Ein Stück gelebte Ökumene geht zu Ende
Wehmut auf dem Frauenberg: Retzbach-Wallfahrt vor dem Aus
Foto: Bistum Fulda
08.10.2026 / ZELLINGEN -
"Wenn wir nicht nach Retzbach kommen, muss Retzbach zu uns kommen", betonte der evangelische Pfarrer Karl Josef Gruber. Er zeichnete lange Jahre mit Gerda Mattern für die Vorbereitung und Durchführung der Wallfahrt verantwortlich, die vom Katholikenrat des Bistums Fulda und der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck gemeinsam getragen wurde.
Teilnehmende und Menschen, die 20 Jahre lang die Wallfahrt initiiert und geleitet haben, waren jetzt nach Fulda auf den Frauenberg gekommen. In der Klosterkirche der Franziskaner feierten sie, wenn auch mit Wehmut: Denn schon 2026 gib es die Retzbach-Wallfahrt mehr. Es fehlen die Kräfte, sie zu organisieren.
Der Fuldaer Weihbischof Prof. Dr. Karlheinz Diez war von Anfang an dabei und konnte mehrmals den Jahrestag seiner Bischofsweihe bei der Wallfahrt feiern. Er erinnerte an Cristina Falk in Marburg, welche die Idee gehabt hatte, dass katholische und evangelische Christen gemeinsam auf Wallfahrt nach Retzbach in Unterfranken gehen. Dort steht die Wallfahrtskirche "Maria im grünen Tal". Seit 1968 gilt "Maria im grünen Tal" als Patronin der Ökumene: Maria führt zu Christus. In ihm finden Christen zur Einheit.