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Stimmung etwas aufgehellt

Hoffnung auf Silberstreif am Horizont - aktuelle Konjunkturzahlen der IHK

Hauptgeschäftsführer Michael Konow präsentiert den aktuellen Konjunkturbericht
Fotos: Felix Weigl

12.10.2026 / FULDA - Dreimal im Jahr befragt die Industrie- und Handelskammer Fulda rund 150 regionale Unternehmen zu ihrer aktuellen wirtschaftlichen Lage, um so ein Stimmungsbild über das derzeit vorherrschende Geschäftsklima zu erstellen. Michael Konow, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Fulda, präsentierte den hiesigen Medienvertretern am Montag die aktuellen Ergebnisse der Herbst-Konjunkturumfrage 2026. Demnach gibt es in Osthessen leichte Anzeichen der Entspannung und einen Silberstreifen am Horizont. Es sei im Vergleich zu den vorigen Umfragen insgesamt mehr Bewegung zu verzeichnen, so Konow.

"Die Stimmung in der osthessischen Wirtschaft hat sich im Vergleich zu den Vormonaten etwas aufgehellt, von einem flächendeckenden Aufschwung ist sie jedoch noch weit entfernt. Die konjunkturelle Schwächephase hält seit 2022 an, was sich weiterhin dämpfend auf Beschäftigung, Investitionen und damit auch auf zukünftiges Wachstum auswirkt", kommentiert Michael Konow die aktuellen Ergebnisse der Herbst-Konjunkturumfrage 2026.

Aktuelle und zukünftige Geschäftslage



Die derzeitige Geschäftslage wird von 65,6 Prozent der Unternehmen als befriedigend bezeichnet. Im Mai lag dieser Wert noch bei 56,2 Prozent. Von einer schlechten Lage sprechen 17,7 Prozent. Der Anteil der Unternehmen mit einer guten aktuellen Geschäftslage liegt bei 16,7 Prozent. Die Erwartungen sind per Saldo weiterhin negativ: Eine schlechtere Lage erwarten 17,9 Prozent der Firmen (Mai: 26,4 Prozent). 71,6 Prozent der Unternehmen gehen von einer konstanten Geschäftslage aus; im Mai waren 67,9 Prozent dieser Ansicht. 10,5 Prozent der Unternehmen erwarten eine eher günstigere zukünftige Geschäftslage (Mai: 5,7 Prozent). Die Bewertung der derzeitigen und die Einschätzung der zukünftigen Geschäftslage ergibt, dass sich der Geschäftsklimaindex mit 95,7 Punkten (Mai: 86,4 Punkte) zwar deutlich verbessert hat, aber weiterhin im rezessiven Bereich verharrt. Damit liegt er im vierten Jahr unter der 100-Punkte-Grenze.

Auch bei den Industriebetrieben ist die aktuelle Lage per Saldo weiterhin negativ. Sie hat sich gegenüber Mai jedoch leicht verbessert. Von einer schlechten aktuellen Geschäftslage sprechen 29,7 Prozent der befragten Unternehmen, 18,9 Prozent berichten von einer guten Situation. 19,4 Prozent der Industriebetriebe gehen in den kommenden Monaten von einer eher ungünstigeren, 16,7 Prozent der befragten Unternehmen von einer eher günstigeren Geschäftslage aus. Insgesamt ist der Geschäftsklimaindex der Industrie von 81,9 auf 93,1 Punkte gestiegen. Im Handel hat sich der Geschäftsklimaindex von 72 auf 95,5 Punkte verbessert.

Zurückhaltung bei Investitionen und Beschäftigung

Die Investitionsbereitschaft liegt per Saldo über die Mehrzahl der Branchen hinweg im negativen Bereich: 36,5 Prozent der befragten Unternehmen haben ihre Investitionsabsichten reduziert. Von steigenden Investitionen gehen 20,8 Prozent der Betriebe aus. Hauptmotive für Investitionen sind Ersatzbedarf (66,7 Prozent), Rationalisierung (33,3 Prozent), Produktinnovationen (26,7 Prozent), Kapazitätsausweitung (18,9 Prozent) und Umweltschutz (13,3 Prozent).
Die Zahl der Firmen, die von einem Beschäftigungsabbau ausgehen (17,7 Prozent), liegt über der der Betriebe, die zusätzliche Beschäftigung planen (13,5 Prozent). In der Industrie zeichnet sich ein düstereres Bild: 27 Prozent der befragten Unternehmen erwarten sinkende und 16,2 Prozent der befragten Unternehmen steigende Beschäftigtenzahlen in den kommenden zwölf Monaten. 29 Prozent der befragten außenwirtschaftlich tätigen Unternehmen rechnen mit steigenden Exporten, 42 Prozent mit gleichbleibendem Volumen und 29 Prozent mit sinkenden Exporten, womit sich die Exporterwartungen wieder deutlich verbessert haben.

Hochrisikoumfeld hält an

Als größte Risiken für die weitere wirtschaftliche Entwicklung werden steigende Energie- und Rohstoffpreise (66,3 Prozent), sich verschlechternde wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen (64,2 Prozent), eine schwindende Inlandsnachfrage (62,1 Prozent), höhere Arbeitskosten (61,1 Prozent) sowie der Fachkräftemangel (44,2 Prozent) von den Betrieben gesehen.

Arbeitsmarkt flexibilisieren, Sozialsysteme reformieren

"Auch wenn die Zahlen wieder in die richtige Richtung weisen, bleibt die Aufwärtsbewegung auf einem schmalen Fundament. Die Umfrage zeigt auch, dass die Unternehmen tiefgreifende Reformen des Arbeitsmarktes und der sozialen Sicherungssysteme fordern. Überall dort, wo der Staat entlasten und flexibilisieren kann, sollte er es auch tun. Denn die Risiken, auf die wir nur wenig Einfluss haben, insbesondere die Energie- und Rohstoffpreise, bleiben sehr hoch", fasst Michael Konow die aktuellen konjunkturellen Zahlen der IHK-Umfrage zusammen. (ci/pm)+++

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