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"Ein schöner Ort zum Sterben"

Regt zum Nachdenken an: Ausstellung der Katholischen Akademie

"Ein schöner Ort zum Sterben": Ausstellung zeigt sehr persönliche Bilder.
Fotos: Bistum Fulda

16.10.2026 / FULDA - Wer wünscht sich ihn nicht – einen "schönen Ort zum Sterben"? Für eine Ausstellung haben Menschen diesen "schönen Ort" als Foto festgehalten. Dr. Ilonka Czerny, Fachbereichsleiterin für Kunst der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart, hat die Aufnahmen gesammelt. Zu sehen sind die Bilder im Bonifatiushaus Fulda.



Eröffnet wurde die Ausstellung mit einer Vernissage, in der Czerny in das dahinter stehende Projekt einführte. Gleich mehrere Bilder haben einen Sonnenuntergang als Motiv. Für Ilonka Czerny ergibt das auch Sinn. Denn nach dem Untergang im Tod steht die Hoffnung auf den Aufgang, die Auferstehung.

Persönliche Geschichten machen das Projekt besonders

Es gibt aber auch einen Sonnenaufgang –über einem Getreidefeld auf der Schwäbischen Alb. Für Czerny eine besonders eindrucksvolle Aufnahme. Dr. Eva Mittenzwei-Eisenmann, die die Aufnahme zum Projekt beisteuerte, schrieb zu ihrem Bild: "Zur Zeit liege ich auf der Palliativstation und habe diesen tröstlichen Sonnenaufgang vor Augen." Für Czerny sind es genau diese Aussagen, die dieses Projekt für sie so wertvoll machen.

Die in Kassel promovierte Kunsthistorikerin und Künstlerin greift zurück in die Vergangenheit. "Früher gehörte der Tod viel selbstverständlicher zum Leben", erklärt sie. Und nennt Beispiele: Tod von Kind und/oder Mutter bei der Geburt, Krieg, Pest. Die Menschen hatten den Tod vor Augen, um ein gutes Leben zu führen.

Heute wird der Tod für Czerny wortwörtlich von den Menschen aus ihrem Leben ausgeschlossen. Und wenn dann ihre letzte Stunde schlägt, ist es meist nicht an dem Ort, an dem sie sterben möchten. Denn ein Großteil der Menschen stirbt in einem Krankenhaus oder Pflegeheim. Mit ihrem Projekt will Czerny vor allem eines erreichen: dass die Menschen dem Tod einen Platz in ihrem Leben geben und sich darüber austauschen. Denn dazu sollen die Bilder anregen.

Wo Menschen ihren letzten Weg gehen möchten

Czerny versuchte für die Ausstellungen, Leute aktiv mit einzubeziehen. Daher rief sie 2024 Menschen dazu auf, sich mit einem Foto zum Thema "Ein schöner Ort zum Sterben" an diesem Ausstellungsprojekt zu beteiligen. Insgesamt 60 Werke/Aufnahmen gingen dazu ein. Und alle wurden in die Ausstellung miteinbezogen. "Auch wenn die fotografische Qualität bisweilen zu wünschen übrig ließ", fügt Czerny hinzu. Die meisten Aufnahmen mussten technisch nachbearbeitet werden, um etwa auch in dieser Größe bei der Ausstellung gezeigt werden zu können.

Neben Sonnenuntergängen wollen Menschen am Wasser sterben. Eine Projekt-Teilnehmerin schickte eine Aufnahme von ihr am Rhein. Denn: Das Foto sollte eigentlich am Atlantik entstehen, allerdings war es bis dorthin zu weit und die Zeit des Projektes zu knapp. Auch die Berge sind für einige "zum Sterben schön".

Tierische Begleiter sind ebenfalls auf einigen Fotos verewigt. Dazu gehört auch die Aufnahme, die Ilonka Czerny zur Ausstellung beisteuert. Es zeigt sie mit ihrer Hündin Arte. Denn, so ihre Begründung: Wo sie stirbt, sei nicht so ausschlaggebend. Aber sie wolle beim Sterben nicht allein sein. Und der Ort solle hell sein. Ein anderes Bild zeigt eine Frau auf dem Bett liegend mit ihrem Kater. "Ich will nicht beim Sterben frieren", schrieb sie dazu. Einige jüngere Menschen zählten auch zu den Gästen der Ausstellungseröffnung. Sie waren Teilnehmer des einwöchigen Kurses "Sterben, Tod und Trauer" der Katholischen Akademie.

Der Kurs, den es schon über 30 Jahre gibt, findet für Auszubildende in der Krankenpflege statt. "Die Ausbildung verlangt schon früh die Auseinandersetzung mit dem Tod", erläutert Kursleiter Ingo Lay bei der Ausstellungseröffnung. Im Kurs gehe es darum, wie Betroffene und ihre An-/Zugehörigen die Zeit des Sterbens erleben. Zum anderen regt der Kurs zum Nachdenken über die eigene Befindlichkeit und das Nachfühlen der eigenen Befindlichkeit an. Lay fügt hinzu: "Es wird aber auch viel gelacht. Sonst ginge das nicht. (js/pm)+++

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