Für zwölf Stunden im Einsatz
Landrat und Gefahrenabwehrdezernent für einen Tag im Rettungsdienst
Fotos: Vogelsbergkreis
08.10.2026 / LAUTERBACH -
Der Hof der gemeinsamen Liegenschaft von DRK‑Rettungswache und Feuerwehr Lauterbach war bis vor Kurzem noch ruhig - doch an diesem Dienstagmorgen ändert sich das schlagartig. Erste Feuerwehrleute treffen ein, eilen in den Stützpunkt, rüsten sich aus und fahren zum Einsatz nur wenige Straßen weiter. Kurz darauf meldet sich auch die Leitstelle bei der Rettungswache: Eine Person hat Gas eingeatmet und klagt über Beschwerden, ein Rettungswagen wird dringend benötigt.
Notfallsanitäter Benedikt Geiger, Rettungssanitäter Michael Döll und – ungewöhnlich, aber an diesem Tag Realität – Landrat Dr. Jens Mischak steigen in den RTW und rücken mit Blaulicht aus. Der Landrat begleitet den Dienst für zwölf Stunden als Praktikant, um sich einen unmittelbaren Eindruck vom Arbeitsalltag im Rettungsdienst zu verschaffen.
Um 7 Uhr startet er gemeinsam mit Benedikt und Michael in den 12-stündigen Dienst, bei dem er dem Rettungsdienst bei der Arbeit über die Schulter schauen wird. Vor Ort ist auch Marcel Greb, Bereichsleiter Lauterbach vom DRK-Rettungsdienst Mittelhessen, der gemeinsam mit Notarzt Dr. Christian Körner und Notfallsanitäter Justus Hoppe das Team für den Tag komplettiert.
Neben Equipment auch bestens ausgebildetes Personal
Zu Beginn ist der Dienst verhältnismäßig ruhig. Und weil der Melder glücklicherweise nicht dazwischenfunkt, bleibt etwas Zeit fürs gemeinsame Frühstück, einen Rundgang über die Wache sowie einen Blick in RTW und Notarzteinsatzfahrzeug (NEF), das an diesem Tag ebenfalls an der Lauterbacher Rettungswache stationiert ist. Dabei wird deutlich, wie viel Equipment in den Fahrzeugen steckt. Denn von EKG, Defibrillator oder dem Gerät für die automatisierte Herzdruckmassage bis hin zum Beatmungsgerät, einer Vielzahl von Medikamenten und weiterem technischen Gerät reicht das Repertoire auf RTW und NEF. "Das Equipment ist das eine, doch es braucht auch bestens ausgebildetes Personal im Rettungsdienst", merkt der Landrat an. Einsatz mit bewusstloser Person
Doch dann muss es schnell gehen: Die Leitstelle meldet eine bewusstlose Person, und gemeinsam machen sich Notarzt Dr. Körner, Notfallsanitäter Justus Hoppe und der Landrat auf den Weg zum ersten Einsatz des Tages. Wenig später alarmiert die Leitstelle den Notarzt erneut. Wieder eine bewusstlose Person, die medizinisch versorgt, stabilisiert und ins Krankenhaus transportiert wird.Zurück auf der Rettungswache bleibt dann etwas Zeit zum Ausruhen und für das Mittagessen, bevor nachmittags ganz banale Dinge auf dem Programm stehen: Denn nach jedem Einsatz wird der RTW gründlich gereinigt und desinfiziert. Einmal pro Woche geht es darüber hinaus in die Waschstraße.
Anschließend steht dann eine kurze Besichtigung des neuen Notarzt-Standortes am Krankenhaus Eichhof an. Denn das dort seit rund drei Jahren stationierte NEF bekommt vor Ort einen neuen Stützpunkt, der ab kommendem Jahr fertiggestellt sein soll, wie Bereichsleiter Greb berichtet. Gegen Nachmittag, das Dienstende ist bereits in Sicht, macht sich der Melder ein weiteres Mal bemerkbar – und in wenigen Sekunden ist die RTW-Besatzung startklar. Eine Person hat Gas eingeatmet und klagt über Beschwerden.
Dank für Einblick
Nach einem spannenden Tag im Rettungsdienst zieht Landrat Dr. Mischak ein sehr positives Fazit. "Ich habe heute ganz viel erleben dürfen und nehme spannende Erkenntnisse mit", resümiert der Landrat. Denn viele Rädchen greifen im Rettungsdienst ineinander, die gut aufeinander abgestimmt sein müssen. "Fortbildung, technische Ausstattung, neue Erkenntnisse aus der Medizin, Logistik und viele weitere Faktoren spielen hier zusammen. Ein ganz großer Dienst für uns alle im Vogelsbergkreis", unterstreicht der Landrat abschließend. (mis/pm) +++