Strahlung von Radium-Trinkbechern
Historischer Trinkbecher im Kreis Bergstraße sichergestellt / Funde bitte melden
Foto: RPDA
24.10.2026 / DARMSTADT -
Dank zweier aufmerksamer Bürger hat das Regierungspräsidium (RP) Darmstadt vor wenigen Tagen einen Radium-Trinkapparat im Kreis Bergstraße sichergestellt. Sie haben den Trinkbecher in ihrer Garage gefunden, sofort Schutzmaßnahmen getroffen und umgehend die Strahlenschutzbehörde beim RP informiert.
Messungen bestätigten, dass der Radium-Trinkbecher weiterhin eine radioaktive Quelle mit Radium-226 (Ra-226) enthielt. Aufgrund der Lagerung in einer Garage und der gemessenen Strahlungswerte bestand für die meldenden Personen und unbeteiligte Dritte nach fachlicher Einschätzung keine radiologische Gefährdung.
Den aktuellen Fund nimmt das RP Darmstadt zum Anlass, um Bürgerinnen und Bürger auf die möglichen Gefahren von Radium-Trinkbechern aufmerksam zu machen. Äußerlich wirken sie oft wie harmlose Sammlerstücke, enthalten aber auch nach mehr als 100 Jahren noch erhebliche Mengen radioaktiver Stoffe.
Das RP weist alle Bürgerinnen und Bürger darauf hin, dass Funde radioaktiver Stoffe nach Strahlenschutzrecht unverzüglich bei der zuständigen Behörde zu melden sind: in Südhessen bei der örtlich zuständigen Umweltabteilung des RP Darmstadt (Darmstadt, Frankfurt oder Wiesbaden), in Mittelhessen beim RP Gießen, in Nordhessen beim RP Kassel. Die Strahlenschutz-Fachkräfte kümmern sich um die sachgerechte und für Privatpersonen kostenlose Entsorgung. Die Geräte dürfen keinesfalls über Recyclinghöfe oder den Hausmüll entsorgt werden, da dadurch andere gefährdet werden könnten. Die Radioaktivität kann zudem Eingangsmessanlagen bei Schrotthändlern und Abfallentsorgungsanlagen auslösen.
Darmstadt: 06151 12 3694; Strahlenschutz-Da@rpda.hessen.de
Frankfurt: 069 2714 5992; Strahlenschutz-F@rpda.hessen.de
Wiesbaden: 0611 3309 2449; Strahlenschutz-Wi@rpda.hessen.de
Radium-Trinkbecher gefunden? Das sollten Bürgerinnen und Bürger beachten:
- Abstand halten und den Gegenstand nicht berühren.
- Behälter oder Verpackungen nicht öffnen.
- Nach Kontakt die Hände gründlich waschen.
- Fund beim zuständigen Regierungspräsidium melden. Die Meldung und erforderliche Maßnahmen sind grundsätzlich kostenlos.
- Nicht im Hausmüll oder auf dem Recyclinghof entsorgen. (mp/pm) +++