Trotzdem wichtig: Wählen gehen!
Am Sonntag wird gewählt: Amtsinhaber Dieter Hornung (CDU) einziger Kandidat
Archivfoto: Carina Jirsch
02.10.2026 / BURGHAUN -
In Burghaun (Kreis Fulda) steht am kommenden Sonntag die Bürgermeisterwahl an. Hier tritt lediglich ein Bewerber – der Amtsinhaber Dieter Hornung (CDU) – an. Auch wenn er der einzige Kandidat ist, gilt am Sonntag: Wählen gehen. Hornung ist seit dem 1. April 2021 im Amt. In unserem Interview stellen wir den Bürgermeister vor der Wahl noch einmal vor.
Können Sie sich in fünf Sätzen kurz selbst vorstellen?
"Ich bin Dieter Hornung, 43 Jahre alt, Ehemann, dreifacher Familienvater und mit ganzem Herzen Burghauner. Familie, Heimatverbundenheit und Verantwortung sind die Werte, die mich prägen und antreiben. Mein beruflicher Weg führte mich von der Ausbildung zum Industriekaufmann über die Bundeswehr und die Weiterbildung zum Betriebswirt bis in eine leitende Tätigkeit in der Privatwirtschaft. Heute darf ich als Bürgermeister Verantwortung für die Gemeinde übernehmen, in der ich zuhause bin. Wenn neben Beruf und Familie noch Zeit bleibt, fahre ich gerne Ski und freue mich über jede Gelegenheit, mit Menschen ins Gespräch zu kommen und das Gemeinschaftsleben in unserer Heimat zu erleben. Ehrenamtliches Engagement war mir immer wichtig, weshalb ich mich unter anderem als ehrenamtlicher Richter am Arbeitsgericht Fulda einbringe."
"Es gibt für mich keine schönere Aufgabe, als Bürgermeister der eigenen Heimatgemeinde zu sein. Die Verantwortung für Burghaun zu tragen und die Entwicklung unserer Marktgemeinde aktiv mitzugestalten, erfüllt mich jeden Tag mit Stolz und großer Freude.
"In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche bundes- und landespolitische Entscheidungen getroffen, die grundsätzlich sinnvoll sein mögen, deren finanzielle Folgen jedoch zu einem erheblichen Teil von den Kommunen getragen werden müssen. Dazu zählen beispielsweise der Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung ab dem ersten Lebensjahr, verbesserte Betreuungsschlüssel in Kindertageseinrichtungen, das Deutschlandticket oder aktuell der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in den Grundschulen. Die Kommunen sind diejenigen, die diese Leistungen vor Ort organisieren, Personal gewinnen, Gebäude schaffen und die laufenden Kosten finanzieren müssen. Die dafür erforderlichen Mittel werden jedoch nicht in ausreichendem Maße bereitgestellt.
Dadurch wird der finanzielle Handlungsspielraum der Städte und Gemeinden immer weiter eingeschränkt. Die Folge ist, dass Kommunen zunehmend gezwungen werden, Steuern und Abgaben zu erhöhen oder notwendige Investitionen zurückzustellen, obwohl die eigentlichen Entscheidungen gar nicht auf kommunaler Ebene getroffen wurden. Das führt verständlicherweise zu Frustration bei den Bürgerinnen und Bürgern und schwächt die kommunale Selbstverwaltung. Deshalb erwarte ich von Bund und Ländern, dass sie die Kommunen nicht nur mit neuen Aufgaben betrauen, sondern auch dauerhaft für eine vollständige und verlässliche Finanzierung sorgen. Nur so können wir vor Ort gestalten, investieren und den berechtigten Erwartungen der Menschen gerecht werden."
Wie sehen Sie die Entwicklung in Deutschland hinsichtlich der Wahlergebnisse etwa in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin? Können Sie die Zugewinne der politischen Ränder nachvollziehen?
"Die Wahlergebnisse in verschiedenen Bundesländern zeigen, dass viele Bürgerinnen und Bürger mit der aktuellen Entwicklung in Deutschland unzufrieden sind. Diese Unzufriedenheit sollte von den demokratischen Parteien ernst genommen werden. Ich kann nachvollziehen, dass Menschen aus Sorge über Themen wie Wirtschaft, Migration, Inflation oder die Leistungsfähigkeit des Staates nach Alternativen suchen. Gleichzeitig halte ich es für wichtig, dass politische Lösungen aus der demokratischen Mitte heraus entwickelt werden. Dauerhafte Verbesserungen erreicht man nicht durch Protest allein, sondern durch konkrete und verantwortungsvolle Politik. Die Zugewinne politischer Ränder sind deshalb für mich weniger eine Überraschung als vielmehr ein Signal, dass sich viele Menschen nicht ausreichend gehört fühlen. Die Aufgabe der etablierten Parteien besteht darin, Vertrauen zurückzugewinnen und Probleme sichtbar zu lösen. Gerade auf kommunaler Ebene sehe ich, wie wichtig es ist, miteinander zu sprechen und pragmatische Lösungen zu finden, statt gesellschaftliche Gräben zu vertiefen."
Wie möchten Sie Burghaun in den nächsten sechs Jahren gestalten?
"Die kommenden sechs Jahre werden für die Kommunen herausfordernd. Gerade im ländlichen Raum stehen wir vor der Aufgabe, wichtige Investitionen zu ermöglichen und gleichzeitig unsere finanzielle Handlungsfähigkeit zu sichern. Deshalb werde ich auch weiterhin auf eine verantwortungsvolle und nachhaltige Haushaltspolitik setzen, damit Burghaun finanziell solide aufgestellt bleibt. Gleichzeitig möchte ich die interkommunale Zusammenarbeit dort weiter ausbauen, wo sie für unsere Marktgemeinde einen echten Mehrwert schafft. Gemeinsam mit unseren Nachbarkommunen können wir Ressourcen bündeln, Synergien nutzen und Leistungen effizienter erbringen. Burghaun ist schon heute ein attraktiver Wohn-, Lebens- und Wirtschaftsstandort mit einer hervorragenden Infrastruktur.
Diesen Vorsprung wollen wir erhalten und gezielt weiterentwickeln. Dazu gehören die Ausweisung von Wohn- und Gewerbeflächen, die Stärkung unserer Ortskerne sowie Investitionen in Bildung, Kinderbetreuung und die digitale Infrastruktur. Ein besonderes Augenmerk werden wir auf die medizinische Versorgung und die Mobilität legen. Die Sicherstellung einer guten ärztlichen Versorgung sowie die Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs, insbesondere des Zugverkehrs, sind entscheidende Faktoren für die Lebensqualität unserer Bürgerinnen und Bürger und die Zukunftsfähigkeit unserer Gemeinde. Mein Ziel ist es, Burghaun auch in Zukunft als lebenswerte, familienfreundliche und wirtschaftlich starke Heimat zu gestalten, in der sich Menschen jeden Alters wohlfühlen und gerne leben."
"Nachdem ich meine Stimme abgegeben habe, werde ich den Tag ganz bewusst mit meiner Familie verbringen. Wahrscheinlich fahren wir in die Rhön, genießen ein paar ruhige Stunden miteinander und versuchen, nicht ständig aufs Handy zu schauen.
Je näher der Abend rückt, desto größer wird natürlich die Spannung. Auch wenn man sich auf vieles vorbereitet, weiß man am Ende nie genau, wie die Bürgerinnen und Bürger entschieden haben. Diese Mischung aus Vorfreude, Respekt und Nervosität gehört einfach zu einem Wahlabend dazu. Am Abend werde ich dann im Herrenhaus sein, um gemeinsam mit meiner Familie, Freunden, Wegbegleitern und Unterstützern die Ergebnisse zu verfolgen. Wenn die ersten Zahlen eintreffen und sich langsam ein Bild abzeichnet, steigt die Anspannung natürlich noch einmal deutlich an. Am Ende ist ein Wahlabend immer ein sehr emotionaler Moment. Sechs Jahre Arbeit, viele Entscheidungen, unzählige Gespräche und Begegnungen werden von den Bürgerinnen und Bürgern bewertet. Deshalb werde ich den Abend mit großem Respekt vor dem Ergebnis und vor allem mit Dankbarkeit für das Vertrauen verbringen, das mir die Menschen in Burghaun entgegengebracht haben." (mp) +++
Foto: CDU Burghaun
Archivfoto: Maria Franco