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Für engere Zusammenarbeit geworben

Ministerpräsident Rhein in den USA: "Europa muss erwachsen werden"

Ministerpräsident Boris Rhein (2 v. l.) mit dem Minister für Internationales, Manfred Pentz (1 v. l.), dem stellvertretenden US-Handelsminister Paul M. Dabbar und dem Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in den USA, Jens Hanefeld, in Washington.
Fotos: Hessische Staatskanzlei

10.10.2026 / WASHINGTON - Wenige Wochen vor den Zwischenwahlen ("Midterms") in den Vereinigten Staaten hat sich Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) während seiner USA-Reise mit ranghohen Vertretern der US-Regierung in Washington D.C. ausgetauscht. Im Mittelpunkt standen die Themen Sicherheit, Verteidigung und Wirtschaft. In der Delegation war unter anderem auch der Minister für Internationales, Manfred Pentz, mit dabei.



Der Regierungschef traf sich unter anderem mit dem stellvertretenden Nationalen Sicherheitsberater der USA, Mike Needham, und dem stellvertretenden Handelsminister Paul M. Dabbar. In den Gesprächen warb Rhein für eine enge Zusammenarbeit bei Verteidigung und Sicherheit sowie für intensive Handelsbeziehungen. Zudem sprach er mit Max Bergmann, Direktor des Europa-, Russland- und Eurasien-Programms des renommierten Centers for Strategic and International Studies (CSIS) über die sicherheitspolitische Lage Europas.

Hessen setzt auf starke heimische Sicherheits- und Verteidigungswirtschaft

Im Gespräch mit Mike Needham hob Rhein den jahrzehntelangen Beitrag der Vereinigten Staaten zur Sicherheit Europas hervor. Needham arbeitet eng mit Außenminister Marco Rubio zusammen und koordiniert im Nationalen Sicherheitsrat an der Schnittstelle zwischen Weißem Haus und Außenministerium die komplette US-Sicherheitsstrategie.

Nach dem Treffen sagte Rhein: "Europa muss erwachsen werden. Wir müssen uns selbst verteidigen können gegen all jene, die uns herausfordern. Wir wissen genau, dass wir unseren jahrzehntelangen Schutz vor allem der militärischen Stärke der Vereinigten Staaten verdanken. Jetzt ist es an uns, mehr Verantwortung für unsere eigene Sicherheit zu übernehmen. Echte eigene Verteidigungsfähigkeit garantieren – das ist die wichtigste Aufgabe unserer Generation."

Deutschland erhöhe deshalb seine militärischen und sicherheitspolitischen Ausgaben substanziell, rasch und dauerhaft. Hessen habe auf die veränderte sicherheitspolitische Lage ebenfalls reagiert und setze auf eine starke heimische Sicherheits- und Verteidigungswirtschaft. Der jüngst vorgestellte Defence Hub Nordhessen sei ein weiterer Baustein in der eigenen Sicherheitsarchitektur. Am Airport Kassel werde zudem das Hessische Drohnenkompetenzzentrum aufgebaut; es bündele Forschung, Erprobung, Qualifizierung und Anwendung an einem Standort und teste neue Technologien unter realen Bedingungen.

Starke US-Militärpräsenz in Hessen

Laut Rhein habe die US-Militärpräsenz in Hessen für die Sicherheit Deutschlands und Europas große Bedeutung. Der Ministerpräsident sprach sich für eine Fortsetzung der bisherigen Stationierung aus. "Wir haben in Europa verstanden, dass wir militärisch mehr Verantwortung für unsere eigene Sicherheit übernehmen müssen. Das ändert aber nichts an der Bedeutung der amerikanischen Präsenz in Europa. Im Gegenteil: Gerade, weil wir vor gemeinsamen Herausforderungen stehen, brauchen wir eine starke transatlantische Verbindung. Deshalb ist für uns klar: Die amerikanischen Streitkräfte müssen auch künftig in Hessen präsent bleiben", sagte Rhein.

Nach dem Gespräch mit Direktor Max Bergmann von der Denkfabrik CSIS hob der Ministerpräsident die zentrale Rolle unabhängiger Analysen für die sicherheitspolitische Einordnung und politische Entscheidungen hervor. "In einer Welt, in der geopolitische und wirtschaftliche Zusammenhänge immer unvorhersehbarer werden, reicht es nicht mehr aus, Politik nur zu verwalten. Wir müssen sie präzise einordnen und vorausschauend erklären können", so der Ministerpräsident.

Enge Handelsbeziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Hessen

Nach dem Austausch mit dem stellvertretenden Handelsminister Paul M. Dabbar lobte Rhein die engen Handelsbeziehungen und die Bedeutung der Vereinigten Staaten für Hessens Wirtschaft. "Die USA sind der zentrale Absatzmarkt für die hessische Wirtschaft und unser wichtigster weltweiter Handelspartner." Die hessischen Exporte in die USA erreichten 2025 ein Volumen von 11,8 Milliarden Euro, während im Gegenzug Waren im Wert von 16,6 Milliarden Euro importiert wurden. Die Direktinvestitionen US-amerikanischer Unternehmen in Hessen belaufen sich auf mehr als 47 Milliarden Euro. Mit dem Frankfurter Flughafen als Drehscheibe biete Hessen exzellente Voraussetzungen für gute Handelsbeziehungen. "Hessen ist der Wirtschaftsmotor im Herzen Europas", so Rhein. Hessen sei für die US-Wirtschaft das wichtigste deutsche Bundesland.

Angesichts der amerikanischen Zollpolitik warb Hessens Ministerpräsident auch für fairen Handel. Er macht deutlich: "Wir wollen ein echtes, verlässliches Level-Playing-Field für amerikanische und europäische Unternehmen gleichermaßen. Wenn wir diese Fairness garantieren, schaffen wir eine echte Win-Win-Situation. Ein gerechter Handel schützt Investitionen auf beiden Seiten, hält Lieferketten krisenfest und sichert Wohlstand sowohl in den USA als auch in Deutschland."

Pentz: "Wollen diese Beziehungen weiter stärken"

Der Minister für Internationales, Manfred Pentz, der den Ministerpräsidenten auf seiner USA-Reise begleitet, hob die Bedeutung internationaler Beziehungen für Wohlstand hervor. Er macht klar: "Internationale Beziehungen sind kein Luxus. Sie sind die Grundlage für unseren wirtschaftlichen Erfolg und sichere Arbeitsplätze in Hessen. Gerade mit den USA verbindet uns eine enge und gewachsene Partnerschaft. Ein besonderes Zeichen dafür ist die Verbindung zwischen Hessen und Wisconsin, die in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen feiert. Sie zeigt, wie eng unsere Länder miteinander verbunden sind – auf politischer, gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Ebene."

Und abschließend betont Pentz: "Wir wollen diese Beziehungen weiter stärken und neue Türen für unsere Unternehmen öffnen. So entstehen neue Kontakte, neue Ideen und neue Geschäftschancen. Davon profitieren am Ende beide Seiten." (mp/pm) +++

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