Zeichen für respektvolles Miteinander
Zivilcourage in Sickels: Wie man menschenfeindlichen Aussagen begegnet
Foto: Petra Jahn-Firle
29.09.2026 / FULDA -
Was tun, wenn an der Bushaltestelle, im Verein, in der Nachbarschaft oder am Arbeitsplatz plötzlich eine diskriminierende oder menschenfeindliche Aussage fällt? 20 Menschen aus Sickels haben sich am Samstag im Bürgerhaus genau mit solchen Situationen beschäftigt. Bei einem Workshop zum Thema Zivilcourage erprobten sie, wie man in schwierigen Gesprächen Haltung zeigen und gleichzeitig im Gespräch bleiben kann.
Initiiert wurde der Workshop von engagierten Menschen aus Sickels, die sich für Demokratie und ein respektvolles Miteinander im Ort stark machen wollen. Die Veranstaltung fand im Rahmen des Förderprogramms "Demokratie leben!" statt. Auch Projektpatin Dr. Marion Wagner, CDU-Stadtverordnete und Ausschussmitglied der Partnerschaft für Demokratie in Fulda, besuchte den Workshop und machte sich ein Bild von der Veranstaltung.
Rollenspiele, lebendiger Austausch
Angeleitet von Moderatorinnen des Mobilen Beratungsteams gegen Rechtsextremismus und Rassismus – für demokratische Kultur in Hessen e. V. beschäftigten sich die Teilnehmenden zunächst damit, woran sich sogenannte Stammtischparolen erkennen lassen. Anschließend wurde es praktisch: In Rollenspielen probierten sie unterschiedliche Reaktionen aus – Gegenfragen stellen, klare Grenzen setzen oder versuchen, die Perspektive des Gegenübers zu verstehen."Verstehen, aber nicht unbedingt einverstanden sein", brachte eine Teilnehmerin eine mögliche Haltung auf den Punkt. Die Übungen machten deutlich: Es geht nicht darum, in jeder Situation die perfekte Antwort zu finden. Entscheidend kann bereits sein, eine Grenze zu setzen, nachzufragen oder deutlich zu machen, dass man eine Aussage nicht unwidersprochen stehen lassen möchte.
Weiteres Treffen geplant
Damit soll der Workshop nicht mit diesem Tag enden. Die Teilnehmenden wollen sich nach einigen Wochen erneut treffen, um ihre Erfahrungen aus dem Alltag miteinander zu teilen. Was hat funktioniert? Wo war es schwierig? Welche Reaktion hat sich als hilfreich erwiesen? Auf dieser Grundlage wollen sie ihre Strategien gemeinsam weiter schärfen.So soll aus dem Workshop ein längerfristiger Austausch entstehen – getragen von Menschen aus Sickels, die sich im eigenen Umfeld für ein demokratisches und respektvolles Miteinander einsetzen. (lu/pm) +++