Neuer Ehrenvorsitzender
Weißer Ring ehrt Fuldaer Gerichtspräsidenten Patrick Liesching
Foto: Weisser Ring e.V.
07.10.2026 / MAINZ -
Patrick Liesching, Präsident des Landgerichts Fulda, ist zum Ehrenvorsitzenden des Weißen Rings gewählt worden. Die Opferhilfeorganisation hat ihren Bundesvorstand neu besetzt.
Der frühere Bundesvorsitzende Leisching kandidierte bei der 19. Bundesdelegiertenversammlung nicht mehr für den Geschäftsführenden Bundesvorstand. Er wird sich aber weiterhin für Deutschlands größte Hilfsorganisation für Kriminalitätsopfer engagieren, wie es in der Pressemitteilung der Organisation heißt.
Richstein führt den Weißen Ring seit zwei Jahren und wurde nun für weitere vier Jahre gewählt. Sie war 25 Jahre Abgeordnete im Brandenburger Landtag, ab 2019 als Vizepräsidentin. Von 2002 bis 2004 amtierte sie als Ministerin der Justiz und für Europaangelegenheiten. Im Weißen Ring ist sie zugleich Landesvorsitzende in Brandenburg.
Zum stellvertretenden Bundesvorsitzenden wurde Benedikt Wemmer gewählt. Der 36-jährige Jurist gehört dem Verein seit 2013 an und engagiert sich ehrenamtlich. Im Landesverband NRW/Westfalen-Lippe ist er stellvertretender Landesvorsitzender. Außerdem arbeitet er im Fachbeirat Aus- und Weiterbildung und vertrat zuletzt die Interessen der Jungen Mitarbeitenden im Bundesvorstand.
Petra Klein wurde als stellvertretende Bundesvorsitzende wiedergewählt. Die frühere Kriminalbeamtin ist seit 2009 im Verein tätig, leitet die Außenstelle Oldenburg und ist Vizepräsidentin des Dachverbands "Victim Support Europe". Schatzmeister bleibt Bert Christmann. Der 62-jährige Betriebswirt arbeitet als Bereichsleiter Geld- und Außenhandel für die Volksbank Darmstadt Mainz.
Faeser und Schmachtenberg neu dabei
Im Weißen Ring will sie sich unter anderem für einen besseren Schutz vor häuslicher und geschlechtsspezifischer Gewalt einsetzen. Zu den gemeinsamen Anliegen zählt sie elektronische Fußfesseln zur Überwachung von Annäherungsverboten sowie Prävention bei digitaler Gewalt und Hasskriminalität. Besonderes Gewicht legt sie auf den Schutz von Kindern.
Rolf Schmachtenberg war bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze Ende März 2025 Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Dem Weißen Ring gehört er seit 2010 an. Im Ministerium war er von 2010 bis 2025 auf verschiedenen Ebenen daran beteiligt, die Opferentschädigung im Sozialgesetzbuch XIV neu zu regeln.
2020 ließ sich Schmachtenberg zum Opferhelfer ausbilden. Im Ruhestand nahm er seine ehrenamtliche Vereinsarbeit wieder auf. Seit April 2026 ist er Landesvorsitzender in Berlin.
"Mir ist wichtig, dass der Verein als zentraler Akteur für die Opfer von Kriminalität noch stärker wahrgenommen wird. Dafür brauchen wir noch mehr Mitglieder, ehrenamtliche Mitarbeitende und mehr Geld. Das sind große Ziele, an denen wir arbeiten werden."
Weitere Ehrungen zum Jubiläum
Neben der Wahl Lieschings zum Ehrenvorsitzenden vergab der Verein zwei Ehrenmitgliedschaften: an Ansgar Heveling und an die in diesem Jahr verstorbene Manuela Söller-Winkler. Beide gehörten dem Geschäftsführenden Bundesvorstand an.
Heveling musste sein Ehrenamt ablegen, weil er Präsident des Bundesrechnungshofs geworden ist. Söller-Winkler war bis 2017 Staatssekretärin im Ministerium für Inneres und Bundesangelegenheiten des Landes Schleswig-Holstein.
Der Weiße Ring feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen. Bundesweit helfen rund 3000 Ehrenamtliche vor Ort, am Opfer-Telefon und in der Onlineberatung. In den vergangenen fünf Jahrzehnten haben sie mehr als 680.000 Betroffene betreut. Rund 170 Millionen Euro wurden als Opferhilfen ausgezahlt.
Der Verein zählt fast 40.000 Mitglieder. Er finanziert sich ausschließlich durch Mitgliedsbeiträge, Spenden, Geldbußen und testamentarische Zuwendungen. Staatliche Mittel erhält er nicht. (pm/ksk)