Ausbau an der Adenmühle auf den Prüfstand
FDP fordert schonendere Planung und sparsamen Umgang mit Steuergeld
Fotos: FDP Flieden
13.10.2026 / FLIEDEN -
Die FDP‑Fraktion Flieden hat bei einem Ortstermin an der Adenmühle ihre Forderung bekräftigt, die aktuelle Straßenbauplanung für die L 3141 zwischen Flieden und dem Ortsteil Rückers (Kreis Fulda) erneut zu prüfen. Am Freitag sprachen Daniel Reith, Uwe Reichenbach und Fraktionsvorsitzender Mario Klotzsche mit betroffenen Eigentümerinnen und Eigentümern über die möglichen Auswirkungen des geplanten Ausbaus und die aus ihrer Sicht notwendigen Anpassungen.
Der erste Bauabschnitt in Richtung Rückers wird bereits gebaut. Dort wird deutlich, welche Dimensionen die Maßnahme annimmt. Der Straßenverlauf wird verändert. Es entstehen umfangreiche Erdarbeiten, breite Straßenflächen und neue Böschungen. "Wenn man sich die Baustelle ansieht, erinnert die Breite und Massivität des Ausbaus eher an eine Bundesstraße als an eine kleine ländliche Verbindung. Das passt aus unserer Sicht weder zur Verkehrsbedeutung noch zur Lage dieser Straße. Wir dürfen hier nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen", sagt Klotzsche.
Für den anschließenden zweiten Bauabschnitt durch den Bereich Adenmühle läuft das Planfeststellungsverfahren. Allein für diesen rund 550 Meter langen Abschnitt sind nach den Planunterlagen 1,64 Millionen Euro vorgesehen. Die Kosten des bereits laufenden ersten Bauabschnitts kommen hinzu. "Es geht um viel Steuergeld. Deshalb muss nachvollziehbar sein, warum dieser Ausbauumfang nötig ist und ob eine einfachere Lösung denselben Zweck erfüllt", fordert Klotzsche.
Beim Ortstermin schilderten die Eigentümer konkrete Probleme. Georg Atzert befürchtet Einschränkungen bei der Erreichbarkeit und Bewirtschaftung seiner landwirtschaftlichen Flächen. Ein betroffenes Grünlandgrundstück wäre nach seiner Einschätzung nach dem Ausbau insgesamt nicht mehr wirtschaftlich nutzbar. An seinem Hofanwesen sieht er außerdem offene Fragen zur Entwässerung und zum Schutz älterer Gebäude vor Erschütterungs- und Bauschäden.
Als Alternative fordert die Fraktion eine Sanierung, die den heutigen Straßenverlauf und die Höhenlage weitgehend erhält. Fahrbahn und Entwässerung sollen erneuert und tatsächliche Gefahrenstellen gezielt verbessert werden. Für Fußgänger und Radfahrer soll eine sichere Lösung entstehen, die zum örtlichen Bedarf passt. Ein konkreter Vorschlag der Eigentümer für eine schmalere Wegeführung liegt inzwischen vor und soll fachlich geprüft werden. Auch die geplante Radverbindung an der K90 gehört aus Sicht der Liberalen in den Vergleich. Zu klären ist, welche Wegebeziehungen sie künftig abdeckt und welcher zusätzliche Bedarf an der Adenmühle bleibt.
"Eine sichere Straße und eine gute Verbindung für Fußgänger und Radfahrer sind wichtig. Aber daraus folgt kein Freibrief für jeden Ausbau. Wir wollen einen ehrlichen Vergleich von Nutzen, Kosten und Eingriffen. Jeder unnötig ausgegebene Euro fehlt bei anderen Straßen, Brücken oder kommunalen Aufgaben", sagt Klotzsche. Die FDP-Fraktion hat eine Stellungnahme beim Regierungspräsidium Kassel eingereicht und Hessen Mobil um fachliche Überprüfung gebeten. Auch der Bund der Steuerzahler Hessen wurde auf das Projekt aufmerksam gemacht. "Wir erwarten jetzt klare Antworten und einen gemeinsamen Termin vor Ort. Die Straße muss sicher sein, die Grundstücke müssen nutzbar bleiben und das Geld der Steuerzahler muss sinnvoll eingesetzt werden", so Klotzsche. (mis/pm) +++