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Spendenbox auf Party

Heiko Siemon verteilt sein "Geburtstagsgeld" an Vereine im Schlitzerland

Bürgermeister Heiko Siemon spendete seine "Geburtsgeschenke" an einige Vereine aus dem Schlitzerland
Fotos: Christoph Blum

22.10.2026 / SCHLITZ - Geschenke verschenkt man nicht weiter – und schon gar nicht öffentlich. Ganz anders geschehen am Dienstagabend im Schlitzer Hahnekiez-Foyer: Dort verteilte der Schlitzer Bürgermeister insgesamt 2.000 Euro – an die Jugendarbeit von Reit- und Karnevalsverein, an die Jugendfeuerwehren, das Seniorenzentrum, die Kinderkrebshilfe, das B-Haus, den Kulturladen und den Heimat- und Trachtenfestverein.



Keine Geschenke, dafür eine Spendenbox – so hatte Bürgermeister Heiko Siemon vor rund drei Wochen seinen 50. Geburtstag auf dem Bauhof gefeiert. Dies zahlte sich jetzt für acht Vereine und Einrichtungen aus: Große Bühne gab es absichtlich keine.

"Ich möchte das gar nicht so hoch aufhängen", sagte Siemon, als die Abordnungen der Vereine vor dem Auerhahnsaal zusammenkamen. Drei Gardemädchen des KV Ützhausen in Rot-Weiß, dazu Vorsitzende, Wehrführer und Einrichtungsleiter: Ein Handschlag, ein Umschlag und ein paar Sätze zu jedem – pragmatisch herzlich, so könnte man den feierlichen Akt bezeichnen. Die Idee dahinter erklärte der Bürgermeister so: "Meiner Familie geht es gut und wir sind gesund. Ich möchte einfach etwas an Organisationen zurückgeben, die hier Großartiges leisten."

Zwei Vereine, die ihn geprägt haben

Dem Reit- und Fahrverein Schlitz und Schlitzerland gehört Siemon seit über 40 Jahren an, beim Karnevalsverein Ützhausen war er Erster Vorsitzender – beide hatten auf der Bauhof-Party ihren Auftritt, die Reiter mit Pferden, die Ützhäuser mit der Nachwuchsgarde. "Ohne die Garde ist man auf der Bühne irgendwie verloren", sagte Siemon augenzwinkernd, der nach eigener Aussage auch "ein Gardemädel zu Hause" hat. Beim Reitverein soll das Geld in die Jugendförderung fließen. Und Siemon verriet ein Geheimnis, das ihn ganz besonders an diesen Verein bindet: "Ich habe selber früher mal mit Voltigieren dort angefangen."

Den Kulturladen Schlitz, vertreten durch Jörg Kleine und Dr. Hermann Sauer, habe er "ein bisschen gedrängt", überhaupt erst ein Verein zu werden. Warum? Kultur sei nun mal wichtig und müsse sich in der Öffentlichkeit und der Kommunalpolitik deutlich positionieren, um nicht schnell mal an den Rand gedrängt zu werden. Auch im Kulturladen sei er Mitglied. Das B-Haus mit Kleiderladen und Begegnungscafé, getragen von AWO, VdK und DRK, nannte er ein Beispiel für gebündelte Kräfte. Und beim Heimat- und Trachtenfestverein wirft das 100-jährige Jubiläum kommendes Jahr bereits seine Schatten voraus: "Es ist kein Geheimnis, dass das finanziell eine Herausforderung ist."

"Man kann nicht genug Geld einsammeln"

Zwei Umschläge hatten einen besonderen Hintergrund. Schon die Kollekte bei seiner Hochzeit sei an die Kinderkrebshilfe gegangen, erzählte Siemon – drei gesunde Kinder seien keine Selbstverständlichkeit. "Man kann nicht genug Geld einsammeln, für die Forschung und für die Begleitung." Und beim Seniorenzentrum Schlitzerland sprach er aus eigener Erfahrung: Seine Großmutter habe gerade einen Pflegeplatz bekommen. Vielleicht reiche die Spende ja für einen Ventilator, wenn es im Sommer wieder heiß werde.

Die Jugendfeuerwehren bekamen ihren Anteil mit einer nüchternen Begründung: "Die Feuerwehr hier im Schlitzerland ist so enorm wichtig und die Einsatzabteilung füllt sich nicht von allein" – der Weg führe über Bambini- und Jugendfeuerwehr in allen Stadtteilen.

Den Dank für die Unterstützung sprach Dieter Hämmelmann von der Kinderkrebshilfe für alle aus: "Du bist ein Bürgermeister mit Herz. Das ist nicht nur Geschwätz, das ist erlebbar." Siemons Schlusswort fiel kürzer aus: "Es sind eben die vielen kleinen Bausteine im Hintergrund, die dazu beitragen, dass es uns gut geht – oder vielleicht auch ein bisschen besser". (Christoph Blum) +++

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