✕

Es wird gebaggert

Neue Lebensräume an der Haune: Renaturierung als Ausgleich für A4-Ausbau

Ausgleich für A4-Ausbau: Haune wird ökologisch aufgewertet.
Foto: HVBG

17.10.2026 / BAD HERSFELD - Auch abseits der A4 im Bereich Bad Hersfeld wird derzeit gearbeitet. Als Teil des Ausgleichs für die Erweiterung der Autobahn, entsteht am Fließgewässer Haune ein neuer Lebensraum für die Tier- und Pflanzenwelt. So wird aus der einst begradigten Haune, deren Bachbett teils gepflastert und betoniert ist, nun ein geschwungener Bachlauf, in dem sich verschiedene Arten ansiedeln können. Der ehemalige Haunelauf wird teilweise verfüllt und bleibt in Teilen als Altarm erhalten. Einbetonierte Steine werden aus den Uferböschungen genommen. Das etwa 22.700 Quadratmeter große Areal grenzt im Süden an die A4, im Osten an die B27 sowie im Westen und Norden an die Straße "In den Giesen".



Für künftige Schleifen und Uferböschungen, aber auch abgeschlossene Stillgewässer, verlängert sich der einst 500 Meter lange Haune-Abschnitt um rund 180 Meter. Rund 100 vorgezogene Erlen- und 300 Weidensteckhölzer finden künftig entlang des Gewässers einen neuen Standort. Während der Baumaßnahme wird der vorhandene Baumbestand geschützt und in die Renaturierung einbezogen.

Eine enge Zusammenarbeit findet dafür zwischen der Stadt Bad Hersfeld, dem Amt für Bodenmanagement Homberg (Efze) sowie der Autobahn GmbH statt.

Ausgleichsflächen rechtzeitig bereitgestellt

So konnten bereits bestehende Planungen der Stadt Bad Hersfeld, die im Rahmen eines ganzheitlichen Renaturierungskonzepts bislang noch nicht vollständig umgesetzt worden waren, von der Autobahn GmbH für die erforderlichen Ausgleichsmaßnahmen aufgegriffen und genutzt werden. Das Amt für Bodenmanagement Homberg (Efze) übernahm die hierfür notwendige Neuordnung der Grundstücke und konnte durch ein erfolgreiches Flurbereinigungsverfahren die benötigten Flächen fristgerecht im Bereich der Haune bereitstellen.

Die Kosten des Verfahrens werden von Bund und Land übernommen. Damit profitieren alle Beteiligten von einer gemeinsamen Lösung: Bestehende Planungen werden genutzt, um weiteren landwirtschaftlichen Flächenverlust zu vermeiden und darüber hinaus erforderliche Ausgleichsmaßnahmen umzusetzen und zugleich Natur und Region nachhaltig zu stärken – eine echte Win-Win-Situation. Mit den Bauarbeiten konnte im September 2026 begonnen werden. Derzeit geht die Autobahn GmbH von einer Fertigstellung der Erdarbeiten bis Weihnachten 2026 aus.

Von der Begradigung zurück zum natürlichen Flusslauf

Das Projekt Haune-Renaturierung ist mehr als reiner Naturschutz: Es verwandelt begradigte Wasserläufe zurück in lebendige Ökosysteme und dient dem Hochwasserschutz der Stadt Bad Hersfeld. Durch das Wiederherstellen natürlicher Uferzonen und Schleifen (Mäander) erhält das Gewässer wieder mehr Raum. Bei Starkregen fließt das Wasser in renaturierten Bereichen deutlich langsamer ab und kann kontrolliert in die Fläche ausweichen. Dieser Rückhalt wirkt wie ein natürlicher Puffer, der die Flutwellen flussabwärts abmildert und so besiedelte Gebiete effektiv vor Überschwemmungen schützt.

Die Renaturierung der Haune ist eine von insgesamt fünf Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen, die als Kompensation für die Erweiterung der A4-Bad Hersfeld-West durchgeführt werden. (js/pm)+++

X