Junge Forscherblicke
Wissenschaft hautnah erleben - fünf Tage bei der GDNÄ in Bremen
Fotos: Martin Lindenthal
28.10.2026 / BREMEN/FULDA -
Wie sieht Wissenschaft außerhalb des Klassenzimmers aus? Wie arbeiten Forschende an den großen Fragen unserer Zeit, und welche Bedeutung haben ihre Erkenntnisse für die Zukunft? Mit diesen Fragen im Gepäck nahmen die Schülerinnen Henriette Drechsel, Livia Rupp, Jolina und Olivia Kratz aus den Jahrgangsstufen 10 und 11 an der diesjährigen Tagung der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte (GDNÄ) sowie des Jungen Netzwerks der GDNÄ (jGDNÄ) in Bremen teil.
Fünf Tage lang erwarteten die Jugendlichen spannende Vorträge, interessante Gespräche und zahlreiche neue Eindrücke. Die Teilnahme an der Veranstaltung verdankten sie ihrer erfolgreichen Platzierung unter den Top 6 beim Wettbewerb "Jugend präsentiert", durch die sie ein Ticket für die Tagung erhielten.
Die GDNÄ bringt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Fachrichtungen zusammen, um aktuelle Forschung verständlich zu vermitteln und gemeinsam über die Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft nachzudenken. Das Junge Netzwerk der GDNÄ richtet sich gezielt an naturwissenschaftlich interessierte Jugendliche. Die Teilnehmerinnen konnten Vorträge besuchen, Fragen stellen, sich mit Gleichaltrigen austauschen und in ihrem gewählten Fachbereich Fragen für Podiumsdiskussionen mit Fachleuten entwickeln.
Am Donnerstag, 17. September, wurde die GDNÄ-Tagung offiziell eröffnet. Zu den Höhepunkten gehörte der Science-Slam "Wissenschaft in fünf Minuten", bei dem junge Forschende ihre Themen kreativ und verständlich präsentierten. Am Abend sprach der ehemalige NASA-Wissenschaftsdirektor Thomas Zurbuchen über die Suche nach Leben im Weltall und erläuterte, wie moderne Forschung dieser Frage nachgeht.
Am Samstag rückten Chemie, Biologie und Physik in den Mittelpunkt. Die Themen reichten von künstlicher Intelligenz in der Medikamentenentwicklung über die Entstehung des Lebens bis hin zu Klimawandel und Kernfusion als möglicher Energiequelle der Zukunft. Ein besonderes Highlight war der Nobelvortrag des Chemie-Nobelpreisträgers Benjamin List, der Einblicke in seine Forschung zur Organokatalyse gab. Am Abend bestand zudem die Möglichkeit, das Übersee-Museum Bremen zu besuchen.
Den Abschluss der Tagung bildete am Sonntag die Medizin. Dabei erfuhren die Teilnehmerinnen unter anderem, wie künstliche Intelligenz bei medizinischen Untersuchungen eingesetzt werden kann und welche Bedeutung wissenschaftliche Erkenntnisse für Diagnosen und Behandlungen haben. Auch an diesem Tag diskutierten die Mitglieder der jGDNÄ mit Expertinnen und Experten über die vorgestellten Themen, bevor die Veranstaltung offiziell endete.