Hitze, Kälte und fester Wille
Von Marbach nach Marrakesch: Vater-Sohn-Abenteuer gipfelt auf 4.167 Metern
Fotos: Kai Schultheis
15.10.2026 / PETERSBERG/MAROKKO -
Mit dem Mountainbike durch Marokko, um am Ende auf dem höchsten Berg Nordafrikas zu landen? Dieses Abenteuer wagten Kai Schultheis und sein zwölfjähriger Sohn Leon aus Petersberg-Marbach (Kreis Fulda). Dabei legten sie insgesamt 301 Kilometer mit dem Fahrrad zurück und bestiegen gemeinsam den 4.167 Meter hohen "Jebel Toubkal" - diese Reise war für das Vater-Sohn-Duo eine besondere Erfahrung.
"Die Idee hinter der Tour war, gemeinsam Zeit zu verbringen, Neues zu erleben und sich einer sportlichen Herausforderung zu stellen", schreibt Schultheiss an die O|N-Redaktion. Bereits im Vorjahr waren die beiden auf Teneriffa vom Meer bis zum Gipfel gewandert. Für die Marokkoreise hatten sie außerdem mehrere lange Fahrradtrainings absolviert.
Endlose Straßen, heiße Temperaturen und steile Pfade
Gestartet waren Kai und Leon Schultheis in Essaouira an der Atlantikküste. Sie besuchten die verwinkelte Altstadt und schlenderten den weitläufigen Strand entlang, bevor es ins Landesinnere ging. Die erste, 104 Kilometer lange Etappe führte nach Chichaoua und erstreckte sich zudem über 760 Höhenmeter. Der Verkehr sowie die enorm hohen Temperaturen verlangten den beiden Abenteurern einiges ab. Als sie ihr Tagesziel erreichten, war Marokko bereits wieder in Dunkelheit gehüllt. Der darauffolgende Tag führte etwa 77 Kilometer nach Lalla Takerkoust. Die Region war weitaus weniger von Menschenleben geprägt - weniger Autos, noch weniger Schatten und die Straßen schienen endlos. Der Weg zum Gipfel
Nach der Nacht in Imlil schlossen sich Kai und Leon Schultheis einer geführten Bergtour an. Zwei Guides sowie 13 weitere Teilnehmer begleiteten sie. Auf dem Weg brach ein anderer Bergsteiger auf einer Berghütte zusammen - ihm machte die Höhe zu schaffen. Der Gipfelaufstieg startete bereits am darauffolgenden frühen Morgen. Es war wesentlich kälter als erwartet, ganz anders als noch beispielsweise in Chichaoua oder Lalla Takerkoust. Leon machte der Magen weiterhin zu schaffen und sein Vater versuchte, ihm zu erklären, dass ein Abbruch in Ordnung sei - dennoch war Leon entschlossen.Die letzte Etappe mit dem Fahrrad führte das Duo von Imlil nach Marrakesch. 70,5 Kilometer betrug die Strecke und bei bestem Wetter führte der Weg an steilen Hängen entlang durch einen Canyon mit einem Fluss, der "die Umgebung grün erscheinen ließ - ein starker Kontrast zu den trockenen Landschaften auf dem Hinweg", wie es Kai Schultheiss beschreibt.