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Fit für den Ernstfall

Prüfen, Rufen, Drücken: Schulsanitäter machen ganze Schule fit

Die neun Schulsanitäterinnen und -sanitäter mit Jasmin Marker, Leiterin der DRK-Akademie Fulda (links), Rektorin Romy Körber (2. v. l.) und Christine Schaab-Wiegand, verantwortliche Lehrkraft für den Schulsanitätsdienst (vorne links).
Fotos: DRK Akademie  Fulda

06.10.2026 / FULDA - Was tun bei einem Herzstillstand? An drei Reanimationstagen haben neun Schulsanitäterinnen und Schulsanitäter des DRK-Schulsanitätsdienstes an der Mittelpunktschule Hohe Rhön in Hilders rund 330 Mitschülerinnen und Mitschüler der Klassen 5 bis 10 in Wiederbelebungsmaßnahmen geschult. Damit verfügt nun die gesamte Sekundarstufe I über grundlegende Kenntnisse, um bei einem Herzstillstand richtig zu handeln und die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes mit lebensrettenden Maßnahmen zu überbrücken.


Pilotprojekt im Landkreis Fulda

Die Mittelpunktschule Hohe Rhön ist eine von zwei Pilotschulen, an denen das Projekt "Reanimationsunterricht an Schulen" des Landkreises Fulda umgesetzt wird. Vorgestellt wurde die Initiative im September 2024 vom Ersten Kreisbeigeordneten Frederik Schmitt sowie dem Ärztlichen Leiter Rettungsdienst, Matthias Kalmbach.

Bei einem Herzstillstand zählt jede Minute: Oft vergehen bis zu zehn Minuten, bis professionelle Hilfe eintrifft. Bereits nach drei bis fünf Minuten ohne ausreichende Sauerstoffversorgung können jedoch bleibende Hirnschäden auftreten. Umso wichtiger ist es, dass Ersthelfer sofort mit der Herzdruckmassage beginnen und so die Durchblutung des Gehirns aufrechterhalten.

Einfache Formel für Lebensrettung

Unter dem Motto "Prüfen – Rufen – Drücken" vermittelten die neun aktiven Schulsanitäterinnen und Schulsanitäter ihren Mitschülern in kleinen Gruppen die wichtigsten Schritte der Wiederbelebung. An Reanimationspuppen konnten die Schülerinnen und Schüler die Maßnahmen anschließend praktisch üben. "Bricht eine Person zusammen, prüfst du zuerst, ob sie reagiert und normal atmet", erklärten die jungen Ausbilder. Dazu werde der Kopf leicht nach hinten geneigt und höchstens zehn Sekunden lang kontrolliert, ob eine Atmung zu sehen, zu hören oder zu fühlen ist. Reagiert die Person nicht und atmet nicht normal, sei ein Herzstillstand wahrscheinlich. In diesem Fall müsse umgehend der Notruf 112 gewählt werden.

Bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes komme es vor allem auf die Herzdruckmassage an. Dabei werden die Hände übereinander auf die Mitte des Brustkorbs gelegt. Mit gestreckten Armen soll dann kräftig und schnell gedrückt werden, etwa fünf bis sechs Zentimeter tief und mit einer Frequenz von 100 bis 120 Kompressionen pro Minute. So bleibt die Blutzirkulation aufrechterhalten und lebenswichtige Organe werden weiterhin mit Sauerstoff versorgt.

Schulsanitäter als Multiplikatoren

Einen praktischen Hinweis gaben die Schulsanitäter ebenfalls mit auf den Weg: "Das ist anstrengender, als man denkt. Deshalb sollte man sich rechtzeitig um eine Ablösung kümmern." Noch wichtiger sei jedoch die Botschaft, keine Angst vor Fehlern zu haben. "Das Schlimmste, was man bei einer leblosen Person tun kann, ist nichts zu tun." Auf ihre Rolle als Multiplikatoren wurden die Schülerinnen und Schüler nach ihrer Grundausbildung in einem Workshop mit DRK-Ausbilder Michael Tremmel vorbereitet. Dort lernten sie, ihr Wissen methodisch und didaktisch ansprechend an ihre Mitschüler weiterzugeben.

"Zum zweiten Mal haben wir nun dieses Reanimationsprojekt durchgeführt. Wichtig ist das kontinuierliche Wiederholen, weshalb wir das Projekt künftig einmal pro Schuljahr anbieten wollen", erklärt Schulleiterin Romy Körber. Auch Christine Schaab-Wiegand, verantwortliche Lehrkraft des Schulsanitätsdienstes, zieht ein positives Fazit: "Die Reanimationstage wurden erneut sehr gut von den Schülerinnen und Schülern angenommen. Besonders bedanken möchte ich mich bei den Freiwilligen des Schulsanitätsdienstes, die sich bereit erklärt haben, als Multiplikatoren zu wirken und die gesamte Schülerschaft in der Methode ,Prüfen – Rufen – Drücken" zu schulen."

DRK würdigt Engagement

Lob gibt es auch vom Deutschen Roten Kreuz. Jasmin Marker, Leiterin der DRK-Akademie Fulda, betont: "Statt nur einer Klassenstufe haben die neun Schulsanitäterinnen und Schulsanitäter an drei Tagen die gesamte Sekundarstufe I fit in Reanimation gemacht. Diese bemerkenswerte Leistung haben wir mit einer eigens gestalteten Urkunde gewürdigt."

Auch künftig wolle das DRK die Schule bei Reanimationstrainings unterstützen. Das gelte ebenso für andere Schulen, die entsprechende Angebote für Schülerinnen, Schüler oder Lehrkräfte umsetzen möchten. Denn: "Dieses Wissen kann im Ernstfall Leben retten." (pm/jk) +++

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