"Es waren sehr gute Gespräche."
MV auf Kurs Rot-Rot-Grün - Verhandlungsstart am Montag
Foto: Danny Gohlke/dpa
11.10.2026 / SCHWERIN/ROSTOCK -
SPD, Linke und Grüne wollen in MV über eine Koalition verhandeln. Dafür stimmten alle drei Parteien. Für die Grünen wäre eine Regierungsbeteiligung in MV eine Premiere.
Die Zeichen stehen auf Rot-Rot-Grün in Mecklenburg-Vorpommern: Nach zweiwöchigen Sondierungsgesprächen haben SPD, Linken und am Samstag auch die Grünen die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen für das erste Dreier-Bündnis in der Geschichte des Bundeslandes beschlossen.
Müller betonte beim Kleinen Parteitag der Grünen in Rostock, dass alle drei möglichen Koalitionspartner sehr klar beim Thema Rechtsextremismus seien. Dieser sei aktuell die größte Gefahr der Demokratie in Mecklenburg-Vorpommern. "Deshalb wird es mit uns keine Zusammenarbeit mit der AfD geben", so Müller. Mit Blick auf grüne Schwerpunkte bei den Verhandlungen verwies sie auf den Klimaschutz, der konsequent umgesetzt, aber sozial gerecht gestaltet werden müsse.
"Mehr als ein Bündnis aus drei Parteien"
Die drei Parteien haben große Pläne. "Wir wollen mehr sein als ein Bündnis aus drei Parteien", sagte Schwesig am Freitagabend. "Wir wollen für alle da sein: in der Stadt und auf dem Land, für Junge und Ältere, für unsere Wählerinnen und Wähler und genauso für die, die skeptisch sind oder uns nicht gewählt haben." Linken-Landeschef Herbst verwies auf eine geplante stärkere Bürgerbeteiligung im Land, etwa mit Bürgerräten.Zu den Vorhaben gehören demnach auch ein vergünstigtes Jugendticket für den öffentlichen Nahverkehr, mehr Bürgerbeteiligung sowie ein Parlamentarischer Untersuchungsausschuss zu rechtsextremen Netzwerken. Letzterer kam auf Betreiben der Linken ins Sondierungspapier, wie Herbst der Deutschen Presse-Agentur sagte.
Sieben Arbeitsgruppen für Koalitionsverhandlungen
Die Koalitionsverhandlungen sollen von einer Hauptgruppe aus Spitzenvertretern der drei beteiligten Parteien geführt werden. Ihr sollen sieben Arbeitsgruppen zu den einzelnen Themenfeldern zuarbeiten: Finanzen und Digitalisierung, Landwirtschaft und Klimaschutz, Wirtschaft und Energie, Bildung und Kultur, Soziales und Gesundheit, Innen und Kommunen sowie Sonderthemen (Bund und Europa). Am Ende sollen Landesparteitage aller drei Parteien über den Koalitionsvertrag und die Bildung der neuen Landesregierung entscheiden.Wahl der Regierungschefin spätestens am 17. November
Viel Zeit bleibt nicht, das Dreier-Bündnis zu schmieden. Am 20. Oktober tritt der Landtag zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Danach gibt die Landesverfassung vier Wochen Zeit, um den Ministerpräsidenten oder die Ministerpräsidentin zu wählen. Das wäre spätestens am 17. November. Daran, dass sie ihre nächste Amtszeit anstrebt, hat die SPD-Politikerin Schwesig nie einen Zweifel gelassen. (dpa) +++Foto: Jens Büttner/dpa
Foto: Philip Dulian/dpa