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Steuerzahlerbund schlägt Alarm

Mehr als zehn Millionen Euro Schaden: Fulda landet im Schwarzbuch

Millionen für Sanierung: Behördenzentrum Fulda im Schwarzbuch 2026/27
Archivfotos: O|N/ Rene Kunze

01.10.2026 / REGION - Der Bund der Steuerzahler (BdSt) Hessen hat sein neues Schwarzbuch "Die öffentliche Verschwendung 2026/27" vorgestellt. Darin führt der Verband 14 hessische Beispiele auf, bei denen nach seiner Auffassung zu sorglos mit öffentlichen Geldern umgegangen wurde. Für Osthessen besonders interessant: Auch das Behördenzentrum Fulda hat es in die Liste geschafft.



Nach Angaben des Steuerzahlerbundes muss das Land Hessen dort mehr als zehn Millionen Euro Sanierungskosten für Schäden am Innenputz tragen. Nach einem jahrelangen Rechtsstreit stellten die Gerichte fest, dass die Kosten nicht auf den Vermieter abgewälzt werden können. Der BdSt kritisiert, dass die entsprechenden Mietverträge vor rund 20 Jahren nicht sorgfältig genug ausgehandelt und formuliert worden seien. Die Rechnung müssten nun die Steuerzahler begleichen.

Auch andere Projekte stehen in der Kritik

Doch Fulda ist nicht der einzige Fall im Schwarzbuch. Kritisiert wird unter anderem auch das neue Corporate Design des Landes Hessen, das nach Angaben des Bundes der Steuerzahler mindestens 776.000 Euro gekostet haben soll. Ebenfalls aufgeführt wird das künftig geplante Deutsche Tapetenmuseum in Kassel, dessen Errichtung inzwischen mit rund 35 Millionen Euro zu Buche schlägt.

Für Schlagzeilen sorgt zudem eine neue Toilettenanlage in Hadamar, die für rund 355.700 Euro gebaut wird, obwohl sie nur an wenigen Tagen im Jahr genutzt werden soll. In Freigericht bemängelt der Steuerzahlerbund den Kauf eines ehemaligen Hotels für rund zwei Millionen Euro, das als Flüchtlingsunterkunft dienen sollte, letztlich jedoch leer blieb und später mit hohem Verlust verkauft wurde.

Von teuren Bäumen bis zu leeren Gebäuden

Weitere Fälle betreffen fünf Bäume in Neu-Anspach, die insgesamt rund 100.000 Euro kosteten, eine leerstehende Polizeistation in Wetzlar, für die weiterhin Miete gezahlt wird, sowie eine missglückte Gewerbegebiets-Zufahrt in Villmar, die nachträglich teuer umgebaut werden musste.

Auch das Land Hessen selbst taucht mehrfach im Schwarzbuch auf. Bemängelt werden unter anderem Kosten für die Überarbeitung von Gender-Formulierungen in einer Fortbildungsdatenbank sowie verschiedene Immobilien- und Verwaltungsprojekte. Online kritisiert der Steuerzahlerbund zudem eine rund 2,3 Millionen Euro teure Kunstinstallation auf der Frankfurter Konstablerwache sowie Bewachungskosten wegen zu niedriger Treppengeländer an Frankfurter Schulen.

Mit dem Schwarzbuch will der Bund der Steuerzahler nach eigenen Angaben auf Fehlentwicklungen aufmerksam machen und dazu beitragen, dass öffentliche Gelder künftig wirtschaftlicher eingesetzt werden. (js/pm) +++

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