischenfälle. Wie, dass ein 20.000 Volt Stromkabel beschädigt und ein Kurzschluss im Trafohäuschen verursacht wurde, der für einen Stromausfall in neun Ortschaften sorgte. "27 größere Fürfäll gob´s scho in de erschte sechs Monate, un wos noch dezu kommt, bleibt obzuwarte." Von einer misslungenen 60-Jahre-Geburtstagsfeier, einem vielleicht nächsten Timbersport-Weltmeister aus Sterbfritz und einem mit Benzin betankten Dieselmotor war im Kirmesspruch auch die Rede. Mit stimmungsvoller Blasmusik der "BiertanSPORTler" feierte Sterbfritz seine Kirmes in der Mehrzweckhalle weiter. (Walter Dörr) +++