Behördengänge online erledigen
Hessen baut digitale Behördengänge weiter aus
Symbolbild: Pixabay
02.10.2026 / WIESBADEN -
Hessen will fünf Verwaltungsleistungen bis Ende 2026 weitgehend flächendeckend online anbieten. Dazu zählen die Wohnsitzanmeldung, der Führerscheinantrag, Leistungen im Aufenthaltsrecht und beim Unterhaltsvorschuss sowie immissionsschutzrechtliche Genehmigungen für Industrie- und Gewerbeanlagen. Das teilt das hessische Ministerium für Digitalisierung und Innovation mit.
Zusammenarbeit mit Bundesministerium
Das Land arbeitet dabei mit dem Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung sowie den Kommunen zusammen. Das gemeinsame Pilotprojekt startete im September 2025, der Rollout begann im April 2026. Hessen will damit zeigen, wie digitale Verwaltungsangebote in einem Flächenland mit 421 Städten und Gemeinden sowie 21 Landkreisen verbreitet werden können.
Zahlreiche Kommunen bieten An- und Ummeldung an
Das waren die sechs Pilotkommunen
Untersucht wurde das Vorgehen zunächst mit sechs Pilotkommunen: Wiesbaden, Kassel, Hattersheim, Heuchelheim, dem Rheingau-Taunus-Kreis und dem Wetteraukreis. Dabei ging es unter anderem um technische Voraussetzungen, Hindernisse in den Verwaltungen und den Unterstützungsbedarf vor Ort.
Kern des Projekts ist das Einer-für-Alle-Prinzip. Digitale Angebote, die bereits vorhanden sind, sollen nicht von jeder Kommune neu entwickelt werden. Stattdessen sollen sie an möglichst viele Verwaltungen angeschlossen werden. Dabei helfen sogenannte Roll-in-Teams. Sie unterstützen die Kommunen bei der technischen Anbindung und begleiten den Austausch vor Ort.
Weitere Bundesländer folgen dem Beispiel Hessens
Der hessische Ansatz stößt nach Angaben des Ministeriums auch in anderen Bundesländern auf Interesse. Neben Hessen und Bayern greifen inzwischen Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Niedersachsen das Modell auf. (pm/ksk)
Archivfoto: O|N / Carina Jirsch