Hurra, der Honig ist da!
Nach Vandalismus steht Antonius-eigener Honig wieder zum Verkauf bereit
Fotos: Hanna Literski / Antonius
06.10.2026 / FULDA -
Die Aussage von Julius Zeidler bekommt nun spürbare Bedeutung: Von acht neuen Bienenvölkern hat das Schulbienenteam der Arbeitsschule Startbahn wieder Sommer‑ und Frühjahreshonig ernten können – und dieser steht jetzt zum Verkauf bereit. Nach dem Vandalismus an den Bienenstöcken vor einigen Monaten war die Zukunft des Projekts zunächst ungewiss. Doch das Team von Antonius hat weitergemacht – "jetzt erst recht" – und kann den Honigliebhabern nun erneut ein regionales Produkt anbieten, das direkt aus der Arbeit der Schulbienen stammt.
Ende 2025 wurden sechs Bienenkästen von Antonius von unbekannten Personen zerstört, sodass alle Bienenvölker im letzten Winter tragischerweise erfroren. Laut Julius Zeidler sei der Schulzenberg bei Haimbach, das damalige Zuhause der Bienen, schon lange von Vandalismus und illegalen Partys geprägt. Jedoch sei vorher noch nie etwas unternommen worden, sodass erst dieser Vorfall Aufmerksamkeit auf die Probleme lenkte. Nach der Zerstörung der Bienenstöcke waren deswegen nicht nur die Teilnehmer des Projekts, sondern auch die Anwohnerinnen und Anwohner in Haimbach sehr betroffen.
Zusammenhalt zeigt Wirkung
Der Vorfall fand unerwartet viel Beachtung, was dazu beitrug, dass viele Spendengelder zusammenkamen, mit denen der Schaden bezahlt und neue Bienenvölker angeschafft werden konnten. Dabei wurden nicht nur mehr Völker besorgt als zuvor, es wuchs auch das Bewusstsein, wie viel eine Gemeinschaft eigentlich bewegen kann. "Da habe ich dann irgendwann Gänsehaut gekriegt, als ich gemerkt habe, dass mein Diensthandy gar nicht mehr stillsteht", so Julius Zeidler, der noch bis heute begeistert von der Hilfsbereitschaft der Leute ist. Selbst bis Frankfurt verbreitete sich die Nachricht der Tragödie, sodass viele Menschen auf die Zerstörung aufmerksam wurden, was alle Beteiligten motivierte, nicht aufzugeben und auf jeden Fall mit der Produktion weiterzumachen.In Zusammenarbeit mit verschiedenen Bienenzüchtern wurden acht Bienenvölker bereitgestellt und durch einen Imker, der das Bienenprojekt von Antonius begleitet, vermehrt. Zeidler erinnert sich noch an einen sehr hilfsbereiten Imker, der sogar angeboten habe: "Ich bin jetzt in einem gehobenen Alter und für Sie würde ich mit dem Imkern aufhören und Ihnen meine kompletten Völker zur Verfügung stellen." Dieses Angebot war nur ein Beispiel für die Hilfsbereitschaft, die dem Bienenprojekt im Laufe der Zeit entgegengebracht wurde. Viele Menschen gaben Rückhalt und brachten ihre individuellen Fähigkeiten ein. Dank solcher Menschen sind die Bienen schon wieder fleißig am Nektarsammeln. Die neuen Bienenstöcke befinden sich auf einer Obstwiese gegenüber dem Theresienhof in der Marberzeller Straße. Sie werden nicht nur mithilfe von Wildkameras überwacht, auch Nachbarinnen und Nachbarn haben ein Auge darauf, sodass sich die Insekten in aller Ruhe auf den Winter vorbereiten können.
Schüler lernen verantwortungsvollen Umgang mit Tieren
Das Projekt hat jedoch nicht nur die Verbesserung von Gemeinschaft und Miteinander im Sinn, es soll vor allem den Schülerinnen und Schülern wichtige Botschaften mit auf den Weg geben: So sollen sie zum Beispiel einen verantwortungsvollen Umgang mit Tieren erlernen und sich ökologisches Wissen aneignen.