Dank des KIWANIS-Clubs
Pisa-Schock bei der Lesekompetenz: Fliedener Schule setzt auf "Lese-Turbo"
Die Schüler freuen sich über das neue Angebot
Fotos: Moritz Pappert
27.09.2026 / FLIEDEN -
Die deutschen Schüler schneiden im aktuellen Pisa-Vergleich immer schlechter ab - in diesem Jahr so schlecht wie noch nie. Der kritischste Bereich ist dabei die Lesekompetenz. Meistens liegt das an den Eltern, die ihren Kindern immer weniger vorlesen, aber auch an der fortschreitenden Digitalisierung und dem hohen Medienkonsum. Das führt so weit, dass selbst einfache Texte den Kindern mittlerweile schwerfallen.
Ein Programm macht aber Hoffnung - das "Lesen mit dem Turbo-Team". 120 Schulen in Deutschland nutzen es bereits. Der KIWANIS-Club Region Fulda e.V. hat nun die Lizenz für ein solches Programm für die Fliedetalschule in Flieden (südlicher Kreis Fulda) finanziert. KIWANIS ist eine globale Freiwilligenorganisation, die sich engagiert für das Wohl von Kindern einsetzt.
Ein Jahr lang können die Schüler der Fliedetalschule nun das Programm, auf welches die Kinder der 3. und 4. Klasse per iPads zugreifen können, testen. Das "Lesen mit dem Turbo-Team" beruht auf einem sogenannten "High-Impact-Tutoring"-Ansatz. Dabei können die Kinder in Zweierteams auf eine digitale Tutoring-Plattform zugreifen und so an ihrer Leseschwäche arbeiten. Am Ende erfolgt ein Check durch die Lehrer oder dafür geschulte Tutoren. Erste Lernerfolge soll es schon nach sechs Wochen geben.
2.500 Euro Lizenzkosten pro Jahr
"Das Programm kostet 2.500 Euro pro Jahr. Wir sponsern es der Fliedetalschule für ein Schuljahr. Wenn Interesse besteht, dann gerne auch noch für ein weiteres", erklärt Hans-Jürgen Arnold vom Förderverein des KIWANIS-Clubs. Der ehemalige Lehrer betont: "Wir schauen auch, was mit unseren Fördergeldern vor Ort gemacht wird. Wir geben das Geld nicht einfach weiter, sondern in diesem Fall haben sich zwei aus unserem Club als Tutoren für die Betreuung der Kinder zur Verfügung gestellt."
Schulleiterin Anke Schneider berichtet: "Die Probleme sind ja nicht erst seit Pisa bekannt. Die Schüler haben vermehrt Schwierigkeiten, Texte sinnerfassend zu lesen. Wir sind dankbar, dass wir die Möglichkeit bekommen haben, mit dem Programm zu arbeiten." Bisher ist es gut angelaufen. "Wenn die Kinder das dreimal pro Woche machen, ist das schon ein großer Gewinn."
Der KIWANIS-Deutschland-Club hat außerdem angeboten, weiteren 20 Schulen das Programm zur Hälfte zu finanzieren. Voraussetzung: Vor Ort muss ein weiterer Spender die andere Hälfte zahlen. "Vielleicht finden wir ja jemanden in der Region, um das Programm einer weiteren Schule zur Verfügung zu stellen", hofft Arnold abschließend. (Moritz Pappert) +++