Stimmung etwas aufgehellt
Hoffnung auf Silberstreif am Horizont - aktuelle Konjunkturzahlen der IHK
Fotos: Felix Weigl
12.10.2026 / FULDA -
Dreimal im Jahr befragt die Industrie- und Handelskammer Fulda rund 150 regionale Unternehmen zu ihrer aktuellen wirtschaftlichen Lage, um so ein Stimmungsbild über das derzeit vorherrschende Geschäftsklima zu erstellen. Michael Konow, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Fulda, präsentierte den hiesigen Medienvertretern am Montag die aktuellen Ergebnisse der Herbst-Konjunkturumfrage 2026. Demnach gibt es in Osthessen leichte Anzeichen der Entspannung und einen Silberstreifen am Horizont. Es sei im Vergleich zu den vorigen Umfragen insgesamt mehr Bewegung zu verzeichnen, so Konow.
Aktuelle und zukünftige Geschäftslage
Die Investitionsbereitschaft liegt per Saldo über die Mehrzahl der Branchen hinweg im negativen Bereich: 36,5 Prozent der befragten Unternehmen haben ihre Investitionsabsichten reduziert. Von steigenden Investitionen gehen 20,8 Prozent der Betriebe aus. Hauptmotive für Investitionen sind Ersatzbedarf (66,7 Prozent), Rationalisierung (33,3 Prozent), Produktinnovationen (26,7 Prozent), Kapazitätsausweitung (18,9 Prozent) und Umweltschutz (13,3 Prozent).
Die Zahl der Firmen, die von einem Beschäftigungsabbau ausgehen (17,7 Prozent), liegt über der der Betriebe, die zusätzliche Beschäftigung planen (13,5 Prozent). In der Industrie zeichnet sich ein düstereres Bild: 27 Prozent der befragten Unternehmen erwarten sinkende und 16,2 Prozent der befragten Unternehmen steigende Beschäftigtenzahlen in den kommenden zwölf Monaten. 29 Prozent der befragten außenwirtschaftlich tätigen Unternehmen rechnen mit steigenden Exporten, 42 Prozent mit gleichbleibendem Volumen und 29 Prozent mit sinkenden Exporten, womit sich die Exporterwartungen wieder deutlich verbessert haben.
Als größte Risiken für die weitere wirtschaftliche Entwicklung werden steigende Energie- und Rohstoffpreise (66,3 Prozent), sich verschlechternde wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen (64,2 Prozent), eine schwindende Inlandsnachfrage (62,1 Prozent), höhere Arbeitskosten (61,1 Prozent) sowie der Fachkräftemangel (44,2 Prozent) von den Betrieben gesehen.
"Auch wenn die Zahlen wieder in die richtige Richtung weisen, bleibt die Aufwärtsbewegung auf einem schmalen Fundament. Die Umfrage zeigt auch, dass die Unternehmen tiefgreifende Reformen des Arbeitsmarktes und der sozialen Sicherungssysteme fordern. Überall dort, wo der Staat entlasten und flexibilisieren kann, sollte er es auch tun. Denn die Risiken, auf die wir nur wenig Einfluss haben, insbesondere die Energie- und Rohstoffpreise, bleiben sehr hoch", fasst Michael Konow die aktuellen konjunkturellen Zahlen der IHK-Umfrage zusammen. (ci/pm)+++