Wenn die Seele Hilfe braucht
Welttag der psychischen Gesundheit: Betroffene erhalten eine Stimme
Symbolfoto: Pixabay
10.10.2026 / REGION -
Am heutigen Samstag ist es wieder so weit: Weltweit wird der Welttag der psychischen Gesundheit, der sogenannte World Mental Health Day, begangen. Der jährlich am 10. Oktober stattfindende Aktionstag soll auf die Situation von Menschen mit psychischen Erkrankungen aufmerksam machen, Vorurteile abbauen und das gesellschaftliche Bewusstsein für psychische Gesundheit stärken.
Von der Tabuzone zum Gesellschaftsthema
Der Welttag der psychischen Gesundheit wurde 1992 auf Initiative des Weltverbands für psychische Gesundheit (World Federation for Mental Health, WFMH) ins Leben gerufen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) unterstützt den Aktionstag. Ziel ist es, über psychische Erkrankungen aufzuklären, auf die Bedürfnisse der Betroffenen aufmerksam zu machen und für mehr gesellschaftliche Solidarität zu werben.Psychische Erkrankungen rücken zunehmend in den Fokus. Dazu tragen nicht zuletzt Aufklärungskampagnen und ein wachsendes Verständnis für die Leiden der Betroffenen bei. Während Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen noch vor wenigen Jahrzehnten häufig tabuisiert wurden, sprechen heute mehr Menschen offen über ihre psychische Gesundheit. Ob psychische Erkrankungen insgesamt tatsächlich häufiger auftreten oder inzwischen lediglich häufiger erkannt und diagnostiziert werden, lässt sich allerdings nicht pauschal beantworten.
AOK schlägt Alarm: Fehlzeiten deutlich gestiegen
Das wissenschaftliche Institut der AOK berichtet aktuell, dass Fehlzeiten der AOK-Versicherten durch psychische Erkrankungen in den letzten 10 Jahren um 42% gestiegen sind. Zudem ist die Dauer der Krankheitstage mit 28,5 Tagen im Schnitt bei psychischen Problemen besonders hoch. Die AOK sieht hier klaren Handlungsbedarf, etwa durch Betriebliche Gesundheitsförderung und durch das konsequente Erstellen von Psychischen Gefährdungsbeurteilungen.Der Welttag der psychischen Gesundheit bietet damit auch eine Gelegenheit, achtsamer mit sich selbst und anderen umzugehen, zuzuhören und Menschen mit seelischen Problemen die Hand zu reichen. (Dr. med. Adrian Böhm)+++