Experten warnen vor Gesundheitsrisiken
Vapes im Trend: Warum E-Zigaretten nicht so harmlos sind, wie viele denken
Symbolfoto: Pixabay
20.10.2026 / REGION -
E-Zigaretten, sogenannte Vapes, erfreuen sich insbesondere bei jungen Menschen großer Beliebtheit. Die Verpackungen sind bunt und die kleinen elektronischen Geräte werden in zahlreichen Geschmacksrichtungen angeboten. Sie erscheinen als moderne und vermeintlich harmlose Alternative zur klassischen Zigarette. Allerdings sind Vapes keineswegs ungefährlich.
Damit kann Nikotin die Funktion der Blutgefäße beeinträchtigen und sie langfristig schädigen. Erste wissenschaftliche Untersuchungen weisen darauf hin, dass der regelmäßige Konsum von E-Zigaretten mit Veränderungen der Gefäßfunktion und möglicherweise einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden ist. Ob und in welchem Ausmaß dadurch langfristig Herzinfarkte, Schlaganfälle oder eine Demenz begünstigt werden, ist bislang nicht abschließend geklärt.
Auch hinsichtlich möglicher Krebserkrankungen bestehen wissenschaftliche Bedenken. Im Aerosol von E-Zigaretten wurden Substanzen nachgewiesen, die teilweise als krebserregend eingestuft sind. Ob der langfristige Konsum tatsächlich zu einem erhöhten Risiko für Lungenkrebs oder Tumoren der Mundhöhle führt, lässt sich aufgrund der bislang begrenzten Datenlage jedoch noch nicht zuverlässig beurteilen.
Langzeitstudiendaten fehlen
Das Phänomen der E-Zigarette ist vergleichsweise jung. Während die gesundheitlichen Risiken und langfristigen Folgeschäden klassischer Tabakprodukte wie Zigaretten, Zigarren und Pfeifen seit Jahrzehnten wissenschaftlich gut untersucht sind, besteht bei E-Zigaretten weiterhin erheblicher Forschungsbedarf. Fachgesellschaften und Institutionen wie das Deutsche Krebsforschungszentrum gehen davon aus, dass E-Zigaretten bei einem vollständigen Umstieg von herkömmlichen Tabakzigaretten wahrscheinlich mit einer geringeren Schadstoffbelastung verbunden sind. Hier ist die Politik gefragt, durch wirksame Regulierung, konsequenten Jugendschutz und eine Einschränkung jugendaffiner Werbung einzugreifen. Ziel muss es sein, insbesondere junge Menschen vor einer Nikotinabhängigkeit und möglichen langfristigen Gesundheitsschäden zu schützen. Damit kann die Politik im Sinne einer Prävention vermeidbare Folgekosten für das Gesundheitssystem reduzieren. (Dr. med. Adrian Böhm) +++