Gemeinsamer Gottesdienst
20. Rimbacher Kartoffelfest: Herzhaft genießen und ein Stück Heimat erleben
Mit einem Erntedankgottesdienst unter freiem Himmel begann das 20. Rimbacher Kartoffelfest. Am geschmückten Altartisch kamen die Mitwirkenden zu Wort.
Fotos: Philipp Stock
29.09.2026 / SCHLITZ -
Bratkartoffeln in großen Pfannen, Posaunenklänge und ein Markt voller regionaler Ideen: Beim 20. Rimbacher Kartoffelfest kamen am Sonntag zahlreiche Besucher am Dorfgemeinschaftshaus und auf dem Kirchplatz zusammen. Bei Sonnenschein verbanden sich Erntedankgottesdienst, kulinarische Spezialitäten und Angebote zum Mitmachen zu einem Festtag, den Menschen verschiedener Generationen gemeinsam gestalteten.
Ein Kreuz, Kerzen und bunte Blumen auf einem weiß gedeckten Tisch bildeten den Mittelpunkt des Erntedankgottesdienstes unter freiem Himmel. Mit diesem gemeinsamen Auftakt begann am Sonntag um 11 Uhr das Kartoffelfest. Auch die Kinder waren in den Gottesdienst eingebunden. Gemeinsame Gesten und Bewegungen bezogen die Besucher ein und gaben dem Auftakt einen lebendigen Charakter. Zwischen den Sitzbänken und unter den Pavillons wurde das Miteinander bereits zu Beginn des Tages sichtbar. Die Dankbarkeit für die Ernte passte zu einer Veranstaltung, bei der Lebensmittel und ihre Zubereitung im Mittelpunkt standen. Eingeladen hatte der Obst- und Gartenbauverein Rimbach zur mittlerweile 20. Auflage.
Vom gemeinsamen Gottesdienst führte der Festtag weiter zu hausgemachten Gerichten, regionalen Erzeugnissen und vielen Gelegenheiten, miteinander ins Gespräch zu kommen. Wie viel praktische Arbeit hinter dem kulinarischen Angebot steckte, zeigte ein Blick in die Küche. Dort standen große Töpfe auf dem Herd, während in mehreren Pfannen Kartoffelscheiben zu Bratkartoffeln zubereitet wurden. Rund um die Kochstelle kamen unterschiedliche Generationen zusammen. Schürzen, Pfannenwender und die gemeinsame Arbeit am Herd gehörten ebenso zu diesem Fest wie die fertig angerichteten Mahlzeiten für die Gäste. Die Kartoffel blieb dabei der kulinarische Mittelpunkt. Als vertraute Zutat der heimischen Küche verbindet sie viele Menschen mit Familienrezepten und gemeinsamen Mahlzeiten. In Rimbach wurde daraus ein Anlass, sich zusammenzusetzen, bodenständig zu genießen und den Sonntag in Gesellschaft zu verbringen. Hinter den hausgemachten Gerichten standen die Menschen, die sie vorbereitet und zubereitet hatten.
Wie vielfältig sich dieser Genuss ergänzen lässt, zeigte der Regionalmarkt. Der Hofladen Familie Schmidt bereicherte das Angebot mit Hausmacherwurst und Kartoffeln. Die Bäckerei Stein gehörte mit Brot und Brötchen zum Angebot, der Imker Helmut Lips mit Bienenhonig. Produkte der Schlitzer Destillerie ergänzten die Auswahl um Spirituosenspezialitäten aus der Region. Auch die süße Seite kam zum Zuge: Neben weiteren Leckereien wurden Schaumküsse in unterschiedlichen Varianten angeboten. An den Ständen bekam Regionalität ein Gesicht. Zwischen Honiggläsern, Wurstspezialitäten und weiteren Erzeugnissen bot sich Gelegenheit, genauer hinzusehen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Zum Stöbern luden auch die vielen dekorativen und handwerklichen Arbeiten ein. Herbstliche Pilz- und Kürbisfiguren, Eulen, kleine Häuschen und beleuchtete Herzen setzten unterschiedliche Akzente. "Detailverliebt Fräulein W" präsentierte Dekoration und Geschenkartikel. "Schönes aus Holz" und die Holzwerkstatt Richthof ergänzten den Markt mit Holzkunst und Holzarbeiten.
Die Schlitzer Holzkunst gehörte mit Schwibbögen zum Angebot. Bei "Handmade with Love" fanden sich Holzdekoration und Geschenkideen, darunter filigrane Häuschen und mit kleinen Lichtern ausgestaltete Arbeiten. Schmuck steuerten Susanne Jäkel mit "Jäkel – Schmuck for fun" und Liane Stumpf mit Victoria-Schmuck bei. Ketten, Armbänder und weitere Schmuckstücke erweiterten die Auswahl. Künstlerische Akzente setzte Jutta Maria Volkmar mit "Lebensfreude & Kunst" und Lichtmalerei mit Fotografie. Am Thermomix-Stand konnten Besucher Geräte und Zubehör aus der Nähe betrachten und sich über deren Einsatzmöglichkeiten informieren. Für Kinder setzte sich die Beteiligung nach dem Gottesdienst mit eigenen Angeboten fort. Zum Programm von HessenForst gehörten Wissen rund um Wald und Forst sowie ein Kinderquiz. Ein kreatives Angebot brachte Tersa Zientek mit: Hier konnten zur Hauptzeit des Festes Armbänder, Ketten und weitere kleine Schmuckstücke gebastelt werden.
Damit gab es unterschiedliche Möglichkeiten, etwas zu entdecken, eigene Ideen auszuprobieren und selbst aktiv zu werden. Fingerspitzengefühl war bei der Minibagger-Challenge der August Gluck GmbH & Co. KG gefragt. Am Baggerarm hing eine an einer Kette befestigte Flasche, die gezielt geführt werden musste. Die kleine Aufgabe machte anschaulich, wie viel Genauigkeit im Umgang mit einer solchen Maschine steckt. Auch ein junger Teilnehmer nahm in der Kabine Platz, während ein Erwachsener die Aktion unmittelbar begleitete. Das Unternehmen verband das Mitmachangebot mit Informationen für Bauherren und Werbung für Ausbildungsmöglichkeiten. Für den musikalischen Rahmen sorgte der Posaunenchor Queck. Seine Livemusik begleitete das Festgeschehen und ergänzte den gemeinsamen Tag um den Klang der Blechblasinstrumente. Kaffee und Kuchen luden dazu ein, eine Pause einzulegen und den Besuch in gemütlicher Runde fortzusetzen. Zwischen Marktständen, Musik und gemeinsamem Essen blieb Zeit, Bekannte zu treffen und eine Weile zusammenzusitzen. Hinter einem solchen Fest steht viel Vorbereitung. Marktstände, Bewirtung, musikalische Begleitung und Mitmachangebote müssen zusammenfinden, damit daraus ein gemeinsamer Tag werden kann. Der Obst- und Gartenbauverein Rimbach führte mit der 20. Auflage eine Veranstaltung fort, die eng mit dem örtlichen Vereinsleben verbunden ist.
Anita Schaub-Gluck vom Vorstand des Obst- und Gartenbauvereins Rimbach erklärte: "Besonders gefreut hat uns, dass beim Kartoffelfest verschiedene Generationen zusammengekommen sind. Schon die Beteiligung der Kinder am Erntedankgottesdienst war ein schöner Auftakt. Beim gemeinsamen Essen, an den Marktständen und bei den Mitmachangeboten setzte sich dieses Miteinander fort."
Das Zusammenwirken des Obst- und Gartenbauvereins mit den Rimbacher Vereinen und Familien schuf einen Treffpunkt, an dem die unterschiedlichen Angebote ihren Platz fanden.
"Kommen, verweilen, erleben" lautete die Einladung des Vereins. Die Vielfalt des Kartoffelfestes gab diesem Motto seinen Inhalt: regionale Lebensmittel und hausgemachte Gerichte, Kunst und Handwerk, Musik, Naturwissen und kreative Angebote für Kinder. Vom Erntedankgottesdienst über die gemeinsame Arbeit in der Küche bis zum geselligen Beisammensein zog sich das Miteinander durch den Tag. Die Kartoffel gab den Anlass – die Menschen machten daraus ein Stück gelebte Rimbacher Gemeinschaft. (Philipp Stock)+++