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Ein Herz für Igel

Nachts Mähroboter ausschalten: Stadt warnt vor Gefahr für Tiere

Die Stadt Gelnhausen ruft dazu auf, Mähroboter nur tagsüber einzusetzen und so einen Beitrag zum Artenschutz zu leisten.
Fotos: pixabay

30.09.2026 / GELNHAUSEN - Mähroboter erleichtern vielen Gartenbesitzern die Arbeit. Für Igel und andere nachtaktive Tiere können sie jedoch zur tödlichen Gefahr werden, wenn sie in den Abend- und Nachtstunden unterwegs sind. Die Stadt Gelnhausen ruft daher dazu auf, Mähroboter nur tagsüber einzusetzen und so einen Beitrag zum Artenschutz zu leisten.



Wenn andere Tiere zur Ruhe kommen, beginnt für den Europäischen Igel die aktive Phase des Tages. Die überwiegend nachtaktiven Säugetiere gehen in den kühleren und feuchteren Abend- und Nachtstunden auf Nahrungssuche. Dabei verlassen sie sich vor allem auf ihren ausgeprägten Geruchs- und Hörsinn. Gärten bieten ihnen ideale Lebensräume: Hier finden sie Nahrung wie Käfer, Larven, Raupen und Regenwürmer sowie geschützte Rückzugsorte zum Ausruhen und für den Nestbau. Zudem dienen viele Gärten als wichtige Wanderkorridore zwischen verschiedenen Lebensräumen.

Abwehrverhalten wird zur Gefahr

Gerade in diesen Lebensräumen können Mähroboter allerdings zur tödlichen Falle werden. Darauf, dass Igel rechtzeitig flüchten, sollten Gartenbesitzer nicht vertrauen. Bei Gefahr rollen sich die Tiere typischerweise zusammen oder verharren regungslos. Dieses natürliche Abwehrverhalten schützt sie vor vielen Fressfeinden, nicht jedoch vor automatisierten Rasenmähern.

Die Tiere werden von den Sensoren der Geräte nicht immer zuverlässig erkannt. Dadurch kann es zu schweren, mitunter lebensgefährlichen Schnittverletzungen kommen. Neben Igeln sind auch weitere dämmerungs- und nachtaktive Tiere wie Kröten und Frösche von den Gefahren betroffen.

Igelbestand unter Druck

Besondere Rücksicht ist auch angesichts der Entwicklung der Igelbestände geboten. Der Deutsche Braunbrustigel wurde 2024 von der Weltnaturschutzunion (IUCN) als "potenziell gefährdet" eingestuft. Bereits im Mai 2025 hatte das Land Hessen für igelfreundliche Gärten geworben. In einem weiteren Informationsflyer aus dem Jahr 2026 wurde empfohlen, Mähroboter ausschließlich tagsüber zu betreiben.

Appell der Stadt Gelnhausen

Die Stadt Gelnhausen bittet Gartenbesitzer deshalb, in den Dämmerungs- und Nachtstunden auf den Einsatz autonom fahrender Mähroboter zu verzichten. Konkret wird empfohlen, die Geräte von 30 Minuten vor Sonnenuntergang bis 30 Minuten nach Sonnenaufgang nicht einzusetzen.

"Kleine Verhaltensänderungen können große Wirkungen haben. Mit dem Verzicht auf den nächtlichen Einsatz von Mährobotern können Menschen in Gelnhausen Verantwortung für Tiere und Natur übernehmen. Dabei geht es nicht um den Verzicht auf moderne Technik, sondern auf den richtigen Zeitpunkt ihres Einsatzes", erklärt Bürgermeister Christian Litzinger. "Der Erhalt der Artenvielfalt geschieht nicht nur in Schutzgebieten, sondern ist auch direkt vor der eigenen Haustür möglich."

Naturnahe Gärten fördern Artenvielfalt

Darüber hinaus empfiehlt die Stadt, den Einsatz von Mährobotern generell zu reduzieren und Grünflächen möglichst naturnah zu pflegen. Dauerhaft sehr kurz gehaltene Rasenflächen bieten deutlich weniger Nahrung und Lebensraum für Insekten und andere Tiere als blüten- und strukturreiche Grünflächen.

Wer seltener oder zeitlich versetzt mäht, schafft wertvolle Rückzugsräume für zahlreiche Tierarten und fördert gleichzeitig den Blütenreichtum im Garten. Zwar erfüllen auch kurz gehaltene Rasenflächen wichtige Funktionen bei der Versickerung von Regenwasser, aus Sicht des Naturschutzes gelten jedoch vielfältig gestaltete Grünflächen als deutlich wertvoller. (jk/pm) +++

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