SPD-Politiker reagieren auf Bas-Rücktritt
"Vor dieser Entscheidung habe ich großen Respekt"
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13.10.2026 / REGION -
Der Rücktritt von Bärbel Bas als Arbeitsministerin und SPD-Chefin am Montag hat ein politisches Beben ausgelöst. Hessische Genossen reagieren mit Verständnis.
"Der Rücktritt von Bärbel Bas aufgrund eines Trauerfalls in der Familie ist menschlich tragisch und hat Respekt verdient. Denn öffentlich zu erklären, das einem durch einen schweren Schicksalsschlag die Kraft für ein politisches Spitzenamt fehlt, ist sicher kein leichter Schritt", sagt Patrick Krug, Erster Kreisbeigeordneter im Vogelsbergkreis und Vorsitzender der Vogelsberger SPD.
Für die SPD kann die bald anstehende Neuwahl des kompletten Bundesvorstand eine Chance sein, Dinge zu ändern und verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen, wie der Kreisbeigeordnete weiter sagt. "Dass das möglich ist, zeigen zum Beispiel das Wahlergebnis von Manuela Schwesig in Mecklenburg-Vorpommern oder auch der Aufwind, den die britische Labour Party, die dortige sozialdemokratische Partei, gerade mit dem neuen Premierminister Andy Burnham erlebt."
Sören Bartol, Landesvorsitzender der SPD Hessen, schreibt in einer Pressemitteilung zum Rücktritt von Bärbel Bas: "Vor dieser Entscheidung habe ich großen Respekt, aber sie macht mich auch ganz persönlich betroffen, besonders vor dem familiären Hintergrund, der zu diesem Schritt geführt hat." Bas habe "die Sozialdemokratie über viele Jahre hinweg geprägt und sich leidenschaftlich für unser Land, für die Bürgerinnen und Bürger sowie für die Partei engagiert".
Bereits am Montag (12. Oktober) hatte der hessische Vize-Ministerpräsident und Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori (SPD) sein Bedauern über Bas' Rücktritt geäußert.
Der Vorsitzende der SPD-Fraktion Fulda, Jonathan Wulff, sieht den Vertrauensverlust der SPD auf Bundesebene als Herausforderung für die politische Arbeit vor Ort. Auf die Frage, wie er diesen Verlust den Bürgern erkläre, antwortet er knapp: "Gar nicht!" Stattdessen versuche er, den Menschen vor Ort zu erklären, warum sie der SPD vertrauen sollten.
Seiner Meinung nach habe die SPD "ihre politischen Fehler der vergangenen Jahre erkannt und die richtigen Schlussfolgerungen gezogen hat. Was wir jetzt brauchen, ist eine bessere Kommunikation unserer Konzepte. Wir sollten die Doppelspitze wieder abschaffen und eine Person an die Spitze der Partei bringen, die auch in der neuen Medienlandschaft gut kommunizieren kann. Ich denke etwa an Manuela Schwesig oder an Boris Pistorius." (lu/ksk/nia) +++